Cleanthinking.de
Sauber in die Zukunft

Werbung

Unangekündigte Netzeingriffe: Verbraucherverbände fordern Alternativlösungen

0 125

Bundesverband Verbraucherzentrale und Verband Neue Energieanbieter schlagen marktwirtschaftliches Modell vor.

Der Energiemarkt muss in den kommenden Monaten deutlich umgebaut werden, um Fehlanreize und falsche Entwicklungen, die etwa durch das EEG entstehen, abzuändern. Das Bundeswirtschaftsministerium möchte unangekündigte Netzeingriffe der Übertragungsnetzbetreiber erlauben – um netzdienliche Flexibilität anzureizen. Die Bundesverbände Neue Energiewirtschaft und Verbraucherzentrale Bundesverband sehen Gefahren für Verbraucher und fordern marktwirtschaftliche Alternativ-Lösungen.

Die beiden Verbände haben eine Stellungnahme veröffentlicht (Download), in der sie begründen, weshalb sie unangekündigte Netzeingriffe kritisieren. Den Planungen des Bundeswirtschaftsministeriums zufolge solle der Stromverbrauch von flexiblen Energieverbrauchern wie Elektrofahrzeugen oder Wärmepumpen quasi willkürlich von den Netzbetreibern begrenzt werden können. „Strom ohne Unterbrechungen war für Verbraucher bisher die Norm. Unangekündigte Unterbrechungen sollen der neue Standard werden. Das ist keine gute Nachricht für private Verbraucher“, kritisiert Thomas Engelke vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

Um die Energiewende weiter zum Erfolg zu führen, ist Flexibilität auf der Nachfrageseite des Energiemarktes unbedingt notwendig, um Erneuerbare Energien kosteneffizient in den Markt integrieren zu können. Außerdem können dadurch Überlastungseffekte im Netz abgefedert werden, wenn etwa viele zeitgleich ihr Elektrofahrzeug aufladen möchten.

Die Herausforderung ist, ein Modell zu entwickeln, das diese beiden Zielvorgaben kundenfreundlich, kosteneffizient und mit möglichst geringem regulatorischem Aufwand umsetzt. „Der aktuell diskutierte Vorschlag zeigt, wie es nicht geht: Verbraucherbedürfnisse werden zurückgestellt und die wettbewerbliche Nutzung flexibler Lasten wird eingeschränkt. Alternativen wurden nur unzureichend geprüft“, so bne-Geschäftsführer Robert Busch.

Außerdem schlägt das Modell des Bundeswirtschaftsministeriums Änderungen der Netzentgelte für Klein- und Privatverbraucher vor. Eine Reform der Netzentgelte, ebenso wie der Umlagen und Abgaben, ist zwar dringend nötig. Das diskutierte Modell lässt nach Angaben der Verbände jedoch wichtige Anforderungen an die Netzentgeltsystematik, wie die Kostenreflexivität und damit bspw. die Einbindung von Eigenversorgern, weitestgehend unberücksichtigt und gehen für private Verbraucher in die falsche Richtung. Es seit nicht fair gegenüber unflexiblen Kunden.

bne und vzbv schlagen stattdessen einen wettbewerblichen Mechanismus, der das Optimierungspotential von flexiblen Energieverbrauchseinrichtungen aktiviert. Die Verbände schlagen deshalb vor, unverzüglich mit der Erarbeitung eines Zielmodells zu beginnen. Dieses soll Schritt für Schritt umgesetzt werden können, damit die Auswirkungen von getroffenen Änderungen evaluiert und entsprechend notwendige Anpassungen kostengünstig getroffen werden können. „Wir brauchen eine Übergangslösung, damit auch kurzfristig sämtliche neu entstehende Ladepunkte innerhalb kurzer Zeit an das Netz angeschlossen werden können“, unterstreicht Busch.

VG Wort Identifikation

Hinterlasse eine Antwort

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.