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Technologie der Energiewende: Strohbefeuertes Heizkraftwerk im Emsland entsteht

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Technologie der Energiewende: Strohbefeuertes Heizkraftwerk im Emsland entsteht
Von l. n. r.: B. Köneke (Flick Wirtschaftsprüfergesellschaft); D. Waller (Oldenburgische Landesbank); J. Møller (Burmeister &WainEnergy AS); M. Schonert (Emsland Group); C. Andreasson (Burmeister &WainEnergy AS); M. Passini (Burmeister &WainEnergy AS) ; R. Knieper (BE Bioenergie); W. Pieper (BE Bioenergie); C. Trifone (Burmeister &WainEnergy AS); H. Eilting (Emsland Group)

CleanTech, Energiewende News / Emlichheim. In Emlichheim entsteht ein in Deutschland in dieser Form und Größenordnung bislang einmaliges strohbefeuertes Heizkraftwerk. Die Anlage der BEKW Bioenergiekraftwerk Emsland GmbH & Co. KG ist für ca. 13 MW Megawatt Bruttostromleistung und 49,8 Megawatt Feuerungswärmeleistung konzipiert. An die benachbarte Stärkefabrik der Emsland Group werden Prozesswärme und Hochtemperatur-Dampf geliefert. Einen weiteren Baustein dieses hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungskonzepts bildet ein Nahwärmenetz, das Liegenschaften in der Gemeinde Emlichheim mit umweltfreundlicher und klimaschonender Wärme versorgt. Insgesamt wird so eine Primärenergieausnutzung von etwa 80 – 90 Prozent erreicht.

Äußerlich ist der Baufortschritt schon von weitem sichtbar: Die Stahlkonstruktionen der Gebäudehüllen von Kesselhaus, Technikgebäude und Strohlagerhalle sind weitgehend fertiggestellt. Querverstrebungen und Dachträger sind eingezogen worden, der größte Teil der Fassadenprofile ist ebenfalls montiert. Auch im Kraftwerksinneren geht es zügig voran. Der Einbau der Rauchgasreinigungsanlage und die Montage der Wasseraufbereitungsanlage sind so gut wie abgeschlossen. Das Herzstück der Anlage ist ein speziell in Dänemark für die Strohverbrennung entwickelter Vibrationsrost. Dieser wurde von dem Kooperationspartner der BE Bioenergie, der dänischen Burmeister WainEnergy AS, geliefert. Mit Lastkränen und Hubwerken wurde diese ca. 15 Tonnen schwere Kraftwerkskomponente im Juni in das Kesselhaus eingebracht.

Große Zufriedenheit herrscht bei BEKW mit der Nachfrage nach Lieferung von Wärme aus dem Heizkraftwerk. Auch das Nahwärmenetz befindet sich im Bau, so dass pünktlich mit der Inbetriebnahme Ende des Jahres auch die Versorgung eines Teils der Bewohner und öffentlichen Einrichtungen mit umweltfreundlicher Wärme starten kann. Um dem stetig wachsenden Interesse aus der Bevölkerung nachzukommen, bietet die BEKW ab sofort regelmäßig Führungen über die Kraftwerksbaustelle an.

DBFZ: 8 bis 13 Mio. Tonnen Stroh

Nach einer aktuellen Studie aus dem Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) in Leipzig stehen deutschlandweit jährlich 8,0 bis 13,0 Mio. Tonnen Stroh für eine nachhaltige Erzeugung von Bioenergie zur Verfügung. Mit diesem Potential könnten weit über 100 dezentrale Heizkraftwerke vom Typ Emlichheim langfristig betrieben und bis zu 13 Millionen Tonnen klimaschädliches CO2 pro Jahr eingespart werden. Das Emlichheimer Projekt ist ein erster, wegweisender Meilenstein auf den Weg zur Erschließung dieses bislang weitgehend ungenutzten Energiepotentials in Deutschland.

Mehr als 6 Millionen Euro steuert der Bund zum Gelingen dieses Pilotprojekts bei. Davon kommen 5 Millionen aus dem Umweltinnovationsprogramm des Bundesumweltministeriums (BMU) für das Kraftwerk selbst, bis zu 1 Mio. aus dem KfWProgramm „Erneuerbare Energie Premium“ für den Ausbau des Nahwärmenetzes und noch einmal 257.000 Euro für ein begleitendes Messprogramm, ebenfalls aus den Mitteln des BMU. Diese Gelder sind für die öffentliche Hand gut angelegt, die die Mittel durch Steuereinnahmen und vermiedene Sozialleistungen mehr als zurückholen wird. Die Gesamtinvestitionen des Vorhabens betragen rund 56 Mio. Euro.

Im Verbund mit dem fluktuierenden Wind- und Sonnenenergieangebot kann die Bioenergie als speicherbarer und bedarfsgerecht einsetzbarer Erneuerbarer Energieträger einen hohen Beitrag dazu leisten,mit Hilfe einer nachhaltigen, dezentralen Energieversorgung auf der einen Seite Klima und Umwelt auf der anderen die Geldbeutel der Verbraucher zu schonen.

Worthy

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