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Unternehmensnetzwerk für effizientes Elektroschrott-Recycling

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Laut der Novellierung der Richtlinie für Waste Electrical and Electronic Equipment (WEEE, EG-Richtlinie 2002/96/EG) müssen Händler kleinere Elektrogeräte ab sofort zurücknehmen. Die Neuregelung soll dabei helfen, in Zukunft noch mehr Elektroschrott zu sammeln. Dieser soll wiederverwertet werden, um so wertvolle Rohstoffe zurück zu gewinnen. Gesetzesänderungen und neue Anforderungen wie die Novellierung der WEEE-Richtlinie stellen Recyclingunternehmen jedoch vor wachsende Herausforderungen. Mit der Kooperation von renommierten Herstellern erprobter Aufbereitungs- und Recyclingverfahren im Netzwerk „Recycling Technologies Bayern“ stehen nun flexible und wirtschaftlich effiziente Antworten auf diese Herausforderungen zur Verfügung. Die Partner arbeiten dabei auch an Verfahren und Strategien, die nötig sind, um stets die aktuellen Standards mit größtmöglicher wirtschaftlicher Wertschöpfung zu erfüllen.

Cleantech und Recycling News / München. Dabei geht es um die Idee, in ständiger Kommunikation mit Partnerunternehmen mit unterschiedlichen Kompetenzen zu stehen, Kernkompetenzen zu bündeln und Synergien zu nutzen. Dadurch, dass die Netzwerkmitglieder in den jeweiligen Bereichen State of the Art Technologien beisteuern, wird eine für den Anwender maximal effiziente Aufbereitung von verschiedensten Abfallströmen erreicht. In Ländern, die aufgrund sich ändernder Rahmenbedingungen, sei es die Gesetzgebung oder ein wachsendes Abfallaufkommen, gezwungen sind, sich dem Wiederverwerten von Rohstoffen anzunehmen, kann auf bewährte Technik aus Bayern zurückgegriffen werden. Weltweit gelangen nach einer Schätzung der Vereinten Nationen immerhin nach wie vor durch nicht fachgerechte Entsorgung rund 40 Millionen Elektrogeräte in den Müll. „Im Netzwerk ist das entscheidende Know-how und die Technologie für die Lösung dieser Probleme an einem Tisch versammelt“, lassen die Unternehmen verlautbaren.

Im Austausch und der Kooperation mit anderen spezialisierten Unternehmen stellen sich die Netzwerkpartner nun bewusst für die zukünftigen Veränderungen der Branche, wie beispielsweise der Novellierung der WEEE-Richtlinie, und vor allem auch der Bedienung des europäischen und internationalen Marktes auf. Bis zum Jahr 2016 müssen die EU-Mitgliedstaaten 45 Tonnen Elektroschrott pro 100 Tonnen verkaufter Geräte und bis 2019 65 Prozent aller neu in den Markt gebrachten Elektro- und Elektronikgeräte wieder einsammeln. Hinzu kommt eine Verschärfung der Kontrollen bei der Ausfuhr von Elektroschrott, um den illegalen Export einzudämmen.

„Das ist in erster Linie natürlich positiv, weil so mehr Wertstoffe dem Recyclingprozess zugeführt und folglich auch weniger primäre Rohstoffe verbraucht werden“, so die Netzwerkpartner. „Allerdings heißt das natürlich ebenso, dass neue Recyclinganlagen mit verbesserten Technologien gebaut werden müssen, worauf wir als Netzwerk effektiver reagieren können als ein einzelnes Unternehmen.“ In Bezug auf die kürzliche Richtliniennovellierung bedeutet dies den Ausbau von Kapazitäten zur Rückgewinnung der einzelnen in Elektronikschrott enthaltenen Wertstoffe wie Kupfer, Stahl, Aluminium und Kunststoffe. Zukünftig werden aber auch die Edelmetalle und seltenen Metalle eine weitaus größere Rolle sowohl bei der Wertschöpfung als auch im Rahmen der nationalen Strategie der Rohstoffsicherung erhalten. Um systematisch an die bislang noch wenig genutzten Ressourcen wie Edelmetalle oder Kunststoffe zu gelangen, sind weitere Techniken und Prozesse erforderlich, die im Netzwerk vorhanden sind und derzeit im Verbund gezielt weiter entwickelt werden.

14 Unternehmen repräsentieren hochwertige Technologien „Made in Bayern“

„Um das Hauptziel der Kooperation, die nachhaltige Ressourcenrückgewinnung, verwirklichen zu können, gilt es international tatkräftig aufzutreten“, erklärt das Netzwerkmanagement von Recycling Technologies Bayern. Denn die deutsche und insbesondere auch bayerische Recyclingtechnologie ist im internationalen Umfeld führend. Dieser Vorsprung soll nun auch im Ausland bekannt gemacht werden, damit der Erhalt von wertvollen Rohstoffen und die Nutzung von Sekundärrohstoffen vorangetrieben werden kann. So will das Netzwerk das Thema Recycling einer breiten Öffentlichkeit stärker ins Bewusstsein rufen. Insbesondere Produkte aus dem Bereich Elektro- und Elektronikgeräte weisen einen bemerkenswerten Gehalt an wirtschaftlich bedeutenden Metallen und strategischen Rohstoffen auf, die noch vielfach verloren gehen.

