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Sauber in die Zukunft

tado und die smarte Heizungssteuerung

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In die Fußstapfen des Cleantech-Startups (Urban-e, siehe Beitrag) der vergangenen Woche tritt ein – unserer Meinung nach – würdiger Nachfolger. Das Münchener Startup tado hat bereits einiges erreicht, eine ausgeklügelte Technologie und bereits eine wichtige Auszeichnung einheimsen können. Es bespielt einen Markt, in dem nicht nur die CleanThinking-Redaktion enormes Potenzial für die Zukunft sieht: Smart Home. „Smart Home“, „Smart Building“ und „Smart Grid“ sind Schlagworte dieser Zeit. Unsere Zukunft scheint also smart zu werden?

Die Antwort lautet: Ja. Viele große Namen – darunter RWE und LG – haben den Markt schon entdeckt und intelligente Lösungen für die eigenen vier Wände entwickelt. Auch im Rahmen der jüngst stattgefundenen Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas war das Thema relevant. Umso erfreulicher finden wir als Redaktion, dass ein junges CleanTech-StartUp sich in den Wettbewerb begibt und ein Konzept vorstellt, dass herstellerunabhängig und mit bestehenden Strukturen funktioniert.

Das Konzept eines intelligenten Gebäudes bzw. einer smarten Wohnung muss also nicht unbedingt mit baulichen Maßnahmen einhergehen – auch eine intelligente Steuerung gegebener Bedingungen kann zu erheblichen Energieeffizienzeffekten führen. Das beweist unser CleanTech-StartUp der Woche und der folgende Beitrag…

tado°: Fakten zum Startup der Woche

Würdiges Startup der Woche bei Cleanthinking: tadoDas Technologie-StartUp wurde 2011 gegründet.“tado° ist unsere Antwort auf steigende Heizkosten und eine moderne und umweltbewusste Lebensweise“, erklärt Unternehmensgründer Christian Deilmann, „Mithilfe von tado° kann jeder einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und dabei bares Geld sparen – und das bei mehr Komfort.“ Das Startup entwickelt und vertreibt eine Heizungsregelung, die das Internet und mobile Endgeräte nutzt, um auf Benutzerverhalten zu reagieren. Durchschnittlich sollen mit dieser individualisierten Heizungssteuerung 27 Prozent der Heizenergie eingespart werden.

Ein Drittel der weltweit verbrauchten Energie wird zum Heizen und Kühlen von Gebäuden eingesetzt. Die Technik, die heimische Temperaturen reguliert, ist teilweise veraltet und arbeitet nicht intelligent. Genau an dieser Stelle setzt tado° an. „Keine der am Markt erhältlichen Lösungen hat uns überzeugt. Wir waren auf der Suche nach einer Lösung, die sich in Design und Funktion perfekt dem Leben der Menschen anpasst und nicht umgekehrt“, so fasst Mitgründer Johannes Schwarz die Motivation des Gründerteams zusammen. Mit einer modernen, smarten Technologie soll keine unnötige Energie mehr verschwendet werden.

Dazu entwickelt das tado°-Team eine neue Hard- und Software. Eine maximale Benutzerfreundlichkeit soll garantiert werden. Das heißt, eine einfache, elegante und intuitive Lösung bereit zu stellen. Wie das funktionieren soll? – Diese Antwort folgt später.

In der Kategorie „Bestes Startup 2012“ wurde tado° bereits mit dem SmartHome Deutschland Award ausgezeichnet. „Das bestätigt uns, dass wir mit unserer innovativen Idee auf dem richtigen Weg sind“, erklärt Stefanie Sedlak, verantwortlich für PR und Marketing. Durch die Patenschaft der Deutschen Telekom durfte sich tado° über eine Förderung in Form einer gemeinsamen Produktentwicklung freuen. Ein Fun-Fact zwischendurch: Der Unternehmensname leitet sich aus den beiden japanischen Begrüßungsformeln „tadaima“ und „okeari“ ab. Das bedeutet so viel wie „Ich bin wieder zuhause“ und „Schön, dass du da bist.“

Am Firmenstandort München wird seit rund zwei Jahren die Entwicklung von tado° vorangetrieben. Es wird Wert darauf gelegt, dass verschiedene Abteilungen wie technische Entwicklung, Design, Vertrieb und Kundenservice gemeinsam unter einem Dach aktiv am tado°-Erfolg arbeiten. Lediglich die Produktion der Hardware ist an den Ammersee – südlich von München – ausgelagert.

Wer sich hinter tado verbirgt

Das Team von tado von links: Deilmann, Sawadski, von Bismark, Schwarz
von links: Deilmann, Sawadski, von Bismark, Schwarz

Das Gründerteam der tado° GmbH besteht aus Christian Deilmann (CEO), Johannes Schwarz (CTO) und Valentin Sawadski (Head of Embedded Software). Seit Februar 2012 erweitert Leopold von Bismarck das tado°-Management als CMO.

Das Team möchte dazu beitragen, dass Ressourcen nicht mehr unnötig eingesetzt werden. Dabei ist ihnen durchaus bewusst, dass Nutzer oft nicht das Wissen oder Interesse haben, genau zu verstehen, wie ihre Heizung denn nun eigentlich funktioniert. „Hier anzusetzen und einen wichtigen Beitrag zur Energiewende zu leisten, war unsere Hauptmotivation für die Entwicklung von tado“, berichtet Deilmann.

