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SüdWestStrom verliert Interesse an Offshore-Windpark BARD Offshore 1

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Die Rückschläge bei der Finanzierung und der technischen Umsetzung von Offshore-Windparks nehmen zu: Nach vielen anderen Rückschlägen, zieht sich nun die SüdWestStrom Windpark GmbH & Co. KG, die Beteiligungsgesellschaft des Offshore-Windparks BARD Offshore 1 aus der Finanzierung zurück. Dezreit wolle man den Offshore-Windpark mit einer Kapazität von 400 Megawatt nicht kaufen, hieß es.

Offshore-Windenergie. Damit erlebt die Branche für Offshore-Windparks einen weiteren herben Rückschlag, nachdem die Woche eigentlich gut begonnen hatte: Die Bundesregierung will die Haftungsregeln für den verspäteten Anschluss von Offshore-Windparks an das Stromnetz an Land so verändern, dass die Übertragungsnetzbetreiber wie TenneT nur noch mit 20 Mio. Euro je Projekt haften müssen (CleanThinking berichtete). Das soll die Finanzierung der Offshore-Windparks, die vor der Küste von Nordsee und Ostsee geplant sind, erleichtern.

Der Rückzug von SüdWestStrom beim Offshore-Windpark BARD Offshore 1 ist nach Angaben der Unternehmen Resultat der verzögerten Fertigstellung sowie einer veränderten Risikoeinschätzung von Offshore-Windparks. Somit werden sowohl die Beteiligungsgesellschaft wie auch die Projektgesellschaft SüdWestStrom StadtKraftWerk / WV Offshore GmbH & Co. KG zum Jahresende aufgelöst. Entschieden haben das die Vertreter der 65 beteiligten Unternehmen am 20. November 2012 auf der Gesellschafterversammlung in Stuttgart. Damit schlittert die Offshore-Windenergie in eine ernsthafte Vertrauenskrise, die insbesondere die ausgeprägten Ausbauziele der Bundesregierung mehr als in Frage stellt.

Verzögerungen beim Bau gaben Ausschlag

„Wir bedauern sehr, dass wir den Windpark nicht kaufen können. Die Verzögerungen beim Bau und die nicht absehbaren Risiken bis zur Fertigstellung waren ausschlaggebend“, sagt Bettina Morlok, Geschäftsführerin der SüdWestStrom Windpark GmbH & Co. KG. Die Gesellschafter der SüdWestStrom Windpark GmbH & Co. KG, die 2009 für die Übernahme des BARD Offshore 1 Windparks gegründet wurde, hatten bereits in 2010 richtungsweisend für eine Energiewende den Kaufentscheid getroffen. Ursprünglich war die Fertigstellung für 2011 geplant. Voraussichtlich wird der Windpark nun Ende 2013 fertig sein.

Entwickelt und errichtet wird „BARD Offshore 1“ von der BARD-Gruppe. Der Windpark liegt etwa 90 Kilometer nordwestlich des Insel Borkum. „BARD Offshore 1“ wird nach der Fertigstellung über 80 Windkraftanlagen und eine installierte Leistung von 400 MW verfügen. Seit dem 3. Dezember 2010 speisen die ersten Anlagen ins deutsche Stromnetz ein.

Vertrauenskrise als Chance für die dezentrale Energiewende?

Womöglich ist die Vertrauenskrise der Offshore-Windenergie auch eine Chance, noch einmal darüber nachzudenken, wie viel Offshore-Windenergie im künftigen Energiemix überhaupt benötigt wird. Zuletzt hatten etwa die südlichen Bundesländer davon Abstand genommen, in großen Mengen Strom von den Küsten zu importieren. Auch die Bundesnetzagentur und RWE hatten geäußert, dass die Energieversorgung der Zukunft deutlich weniger „zentral“ als bislang geplant, stattfinden könne. Letztlich spricht auch die „Energiewende von unten“, die sich durch die Gründung vieler Hundert Energiegenossenschaften derzeit in Deutschland abspielt, für eine stärke dezentrale Orientierung der Energieversorgung.

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