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Steigt die EEG-Umlage auf 5 Cent je Kilowattstunde?

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Kurz vor der Intersolar Europe 2012 gibt es neue Debatten über die EEG-Umlage und die Energiewende
Kurz vor der Intersolar Europe 2012 gibt es neue Debatten über die EEG-Umlage und die Energiewende

Cleantech & Energie News / Berlin. Wie das Handelsblatt online berichtet, könnte die EEG-Umlage für 2013 auf 5 Cent je Kilowattstunde ansteigen. Das Blatt zitiert den Energieexperten Holger Krawinkel (Verbraucherzentrale Bundesverband) und bezieht sich auf Gerüchte in Berlin. Die EEG-Umlage liegt derzeit bei 3,59 Cent je Kilowattstunde und muss bis zum Oktober festgelegt werden. Die Gerüchte um eine deutliche Erhöhung gab es auch vor der Verkündung im Oktober 2011: Damals soll es eine politische Intervention gegeben haben, weil Bundeskanzlerin Angela Merkel zuvor versprochen hatte, es werde keinen exorbitanten Anstieg der EEG-Umlage geben.

Heruntergebrochen auf den einzelnen Bürger macht die EEG-Umlage bei einem Verbrauch von 3.500 kWh 125 Euro pro Jahr, also gut 10 Euro im Monat aus. Durch die Steigerung auf 5 Cent würde die Belastung des Einzelnen um 50 Euro steigen. Hinzukommen könnten Entgelte für die Anbindung der Offshore-Windparks an das Netz – hierzu gibt es die Debatte um eine weitere Umlage. Gemäß EEG zahlen die Bürger die Förderkosten per EEG-Umlage automatisch über ihren Strompreis mit.

EEG-Konto ist 1,5 bis 2 Milliarden im Minus

Insgesamt rechnet Krawinkel mit einer Unterdeckung des EEG-Kontos von 1,5 bis 2 Milliarden Euro. Teilweise ist die Unterdeckung jedoch systembedingt: Einerseits fiel die letzte Anpassung geringer aus als benötigt, andererseits werden energieintensive Firmen aus Aluminium- und Stahlproduktion von den Netzentgelten befreit: Dadurch wird die Belastung auf weniger Schultern verteilt. Andererseits soll der energieintensiven Industrie geholfen werden, weiterhin in Deutschland produzieren zu können.

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Die Gerüchte über die EEG-Umlage tauchen nicht von ungefähr gerade einige Tage nach der Meldung auf, dass kurzzeitig 22.000 Megawatt Strom durch Photovoltaik erzeugt wurde – an den sonnigen Pfingsttagen. Durch die garantierte EEG-Förderung steigen die Kosten in den kommenden 20 Jahren auf 100 Milliarden Euro. Angesichts der neuerlichen Debatte innerhalb der an der Bundesregierung beteiligten Parteien über die Kosten der Energiewende, ist nicht davon auszugehen, dass die Gerüchte um die EEG-Umlage zufällig zum jetzigen Zeitpunkt veröffentlicht wurden.

Merit-Order-Effekt verbilligt Börsenstrom

Der Merit-Order-Effekt ist die Verdrängung teuer produzierender Kraftwerke durch den Markteintritt eines Kraftwerks mit geringeren variablen Kosten, z. B. durch Aufschaltung eines solchen Kraftwerks auf das Netz. Gerade zur Mittagszeit, wenn Sonnenenergie vorrangig produziert und eingespeist wird, sorgt das für eine Reduktion des Börsenstrompreises. Dieser Effekt kann grundsätzlich positiv bewertet werden und ist durch die Regenerativen Energien ausgelöst.

Eine mögliche Lösung gibt es dennoch: Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil fordert eine Senkung der Stromsteuer um die Mehrkosten der EEG-Umlage auszugleichen.

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