Nutzern soll ein mobiler, unkompliziert und intuitiv bedienbarer  Assistent zur Seite gestellt werden, der die Heizungsleistung managt. Um dies zu gewährleisten wurde von Anfang an mit reellen Nutzern zusammengearbeitet: Etwa ein Jahr lief tado testweise bei so genannten Beta-Kunden. Seit November 2012 ist der persönliche Heizmanager nun offiziell erhältlich.

„Es gab einen enormen Ansturm auf unser Produkt und das nicht nur aus Deutschland“, beschreibt Stefanie Sedlak von  tado°, „Es sind auch viele Anfragen aus dem Ausland bei uns eingegangen.“ Doch wie funktioniert das System genau?

Die erste Heizungsregelung, die sich automatisch dem Tagesablauf der Bewohner anpasst

Wieso tado Startup der Woche im Cleantech-Sektor wurdeDas CleanTech-StartUp der Woche verspricht: tado° passt sich der jeweiligen Wohnung, dem persönlichen Tagesverlauf und dem Wetter an. Das händische Programmieren von An- oder Abwesenheitszeiten entfällt. Die zum Patent angemeldeten Algorithmen sorgen selbstständig dafür, dass sich die Heizleistung dem Bedarf des Nutzers anpasst. Automatisiert wird für jeden Haushalt ein Gebäudemodell erstellt. Wenn der Nutzer die Wohnung verlässt senkt tado die Temperatur und heizt entsprechend rechtzeitig vor der Rückkehr auf einen nutzerdefinierten Wert auf. Auch aktuelle Wetterinfos aus dem Internet werden vom intelligenten Heizassistenten berücksichtigt.

Die Cloud-Strategie von tado

tado° verfolgt eine Cloud Strategie. Alle Benutzeroberflächen sind webbasiert und können vom Smartphone, PC oder Tablet bedient werden. Im Gegensatz zu anderen Herstellern verzichtet das StartUp der Woche auf zusätzliche, stationäre Displays im Wohnraum. Eine App dient als Kommunikationstool zwischen den Nutzern und  tado. Durch diese ist jederzeit nachvollziehbar, was der Heizassistent gerade veranlasst – gegebenenfalls kann der Nutzer manuell in den Prozess eingreifen. Theoretisch ist dies jedoch nicht notwendig, denn durch die App weiß  tado°, wann der Nutzer sich von seiner Wohnung entfernt oder sich ihr nähert.

Laut Unternehmensangaben lässt sich die 10 mal 10 Zentimeter große, weiße und flache  tado Box selbstständig mit wenigen Handgriffen installieren. Laut Unternehmensangaben lässt sich die 10 mal 10 Zentimeter große, weiße und flache  tado Box selbstständig mit wenigen Handgriffen installieren. Sie ist völlig unabhängig von Energieträger und Art der Heizung. Egal ob Gas-, Öl-, Pellet-, Hackschnitzelheizungen oder Wärmepumpen – tado ist die hersteller-unabhängige multi-kompatible intelligente Regelung. Sie wird nicht an die einzelnen Ventile der Heizkörper angeschlossen, sondern ersetzt je nach Heizsystem entweder ein Wandthermostat oder wird direkt an die Therme angeschlossen. Über den heimischen Internetanschluss verbindet sich die Box mit  tado und dem eigenen Smartphone. Die Datenkommunikation erfolgt vollständig verschlüsselt. Dies wird durch Sicherheitsstandards garantiert, die auch beim Online-Banking zum Einsatz kommen.

Jedem Nutzer soll ermöglicht werden, bewusster zu leben und mit Energie umzugehen. Mit der intelligenten Heizregelung möchte das CleanTech-StartUp der Woche einen Grundstein für ein ganzheitliches Energiemanagement der Zukunft legen. Energieverbrauch und -produktion sollen optimal aufeinander abgestimmt werden. Das Unternehmen sieht die tado Box daher als wichtigen Schritt in Richtung der Integration von Gebäuden in das Smart Grid.

Stefanie Sedlak erklärt, dass das Startup tado noch nicht am Ende seiner Träume angelangt ist: „Wir entwickeln unser Produkt natürlich ständig weiter, um unseren Kunden den bestmöglichen Service bieten zu können. Wir sind begeistert von dem regen Feedback unserer Kunden, das wir natürlich auch in unseren Produktentwicklungsprozess einfließen lassen.“ Um diese Weiterentwicklung kümmert sich ein ständig wachsendes, junges und internationales Team. Dieses ist davon überzeugt, dass man komfortabel leben und dennoch verantwortungsbewusst handeln kann.

Wie es weiter geht

Steuerung der Heizung mit dem Smartphone: Die App von tado ermöglicht es„Unser Hauptprojekt ist es natürlich auch weiterhin den Leuten zu zeigen und sie davon zu überzeugen, dass Energieeffizienz nicht kompliziert sein muss, sondern sogar Spaß macht. Zudem streben wir Partnerschaften mit Unternehmen ähnlicher Motivation an. Mehr können wir aktuell noch nicht verraten“, erklärt Stefanie Sedlak, „Einer unserer nächsten Meilensteine ist der Launch unseres Systems mit Temperatursensor für kompatible Haushalte, die kein zentrales Raumthermostat haben. Zudem werden wir voraussichtlich Anfang Februar die von unseren Kunden sehnlichst erwartete Reportingfunktion in der tado App zur Verfügung stellen.“ Es wird also fleißig weiter entwickelt in unserem Cleantech-Startup der Woche.  Die Cleanthinking-Redaktion freut sich darauf, auch in Zukunft über tado berichten zu können.

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