„Ein gemeinsamer, starker Auftritt auf dem internationalen Parkett ermöglicht das Vermarkten und den Einsatz unserer Lösungen, die langfristig entscheidend für die Sicherung unserer Ressourcenzufuhr sind und auch hinsichtlich der Umwelt in anderen Ländern viel bewirken können“, so die Netzwerkpartner. Um die überaus vielfältigen und sehr individuellen Anforderungen bei der Rückgewinnung von Wertstoffen optimal bedienen zu können, sind die Kernkompetenzen unserer Mitglieder in verschiedenen technologischen Segmenten angesiedelt. „Wir legen Wert auf die Breite an Kompetenzen, die uns Synergien und wirkungsvolle Kooperationen ermöglichen“, so das Netzwerkmanagement, „gemeinsam stößt man bei der Vorstellung neuer Ideen auf ein größeres Interesse.“

Deshalb sind im Netzwerk neben den mechanischen und automatischen Aufbereitungstechniken chemische, biologische und thermische Verfahrenstechnik aber auch die entsprechenden Entwicklungs- und Engineeringleistungen vereint. Diese werden ergänzt um etablierte periphere Techniken wie Steuerung, Förderung, Lagerung oder Dosierung. Somit kann in den meisten Fällen die komplette Leistung zur Realisierung einer Recycling- und Aufbereitungsanlage zur Verfügung gestellt werden. Ob Elektronikschrott, die Shredder-Fraktionen SLF und SHF, Bauschutt, Kühlgeräte, Leiterplatten, Reifen, biologische und chemische Abfälle, Papier und Kartonagen, Glas oder Plastik – durch die Kooperation und den gemeinsamen Know-how-Pool kann eine Lösung für jedes Material angeboten werden.

„Nach Bedarf arbeiten unsere Mitglieder bei komplexeren Projekten und der Technikentwicklung eng zusammen und beliefern Auftraggeber unkompliziert wie aus einer Hand“, so das Netzwerkmanagement.

Hintergrund Recycling Technologies Bayern

Das Netzwerk Recycling Technologies Bayern wurde im Dezember 2010 gegründet. Die Kooperation ist auf alle Recyclingsegmente ausgerichtet, in denen auch seine Mitglieder tätig sind und deckt damit das gesamte Spektrum der Wiederverwertung ab. Ziel der Dachmarke ist es, die hochwertigen Technologien „Made in Bayern“ über die Landesgrenzen hinaus zu vermarkten und komplexe Aufgabenstellungen gemeinsam zu verwirklichen. Derzeit umfasst das Netzwerk 14 gleichberechtigte Mitglieder. In der Vergangenheit haben viele von ihnen schon gemeinsame Projekte verwirklicht und dabei gegenseitige Schnittstellen als Basis der Zusammenarbeit genutzt. Zuletzt bekamen die Finsterwalder Umwelttechnik GmbH & Co. KG und die Entsorgungstechnik Bavaria GmbH den Zuschlag für ein gemeinsames Projekt in Italien, bei dem es um die Wiederverwertung organischer Abfälle geht.

  • Die AVA-Huep GmbH u. Co. KG stellt Maschinen und Systemlösungen rund um die Kernkompetenz Mischen und Trocknen bereit.
  • Die Entsorgungstechnik Bavaria GmbH ist im Sektor Papieraufbereitung und -sortierung tätig und Anbieter von Verdichtungstechnik sowie Anlagen zur Altpapiersortierung und Restmüllaufbereitung.
  • BHS-Sonthofen GmbH bietet mechanische Verfahrenstechnik in den Geschäftsbereichen der Misch-, Zerkleinerungs- und Recyclingtechnik an. Dabei kommt komplette Anlagentechnik für eine Vielzahl an Recyclinganwendungen wie Elektroschrott und Kühlschrankrecycling zur Anwendung.
  • Das bifa Umweltinstitut GmbH ist ein anwendungsorientiertes Forschungs-, Entwicklungs- und Beratungsinstitut.
  • Die Finsterwalder Umwelttechnik GmbH & Co. KG bietet als Dienstleister folgende Anwendungen an: Biogasanlagen und -peripherie, SBR-Kläranlagen, Deponie und Altlasten sowie Software und Anlagensteuerung.
  • Die Erdwich Zerkleinerungssysteme GmbH ist in den Bereichen der Wiederaufbereitung und -verwertung von Wertstoffen, der Vernichtung von Sonderabfällen aller Art sowie des Zerkleinerns von Abfällen zur Volumenreduktion tätig. Zu den Fokusbereichen gehören die Aufbereitung von Kühlgeräten und Elektronikschrott.
  • ESTA Apparatebau GmbH & Co. KG ist eines der führenden Unternehmen im Bereich der Absaugtechnik.
  • Die hamos GmbH vertritt den Bereich der elektrostatischen Separation von Kunststoffgemischen, Altkabeln, Elektronikschrott, Verbundmaterialien und Mineralien sowie zur Abtrennung von Fremdstoffen aus Kunststoff, Lebensmitteln und anderen Materialien.
  • Die Hosokawa Alpine AG liefert Turn-Key-Systeme zur Feinmahlung von Pulvern, Granulaten sowie Slurries.
  • Huber Technik GmbH & Co. KG bietet Leistungen in der Fördertechnik und der Gummiherstellung.
  • Luft- und Thermotechnik Bayreuth GmbH produziert Anlagen zur nassen, trockenen und thermischen Rauchgasreinigung.
  • RUF Maschinenbau GmbH & Co. KG liefert Brikettieranlagen für die Bereiche Biomasse und Metall.
  • S+S Separation and Sorting Technology GmbH entwickelt, fertigt und vertreibt Detektoren, Separatoren und Sortiersysteme für die Bereiche industrielle Produktion und Recycling.
  • TRENNSO-TECHNIK Trenn- und Sortiertechnik GmbH realisiert Siebmaschinen, Trenntische, Windsichter, Dosier- und Fördersysteme. TST ist Spezialist für die Entwicklung individueller, kundenspezifischer Anlagen zur Aufbereitung von Elektronikschrott in seine Bestandteile.
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