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Umweltbewusstes und energieeffizientes Wohnen mit Naturstoffen

Nachwachsende Baumaterialien spielen auch in der Großstadt eine immer größer werdende Rolle.

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Nachwachsende Baumaterialien spielen auch in der Großstadt eine immer größer werdende Rolle. Welche Vorteile haben ökologische Rohstoffe und wann kann man auch problemlos auf herkömmliche Methoden zurückgreifen? Und lassen sich konventionelle Immobilien auch nachträglich auf umweltfreundliche Art energieeffizienter gestalten?

CleanTech & Bau News/ Berlin. Bauen mit ökologischen Materialien ist nicht nur ein Thema für Naturfreaks und Besitzer von alten Bauernhöfen oder Fachwerkhäusern. Auch modernen Häusern stehen natürliche Werkstoffe, denn hier werden Lehm, Kalk, Hanf und Leinöl immer populärer. Nur weil diese Materialien seit Jahrhunderten im Hausbau verwendet werden, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht auch in unsere moderne Zeit passen. In Sachen gesundes Raumklima sind sie fast unschlagbar – im jahrhunderte-alten Fachwerkhaus ebenso wie in der neu gebauten Stadtvilla. Nachwachsende Rohstoffe tun aber nicht nur dem Raumklima etwas Gutes, sondern auch der Umwelt.

Holz – der Klassiker

Der Klassiker ist das Holzhaus, dessen Bauteile sich auf der Baustelle auf unkomplizierte Art miteinander verbinden lassen. Früher wurden die einzelnen Teile vor Ort zurechtgesägt, inzwischen werden sie industriell vorgefertigt. Ob das Holzhaus als solches auch von außen zu erkennen ist, entscheiden die Bauherren. Man kann sein Holzhaus auch mit Lehm oder Kalk verputzen, dann ist es für Außenstehende nicht mehr ohne weiteres als ökologisches Holzhaus erkennbar.

Ein weiterer Vorteil von Holzhäusern: Sie lassen sich auch von späteren Bewohnern nach deren Bedürfnissen gestalten, sprich leicht um- und anbauen. Das kommt auch Käufern von fertigen Immobilien entgegen. Wer beispielsweise über Immowelt ein Holzhaus in oder um Berlin kaufen will, kann dieses nachträglich relativ einfach individuell gestalten. Und auch konventionell gebaute Häuser lassen sich im Nachhinein mit Naturstoffen optimieren.

Lehm – der älteste Baustoff der Welt

Nachwachsende Rohstoffe können prinzipiell in nahezu allen Bereichen verbaut werden: Als Dämmmaterial, Fassadenverkleidung, Bodenbelag etc. Lehm beispielsweise ist der älteste Baustoff überhaupt. Im Verbund mit Stroh wurde er über Jahrtausende beim Hausbau verwendet. Als Fassadenverkleidung und Putz erlebt Lehm derzeit eine Renaissance. Das Besondere an Lehmputz als Baustoff ist seine Eigenschaft, durch die Aufnahme und Abgabe von Wasserdampf die Luftfeuchtigkeit zu regulieren. Das sorgt für ein angenehmes und gesundes Raumklima und eignet sich deshalb besonders in Räumen, in denen eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht, z. B. im Badezimmer.

Gemischt mit entsprechenden Farbpigmenten lässt sich mit dem Lehmputz auch Farbe in den Raum bringen, ohne anschließend Streichen zu müssen. Lehmwände müssen schließlich nicht langweilig aussehen, ganz im Gegenteil, Lehm kann durchaus elegant sein. Generell sollte man Lehmwände im Nachhinein nur mit Farben und Versieglungen streichen, die dessen Diffusionsfähigkeit nicht beeinträchtigen. Also besser den Fachmann befragen, bevor man sich ans Streichen macht.

Hanf – grüne Wärmedämmung

Die Wärmedämmung ist elementarer Bestandteil des energieeffektiven Bauens und Wohnens. Zum Dämmen von Außenwänden eignen sich nicht nur konventionelle Materialien wie Polystyrol und Zellulose, auch Naturstoffe haben hervorragende Dämmeigenschaften, allen voran Holz und Hanf. Im Sommer sind natürliche Stoffe in der Lage, die drückende Hitze länger aus den Innenräumen fernzuhalten als herkömmliche Stoffe. Hanfdämmstoffe sind außerdem deutlich klimafreundlicher, weil ihre Herstellung CO₂-neutral ist.

Wichtig bei Naturdämmstoffen: Es ist aufgrund der höheren Wärmeleitfähigkeit eine dickere Dämmschicht von Nöten. Manchmal ist das aus städtebaulicher Sicht aber nicht möglich. Weiterer Nachteil von Naturdämmstoffen: Die Anschaffungskosten. Viele Hausbesitzer nehmen das jedoch zugunsten des Nachhaltigkeitsaspektes und des ökologischen Gewissens in Kauf.

Achtung Allergiker – nicht jeder Naturstoff ist verträglich

Nicht alle Naturbaustoffe sind jedoch gesund, wie das Beispiel Asbest beweist. Naturbaustoffe, die Neubau, Sanierung und Restauration zum Einsatz kommen, sollten mit dem internationalen Prüfzeichen natureplus gekennzeichnet sein. Grundsätzliche sollten Allergiker zudem die Materialien auf individuelle Verträglichkeit testen. Nur so kann man sicher sein, dass man im ökologisch verträglichen Zuhause auch wirklich durchatmen kann.

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1 Kommentar
  1. Kai sagt

    Ein interessanter Beitrag! Ich selber liebe alte Fachwerkhäuser und freue mich darüber, dass diese dem Trend zu Naturstoffen als Baustoffen folgen. Allerdings denke ich, dass sich diese auch bei Neubauten und Sanierungen gut einsetzen lassen, um die Umwelt zu schonen. Auch, dass sich das Raumklima durch den Einsatz von Naturstoffen deutlich verbessern lässt, ist ein wichtiger Punkt.

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