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Elektroauto-Gerüchte #1: Treibhausgasemissionen von Elektroautos

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Wie hoch sind die Treibhausgasemissionen von Elektroautos wirklich – und wie steht es im Vergleich mit Dieselfahrzeugen und Benzinern aus?

In einer Serie wollen wir uns in Zukunft mit Elektroauto-Gerüchten beschäftigen. Denn gerade in Debatten im Internet werden viele solcher Gerüchte verbreitet und oft auf Basis falscher oder veralteter Zahlen – oder gar auf Basis gezielter Lügen – argumentiert. Heute geht es bei den Elektroauto-Gerüchten um die Treibhausgasemissionen von Elektroautos. Wie hoch sind diese wirklich?

Das Fraunhofer ISI hat die Treibhausgasemissionen von Elektroautos im Frühjahr diesen Jahres in einem Arbeitspapier der Wissenschaftler Martin Wietschel, Matthias Kühnbach und David Rüdiger untersucht. Dabei die Treibhausgasemissionen von Elektrofahrzeugen quantifiziert und ein Vergleich mit Diesel- und Benzinfahrzeugen aufgestellt.

Da die Sache durchaus komplex ist, wurde sehr differenziert darauf geschaut, wie der Strommix der Elektroautos sowohl bei der Produktion wie auch beim Laden aussieht. Gezielt wurden drei Fahrzeugklassen über die Nutzungsdauer zugrunde gelegt. Nämlich Kleinwagen, Mittelklasse und Oberklasse.

Ergebnis: Für alle drei Fahrzeugklassen und alle unterstellten Szenarien gibt es eine „sehr deutlich positive Treibhausgas-Gesamtbilanz von Elektrofahrzeugen.“

Selbst wenn man die Nutzung des deutschen Strommixes annimmt, betragen die Treibhausgasemissionen im schlechtesten Fall beim Vergleich mit einem Kleinwagen-Diesel 5 Tonnen CO2-Äquivalent, im günstigsten Fall gegenüber einem Oberklassen-Benziner 23 Tonnen. Die Einsparungen reichen je nach Fahrzeugklasse von 28 Prozent bis 42 Prozent.

Bei Klein- und Mittelklassefahrzeugen sind die Treibhausgas-Bilanzen „spätestens“ nach zwei bis drei Jahren positiv, d.h. die höheren Emissionen aus der Fahrzeugproduktion werden kompensiert. Anschließend spielt das Elektroauto bei den Treibhausgasemissionen seine Vorteile aus.

Klar ist aber: Je mehr mit Erneuerbaren Energien gefahren wird, umso überlegener sind Elektroautos bei den Treibhausgasemissionen. Damit lassen sich die Treibhausgasemissionen um zirka 70 Prozent in allen berechneten Fällen reduzieren.

Nur im Extremszenario liegen Verbrenner vorne

Insgesamt sind die Ergebnisse nach Einschätzung der drei Wissenschaftler vom Fraunhofer ISI „sehr robust“. Nur wenn man extremere Annahmen treffe, also beospielsweise sehr hohe Batteriekapazitäten mit geringer jährlicher Laufleistung kombiniert und lediglich einen sich kaum verbessernden Strommix ansetzen würde, kippe die Bilanz zugunsten von Benzin- oder Dieselautos. Bezieht man in einem solchen Extremszenario bie Batterien für Reichweiten von 650 km und 800 km mit ein, sind die THG-Emissionen der Batterieproduktion aufgrund der hohen Batteriekapazität so groß, dass der Dieselwagen gegenüber dem Elektrofahrzeug eine positive THG-Gesamtbilanz aufweist.

Wenn anstelle des deutschen Strommixes der Strom zu 100 % aus erneuerbaren Energien bereitgestellt wird, weist in beiden Fahrzeugklassen das Elektrofahrzeug eine sehr deutlich positivere Treibhausgasbilanz, auch bei sehr großen Reichweiten, auf. Damit sollten ein paar Elektroauto-Gerüchte zurecht gerückt worden sein…

Die Fraunhofer-Wissenschaftler (Download der Studie) haben in ihre Analyse sehr viele Aspekte rund um das Thema Treibhausgasemissionen von Elektroautos mit einbezogen. Daher sind die Ergebnisse glaubwürdig und zeigen: Das Elektroauto kann bereits beim heutigen Strommix zur Erreichung der Klimaziele beitragen – zumal viele Elektroauto-Besitzer in den Ausbau der Erneuerbaren Energien investieren. Am raschen Ausbau der Erneuerbaren Energien führt aber selbstverständlich kein Weg vorbei.

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