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Thüga-Gruppe schlägt neues Strommarktdesign vor

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In den kommenden Wochen wird heftig über ein neues Marktdesign des Strommarktes in Deutschland diskutiert werden. Mehrere Verbände, Unternehmen und Parteien haben hierfür Konzepte angekündigt, u.a. der Verband kommunaler Unternehmen und die Thüga-Gruppe. Die Vorschläge der Thüga liegen inzwischen vor. Ziel ist es, gegenüber dem bestehenden System Kostenvorteile zu erzielen und eine bessere Steuerung der Energiewende zu ermöglichen.

So stellt sich die Thüga-Gruppe den künftigen Strommarkt vor.
So stellt sich die Thüga-Gruppe den künftigen Strommarkt vor.

Cleantech und Energiewende Magazin / München. Die Thüga-Gruppe hat Vorschläge für ein neues Strommarktdesign entwickelt. Als Marktdesign wird das Zusammenwirken der Gesetze und Regeln beschrieben, die für alle Teilnehmer des Strommarktes gelten. Dieser Ordnungsrahmen – zu dem auch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zählt – ist wesentliche Grundlage für Investitionsentscheidungen in Erzeugungsanlagen.

„Wir sind der Überzeugung, dass das bestehende Marktdesign mit seinen langfristig angelegten preisbasierten Einspeisevergütungen für Erneuerbare Energien und dem auf Grenzkosten ausgerichteten „Energy-Only-Market“ für konventionelle Kraftwerke nicht geeignet ist, um die Energiewende zu realisieren. Das war für uns der Auslöser, ein neues Marktdesign zu entwerfen, das gegenüber dem bestehenden Kostenvorteile bietet und eine bessere Steuerung der Energiewende ermöglicht“, so Ewald Woste, Vorsitzender des Vorstandes der Thüga Aktiengesellschaft.

Umbau der Erneuerbaren Energien Förderung notwendig

Im Gegensatz zur bisherigen Förderung des EEG je produzierter Kilowattstunde Strom, führt in dem „Integrated-Market-Model“ der Staat Auktionen zum Bau von Windkraft- und Photovoltaikanlagen durch. Dieses wettbewerbliche Verfahren versetzt den Staat in die Lage, den Zubau der Erneuerbaren Energien und damit die Geschwindigkeit der Energiewende exakt zu steuern. Die Gewinner der zeitlich gestaffelten Auktionen erhalten einen Investitionskostenzuschuss zum Bau der Anlagen.

Im Gegenzug bieten diese ihre Produktion gegen Grenzkosten auf dem Markt für elektrische Arbeit an. Somit würden auf dem Arbeitsmarkt dauerhaft die Anlagen bevorzugt eingesetzt, die in der jeweiligen Situation die niedrigsten variablen Kosten haben. Dies sind in vielen Stunden des Jahres Wind- und Photovoltaikanlagen. Dieses Vorgehen erhöht die Systemstabilität, da die Anlagenbetreiber – bei Marktpreisen unter ihren Grenzkosten – dann auch ihre Erzeugung dem Bedarf anpassen.

Versorgungssicherheit basiert auf installierter gesicherter Leistung

Trotz des zunehmenden Ausbaus der Stromerzeugung aus Wind und Sonne werden aber weiterhin Kraftwerke benötigt, die die Versorgungssicherheit garantieren, wenn Sonne und Wind nicht zur Verfügung stehen. Die Vorhaltung und der Betrieb dieser konventionellen Kraftwerke kann jedoch nicht aus den wenigen Stunden im Jahr finanziert werden, in denen sie Strom erzeugen. Daher erhalten die Betreiber dieser Kraftwerke – dies können auch Biomassekraftwerke sein – ein Entgelt für die Bereitstellung von Leistung. Durch diese Kapazitätszahlungen ist dauerhaft die Versorgungssicherheit gewährleistet. Im Gegensatz zu allen bisher diskutierten Modellen eines Kapazitätsmarktes, stellt das „Integrated-Market-Model“ der Thüga-Gruppe den Verbraucher in eine starke Nachfrageposition. Er bestimmt, welche Leistung für ihn dann vorzuhalten ist, wenn weder Wind- noch Sonnenstrom zur Verfügung stehen. Aus Sicht der Thüga-Gruppe kann der Kunde so nicht nur über seinen Verbrauch, sondern auch über die von ihm bestellte Mindestleistung unmittelbar Einfluss auf die Höhe seines Strompreises nehmen.

Wettbewerbselemente ermöglichen effiziente Umsetzung

„Wir haben uns bewusst für ein Design entschieden, das viele marktwirtschaftliche Elemente enthält“, zeigt sich Woste zuversichtlich. „Mit unserem Vorschlag wollen wir die Diskussion über die Ausgestaltung des zukünftigen Energiemarktes beflügeln. Alle Teilnehmer und Beobachter des Energiemarktes sind eingeladen, das vorgelegte Modell zu prüfen, eventuelle Schwachstellen zu identifizieren, Optimierungsansätze zu formulieren und konstruktiv an einem neuen Energiemarktmodell zu arbeiten.“

Dieser Dialog muss aus Sicht der Thüga dringend geführt werden, da das derzeitige Marktdesign zu erheblichen Verwerfungen führt. Das bestehende EEG hat zu einem ungesteuerten Ausbau von Wind- und Photovoltaikanlagen geführt, der mit erheblichen finanziellen Belastungen für die Verbraucher verbunden ist. „Das EEG hat in den zurückliegenden Jahren Pionierarbeit ermöglicht. Wir erreichen jetzt aber Ausbau- und Finanzierungsdimensionen, die ein neues, effizientes Vorgehen erfordern“, so Woste. Gleichzeitig führen nach Ansicht der Thüga die bestehenden Regeln des „Energy-only-Marktes“ zu einer Erosion des bestehenden konventionellen Kraftwerksparks, die die Versorgungssicherheit gefährdet.

Umsetzung der Energiewende basiert auf einem neuen Marktmodell

Mit Ihrem „Integrated-Market-Model“ unterbreitet erstmals ein Marktakteur einen Lösungsansatz, in dem alle Erzeugungsformen eingebunden sind. „Dieser integrierte Ansatz ist die notwendige Basis für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende in den nächsten Jahrzehnten“, zeigt sich Woste überzeugt.

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1 Kommentar
  1. Tobias Schütt sagt

    Warum braucht man für den Ausgleich Kraftwerke, wenn es Speicher doch auch tun? Dann hätte man auch dann, wenn Wind und Sonne nicht scheinen, grünen Strom.

    (bezieht sich auf ZITAT:
    „Versorgungssicherheit basiert auf installierter gesicherter Leistung
    Trotz des zunehmenden Ausbaus der Stromerzeugung aus Wind und Sonne werden aber weiterhin Kraftwerke benötigt, die die Versorgungssicherheit garantieren, wenn Sonne und Wind nicht zur Verfügung stehen. Die Vorhaltung und der Betrieb dieser konventionellen Kraftwerke kann jedoch nicht aus den wenigen Stunden im Jahr finanziert werden, in denen sie Strom erzeugen. Daher erhalten die Betreiber dieser Kraftwerke – dies können auch Biomassekraftwerke sein – ein Entgelt für die Bereitstellung von Leistung. Durch diese Kapazitätszahlungen ist dauerhaft die Versorgungssicherheit gewährleistet.“)

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