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Tesla will ab Mai Model Y-Prototypen in Grünheide produzieren

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Mit der Baugenehmigung für die Gigafactory Berlin ist nicht vor Ende März zu rechnen.

Es klingt mittlerweile ausgesprochen verrückt: Tesla hält am eigenen Zeitplan für die Produktion des Model Y in der Gigafactory in Grünheide ganz offenbar weiterhin fest, obwohl selbst der brandenburgischer Wirtschaftsminister von deutlicher Verzögerung gegenüber dem Zeitplan von Tesla ausgeht. Wie teslamag.de heute berichtet, geht aus einer aktuellen Ausschreibung hervor, dass der Autobauer mit im Mai 2021 mit der Prototypen-Produktion in der Giga Berlin beginnen möchte.

Mit dem Start der Serienfertigung wäre dann einige Monate danach, eventuell ab Juli oder August zu rechnen. In der Ausschreibung, auf die sich das Magazin beruft, geht es um die Suche nach einem oder mehreren Logistik-Anbietern für Materiallieferungen. Einer der Kandidatenfür die Logistik-Dienstleistung ab zirka Mai 2021: Die Deutsche Bahn.

Konkret umfasst die Ausschreibung den Transport per Schiene (zuvor eventuell per Schiff) bis zu Bahnhöfen in der Nähe der Gigafactory – und anschließend per Lastwagen ins Werk. Gegenstand der Lieferungen können Material und Teile für die Produktion des Model Y in Containern sein – womöglich geht es um die Lieferung von Teslas Batterie-Zellen (4680er aus Fremont?) oder Batteriepacks aus den USA nach Deutschland.

Trotz aller Möglichkeiten echter Verzögerungen: Das, was Tesla bislang in Grünheide erreicht hat, galt lange als unvorstellbar. Insofern ist auch der Start der Serienproduktion im Juli nicht auszuschließen, wenn mit ähnlichem Enthusiasmus weitergearbeitet wird. Risiken sind aber vorhanden, wie auch ZEIT Online berichtet – Fledermäuse, Grundwasserschutz oder Schlingnattern sorgen für Diskussionen und Aktivität, die Tesla sich sicherlich eher nicht gewünscht hätte.

Das wahrscheinlich Handfesteste Problem? Wegen der Corona-Pandemie kam es viel später als geplant zur Anhörung der Kritiker. Bürgerinitiativen, Anwohner oder Naturschutzverbände brachten 416 Einwände zu Protokoll. Dieses wurde mit 1.322 Seiten erst im Januar fertig, und muss seitdem Schritt für Schritt abgearbeitet werden. Bis alle Bedenken mit deutscher Gründlichkeit aus dem Weg geräumt sind, wird noch mindestens einen Monat vergehen. Aber selbst eine Erteilung der endgültigen Baugenehmigung im April wäre das Ergebnis eines rasanten Prozesses: Wirtschaftsminister Jörg Steinbach hatte die ursprünglich erst für November 2021 in Aussicht gestellt.

Indes schafft Tesla weiterhin Fakten, weil das zuständige Ministerium schon neun Sonderzulassungen erteilt hat. Bedeutet, dass neben den ersten Maschinen auch immer mehr Gebäudeteile fertig werden – ein vollständiger Rückbau erscheint zunehmend unwahrscheinlich.

Teslas Konkurrenz erwacht – gerade in Europa

Für Tesla zählt letztlich jeder Tag, um die Elektroauto-Verkäufe in Europa durch Einführung des Berlin-Brandenburger Model Y vorantreiben zu können. Erst dann wird sich zeigen, wie stark die Marke auf dem Kontinent mittlerweile wirklich ist – denn die Konkurrenz mit dem ID.4, dem Skoda Enyaq oder dem Hyundai IONIQ 5 schläft nicht mehr, sondern wacht zunehmend auf.

Größter Engpass für Tesla ist im Augenblick augenscheinlich aber die Zellproduktion: Aus der Pilotlinie in Fremont kommen bislang wenige Zellen in der erhofften Qualität, glaubt man Insider-Gerüchten. Gut, dass LG kürzlich angekündigt hat, identische Zellen in Südkorea herstellen zu wollen. Das senkt Teslas Risiko auf weitere Verzögerungen in Richtung Model S Plaid+, Semi-Truck und Tesla Roadster – und natürlich im Hinblick auf das europäische Model Y.

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