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Tesla schafft Rekord-Auslieferungen und plant weitere Expansion

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Im dritten Quartal 2020 lieferte Tesla 139.300 Elektroautos aus / Gerüchte über Expansion nach Indien und Indonesien

Tesla hat im vergangenen Quartal Rekord-Auslieferungen geschafft und die Erwartungen der Wallstreet leicht übertroffen. Der Autobauer lieferte 139.300 Elektroautos aus – und produzierte 145.036. Damit steht Tesla an der Spitze der globalen Automobilindustrie, die sich im September teilweise von der Corona-Krise erholte. Doch die Kalifornier möchten nicht nur ihr Jahresziel von 500.000 Fahrzeugen erreichen – sondern führen bereits Gespräche für die weitere Expansion.

Als Tesla im Jahr 2014 verkündete, im Jahr 2020 500.000 Elektroautos auf die Straße bringen zu wollen, wurden Elon Musk und sein Team mehr oder weniger belächelt. Einige hielten die Prognose auch für kühne Spinnerei.

Tesla-Folie aus dem Jahr 2013
Punktlandung voraus? 500.000 Tesla-Elektroautos waren für 2020 „angekündigt“.

Sechs Jahre später sieht die Realität ganz anders aus: Tesla hat gerade in einem schwierigen Marktumfeld 139.300 Elektroautos im dritten Quartal 2020 ausgeliefert. Bedeutet: Es fehlen noch 180.000 Fahrzeuge, um das schon 2013 anvisierte Jahresziel von 500.000 E-Autos zu erreichen.

Dank folgender Maßnahmen erscheint das Ziel erreichbar, wenn nicht unvorhergesehene Werksschließungen durch die Pandemie kommen: Tesla hat nach dem Batterie-Wechsel auf Lithium-Eisenphosphat-Zellen im Model 3 in China den Preis (für Standard-Range und Long Range) deutlich gesenkt (vgl. Cleanthinking-Artikel „Wechsel zu CATL“).

Dazu hat Tesla in der chinesischen Gigafactory ab Anfang Oktober den Drei-Schicht-Betrieb eingeführt. Und ein weiterer Faktor: Mit dem Model Y kommt im Land der aufgehenden Sonne ein weiteres Fahrzeug-Modell auf den Markt. Mit ersten Auslieferungen ist im vierten Quartal zu rechnen.

In Europa fährt das Tesla Model 3 in vielen Märkten dominant an die Spitze der Elektroauto-Charts – so beispielsweise in Deutschland oder der Schweiz. Das Potenzial wird Tesla erst ausschöpfen, wenn die Gigafactory 4 Berlin fertig ist – aber bis Jahresende ist mit weiter straffen Auslieferungszahlen in Europa zu rechnen – trotz des aufwändigen Imports der Fahrzeuge aus den USA oder künftig auch aus China.

In den USA schließlich zieht der Automarkt wieder an – ein gutes Zeichen für Tesla, im Heimatmarkt keinen Nachfragerückgang erwarten zu müssen. Die Entscheidung Kaliforniens, ab 2035 keinerlei Verbrenner mehr zuzulassen – weder als PKW noch als Nutzfahrzeug – könnte eine Sogwirkung auslösen. Andere Bundesstaaten dürften mit ähnlichen Regelungen folgen.

Die Wahl zum amerikanischen Präsidenten ist für Tesla ein Stückchen weniger relevant geworden, weil neuerdings auch Präsident Donald Trump Elektroautos unterstützt. Die klaren Pläne und Milliarden-Investitionen, die Herausforderer Joe Biden versprochen hat, würden dem Autobauer aber sicherlich trotzdem einen Push geben. Das Wichtigste aber ist: Dass es zu einem geordneten Übergang zu einer neuen Regierung und der Amtseinführung des Präsidenten im Januar kommt.

Globale Expansionspläne: Indien und Indonesien?

Schon längere Zeit möchte Tesla nach Indien kommen, um dort Elektroautos zu verkaufen. Allerdings stand dem bislang relative strikte Regulierung mit Zöllen und Steuern im Weg. Der südindische Bundesstaat Karnataka tut derzeit alles, um Tesla ins Land zu holen: So entstand eine Förderpolitik für Elektroautos und Energiespeicherung in Verbindung mit Steuerbefreiungen.

Tesla-CEO Elon Musk hatte zuletzt Interesse signalisiert, ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Indien zu errichten. Erst vor wenigen Tagen versicherte Musk nun, Tesla werde auf alle Fälle in 2021 nach Indien kommen. Im Zuge eines Investments steht auch die Entwicklung eines für den indischen Markt optimierten, kleinen Elektroautos an – möglicherweise in Verbindung mit einer Gigafactory.

Mit seinem Ökosystem für Elektrofahrzeuge hat der Bundesstaat bereits Unternehmen wie Ola Electric, Sun Mobility oder Ather angelockt – auch globale Autobauer wie Toyota und Zulieferer wie Bosch haben längst in Indien Fuß gefasst. Kein Wunder: Es wird erwartet, dass der indische Markt, der mit drei Millionen Elektrofahrzeugen heute noch bescheiden ist, bis 2030 um das acht- bis zehnfache wachsen wird.

Nickel aus Indonesien?

Während Teslas langfristiges Ziel für 2020 war, 500.000 Fahrzeuge auszuliefern, hat Elon Musk beim Battery Day nun 20 Millionen Elektroautos bis 2030 in Aussicht gestellt. Dafür braucht der Technologiekonzern, der die Mission hat, den Übergang zu erneuerbaren Energien massiv zu beschleunigen, vor allem eines von extern: Rohstoffe.

Kein Wunder also, dass nach dem zuletzt abgeschlossenen Lithium-Deal und der Ankündigung, künftig selbst ins Mining-Geschäft einsteigen zu wollen, immer weitere Gerüchte auftauchen. Teslarati berichtet beispielsweise davon, dass neben Giga Metals und Canada Nickel auch das brasilianische Cleantech-Unternehmen Vale SA Gespräche mit Tesla aufgenommen habe.

Und: Offenbar gab es eine formlose Anfrage von Tesla über die Zusammenarbeit mit der indonesischen Regierung zum Thema Nickel. Das berichtet u.a. Reuters. Während ein Regierungsbeamter beginnende Gespräche bestätigte, gilt Indonesien als einer der größten Nickelproduzenten der Welt. Allein in diesem Jahr wird die Kapazität gegenüber dem Vorjahr (550.0000 Tonnen) um 46 Prozent ausgebaut. Allerdings gibt es immer wieder Umweltschutzbedenken, weil Abfälle im Meer landen.

All diese Bestrebungen zeigen, dass Teslas Expansion noch lange nicht abgeschlossen ist. Klar, wer 20 Millionen Fahrzeuge pro Jahr verkaufen will – und dabei Wert auf seinen ökologischen Fußabdruck legt – muss direkt in den wichtigen Märkten präsent sein.

Indien gehört von den Stückzahlen und den Wachstumsaussichten dazu, allerdings passt das Premium-Angebot von Tesla noch nicht so richtig auf den dortigen Markt. Ein Kleinfahrzeug würde das als Ergänzung ändern.

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