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Sonnige Aussichten: Heliatek gewinnt Materials Award 2012

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Das Cleantech-Unternehmen Heliatek GmbH setzt seine Erfolgsgeschichte fort: Auf der 8. Kongressmesse „Printed Electronics Europe“ von IDTechEX in Berlin erhielt sie am Dienstagabend den Materials Award für den aktuellen Wirkungsgrad-Weltrekord (9,8 %) ihrer organischen Solarzellen. Anwendungen sieht das Unternehmen vor allem bei Automotive und in der gebäudeintegrierten Photovoltaik (GIPV/BIPV). Für eine neue Produktionslinie braucht das Unternehmen noch frisches Geld.

Heliatek Cleantech-Unternehme aus DresdenDie negativen Schlagzeilen der vergangenen Wochen über die deutsche Solarindustrie verkennen, dass sie nach wie vor Weltspitze ist, insbesondere in Forschung und Entwicklung. Immer wieder vorne mit dabei ist auch die Heliatek GmbH, Spin-off der Dresdener TU. Das von ihr entwickelte neue Absorbermaterial, basierend auf kleinen Molekülen (Oligomeren), heißt HDR14™. Es zeichnet sich durch ein sehr starkes und breites Absorptionsvermögen aus und besitzt eine hohe Temperatur- und Lichtbeständigkeit. HDR14™ war der Schlüssel für Heliatek, um eine Serie von Weltrekordeffizienzen für organische Solarzellen aufzustellen.

Den letzten Rekord verzeichnete das Unternehmen im November 2011 mit einem Rekordwert von 9,8 % Zelleffizienz (unabhängig zertifiziert vom Fraunhofer ISE CalLab). Das Material lässt sich unter Vakuum sehr gut auf Glas und PET auftragen. Einzig die Feuchtigkeitsbeständigkeit macht den Forschern noch etwas Kopfzerbrechen. Spätestens Ende 2012 soll die Produktion in Serie gehen. Für die kommenden Jahre sollen Wirkungsgrade bis zu 15% erreicht werden.

Organische Photovoltaik Solarmodul HeliatekDr. Martin Pfeiffer, CTO von Heliatek: „Unsere Technologie ist das Umkehrprinzip von organischen LEDs (OLEDs). Während OLEDs Strom in Licht umwandelt, wandeln wir Licht in Strom um. Heliatek ist das einzige Unternehmen im Bereich der organischen Photovoltaik, das sich auf die Vakuumdeposition von kleinen Molekülen spezialisiert hat – damit folgt es dem erfolgreichen Produktionsansatz aller großen OLED-Display Hersteller. Für die Verwendung dieses Verfahrens zur Herstellung unserer patentierten Tandemzellen sprechen eindeutige Argumente, wie beispielsweise die einheitliche Schichtdicke, die im Rolle-zu-Rolle Beschichtungsverfahren erreicht werden kann, oder auch die gute Skalierbarkeit. Wir können auf erprobte und bewährte OLED-Fertigungsanlagen zurückgreifen und so das Produktionsvolumen schnell ausbauen. Darüber hinaus ist die Heliatek Technologie die erste wirklich konsequent grüne Solartechnologie. Unser Produktionsprozess ist ungiftig und die Energierückzahldauer der organischen Solarfolien liegt unter 6 Monaten, da wir im Gegensatz zu kristallinen Solarmodulen, bei der Herstellung der Module nur sehr wenig Energie und Material verbrauchen.“

Weltweit forschen und produzieren mehr als 3.000 Unternehmen an bzw. mit gedruckter Elektronik, printed electronics. Mit ständig wachsenden Anwendungen, Funktionen, Materialien und Möglichkeiten: Sie sind flexibel, dehnbar, günstig herzustellen und verbessern herkömmliche Anwendungen wie z. B. Displays.

Sie lassen sich auf Textilien auftragen, sind umweltverträglicher, verbessern die Sicherheit und vieles mehr. Mit der achten Kongressmesse „Printed Electronics Europe“, vom 3. – 4. April, verschaffte der Veranstalter IDTechEx einen umfassenden und tiefen Einblick in den „state of the art“. Die Printed Electronics Awards würdigen herausragende Innovationen, Erfolge und Technologieentwicklungen von Unternehmen, die im Bereich der gedruckten, organischen oder flexible Elektronik tätig sind. Der Materials Award wird dabei dem Unternehmen verliehen, das in den letzten 24 Monaten die bedeutendsten Fortschritte in der Materialentwicklung verzeichnet hat.

Bei den Juroren handelte es sich um Professor Iain McCulloch, vom Imperial College in London, und um Professor Elvira Fortunato, von der Neuen Universität Lissabon. Ein Juror begründet die Entscheidung zugunsten von Heliatek mit den Worten: „Heliatek hat Materialien auf Basis von kleinen Molekülen mit beispiellosen Effizienzwerten entwickelt und damit die organische Photovoltaik um einen entscheidenden Schritt voran getrieben.“

Heliateks Kerntechnologie, die organische Elektronik auf Basis von kleinen Molekülen, sowie die führenden Forscher des Fachgebietes, Dr. Martin Pfeiffer (CTO und Mitgründer Heliatek), Professor Karl Leo (TU Dresden/Mitgründer Heliatek) und Dr. Jan Blochwitz-Nimoth (Novaled AG) wurden erst im Dezember 2011 mit dem Deutschen Zukunftspreis, dem Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation, ausgezeichnet.

Mitte März wurde die erste Produktionsanlage von Heliatek zur Produktion von Solarfolien im Rolle-zu-Rolle Verfahren in Dresden eingeweiht. Der Produktionsstart ist für den Spätsommer geplant. Das Produktionsvolumen soll danach zügig ausgebaut werden. Hierfür plant Heliatek in diesem Jahr eine weitere Finanzierungsrunde abzuschließen, bei der 60 Millionen Euro von bestehenden und neuen Investoren für eine größere Produktionslinie mit 75 MW eingeworben werden sollen.

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