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Studie zeigt: Weitere Kohlekraftwerke als Brückentechnologie unnötig

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Klima-Allianz DeutschlandEnergie News / Berlin. Sind neue Kohlekraftwerke wie sie derzeit von RWE und der MIBRAG angekündigt werden, schädlich für die Energiewende in Deutschland? Ja, sagt eine Studie des arrhenius Institut für Energie- und Klimapolitik im Auftrag der klima-allianz Deutschland. Darin heißt es, der Bedarf an zusätzlichen Backup-Kraftwerken könne für die Übergangszeit ins regenerative Zeitalter vollständig durch flexible und hochmoderne Gaskraftwerke gedeckt werden.

Für neue, unflexible Kohlekraftwerke hingegen gebe es in einem Stromsystem mit sukzessive größerem Anteil erneuerbarer Energien keinen Platz mehr. „Bis 2030 besteht trotz des Atomausstiegs und der Stilllegung alter Kohlekraftwerke ein überschaubarer Bedarf an zusätzlicher Gaskraftwerks-Leistung. In den nächsten 10 Jahren werden 3 Gigawatt (GW) zusätzlicher Kapazität benötigt, um die Abdeckung der maximalen Last jederzeit sicherzustellen. In den folgenden 5 Jahren müssen dann 5 bis 10 GW zugebaut werden, je nachdem, wie hoch der Anteil des Imports von Strom aus erneuerbaren Energien ist, der als gesichert angesehen wird. Mittelfristig, d.h. bis 2030, besteht ein Bedarf von knapp 7 GW zusätzlicher Leistung. Ohne Import steigt dieser Bedarf auf mehr als 11 GW“, fasst Dr. Sven Bode, Geschäftsführer und Head of Research des arrhenius Instituts für Energie- und Klimapolitik die Ergebnisse der Studie zusammen.

Derzeit sei bereits eine Vielzahl von Gaskraftwerken entweder bereits im Bau oder in der Planung. Nach Auffassung von Jürgen Maier, Geschäftsführer des Forums Umwelt und Entwicklung und Sprecher der Klima-Allianz Deutschland, sei der benötigte Zubau an Gaskraftwerken vor diesem Hintergrund realisierbar, auch wenn nicht alle gegenwärtig in Planung befindlichen Gaskraftwerke gebaut werden sollten. Dies gelte erst recht, weil die Autoren der Studie bei der Bedarfsanalyse sehr konservative Annahmen zugrunde gelegt haben.

„Eine ernste Gefahr für die Systemstabilität geht nicht von fehlenden Kohlekraftwerks-Kapazitäten aus sondern im Gegenteil von zu vielen neu gebauten Kohlemeilern“, warnt Maier. „Wir stellen mit großer Besorgnis fest, dass mit RWE und der Mibrag zwei große Braunkohleverstromer in Deutschland ihre Planungen für zusätzliche inflexible und klimaschädliche Braunkohlekraftwerke aktuell weiter forcieren. Dies ist nicht nur unter klimapolitischer Sicht ein Weg in die Steinzeit sondern gefährdet auch die Energiewende. Das erklärte Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2050 nahezu vollständig auf erneuerbare Energien umzusteigen. Mit dem weiteren Neubau von Braunkohlekraftwerken wird dieser Weg verbaut.“

Die vollständige Kurzstudie „Die künftige Rolle von Gaskraftwerken in Deutschland“ kann hier heruntergeladen werden: Download Kurzstudie.

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