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Städte und Kommunen fordern Umsetzungsplan für Energiewende

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Bürgermeister Roland Schäfer (Bild: DStGB)

Cleantech & Energiewende News / Berlin. Die Energiewende, also der Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft hin zu einer ressourcenschonenden, umweltfreundlichen und rohstoffarmen Welt, ist in Deutschland nicht mehr aufzuhalten. Denn neben den Stadtwerken, die die Energiewende mit all ihrer Macht vorantreiben und den großen Energiekonzernen wie RWE und EON, die Milliarden in erneuerbare Energien investieren, sind auch die Städte und Gemeinden in Deutschland maßgebliche Akteure, die die Energiewende wollen und mit voller Kraft vorantreiben.

Im Verbund Bürger, Stadtwerke und Kommunen findet derzeit eine Energiewende „von unten“ statt, die durch nichts aufzuhalten ist. Immer mehr Gemeinden setzen Lösungen um, um einzelne Bereiche oder die komplette Gemeinde energieautark zu bekommen, um Elektromobilität zu erproben und ein lokales Smart Grid zu etablieren. Roland Schäfer, Bürgermeister von Bergkamen und Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes ist sich der Rolle der Kommunen und Städte bewusst. „Wir brauchen einen Umsetzungsplan, der fortlaufend kontrolliert und ggf. angepasst wird. Hierzu bietet es sich an, ein unabhängiges Sachverständigengremium einzurichten, das den Umsetzungsprozess der Energiewende begleitet. Die Kommunen als maßgebliche Akteure der Energiewende müssen dabei stets eng in den Prozess eingebunden sein“, so Schöfer.

Dass ein besseres Management dringend notwendig sei, mache vor allem der stockende Netzausbau nicht nur auf der Ebene der Übertragungs-, sondern gerade auch auf der Ebene der Verteilnetze deutlich. „Für den Ausbau und Umbau von Verteilnetzen besteht ein erheblicher Investitionsbedarf, da hier ca. 90 Prozent der erneuerbaren Energien eingespeist werden. Der hierfür mitursächliche Investitionsstau muss durch eine schnellere Anerkennung der Ausbaukosten beseitigt werden. Die Bundesregierung muss sich insbesondere im Hinblick auf eine sichere Versorgung neben der Förderung neuer Speichertechnologien und der Steuerung der Nachfrage durch intelligente Netze auf sog. Reservekraftwerke konzentrieren, die im Falle von Versorgungsengpässen eingesetzt werden können“, forderte Schäfer.

Letztlich sollten Städte und Gemeinden besser an der Wertschöpfungskette im Bereich erneuerbarer Energien beteiligt werden. Gemeinden mit hoher Erzeugungskapazität müssten an den Gewinnen von EEG-Anlagen besser partizipieren können. Es zeige sich, dass man über finanzielle Anreize und frühzeitige Einbeziehung für mehr Akzeptanz sorgen kann: „Insbesondere durch die finanzielle Beteiligung der Bürger an Erneuerbaren Energien Anlagen, u.a. in Form von Energiegenossenschaften aber auch durch einen Einfluss auf geeignete Standorte, kann eine stärkere Akzeptanz erreicht werden.“

Weitere Informationen: Ein Positionspapier des Städte- und Gemeindebundes kann hier heruntergeladen werden

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