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Vattenfall: CO2 hilft bei Erzeugung von Algenbiomasse

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Cleantech, Ressourceneffizienz News / Senftenberg. Es gibt Fortschritte beim von Vattenfall 2010 initiierten Algenaufzucht-Projekt „green MiSSiON“: Ein erster Transport von CO2 aus dem Kraftwerk Schwarze Pumpe hat am vergangenen Freitag die Algen-Forschungsanlage der Vattenfall-Tochter GMB GmbH in Senftenberg erreicht. Es stammt nach Angaben von Vattenfall aus der Oxyfuel-Forschungsanlage in Schwarze Pumpe, in der das CO2 aus Rauchgasen eines Braunkohlenkessels abgeschieden wurde. Im Rahmen von „green MiSSiON“ testen Vattenfall und GMB den Einsatz von abgeschiedenem Kohlendioxid aus Braunkohlenkraftwerksprozessen zur Vermehrung von Mikroalgen-Biomasse.

Hardy Russ, Vorarbeiter beim Vattenfall-Tochterunternehmen TSS, befüllt den stationären Tank (Quelle: Vattenfall)

Die Algenaufzuchtanlage in Senftenberg dient der Erforschung der Frage, ob Mikroalgen Braunkohlenrauchgas vertragen und durch die Aufnahme des Kohlendioxids einen Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emission von Braunkohlenkraftwerken leisten können. Ein zusätzlicher positiver Effekt ist dabei, dass das Algenwachstum durch CO2 und reichlich Sonnenlicht angeregt wird. Im Prozess der Fotosynthese wandeln die Mikroalgen so Kohlendioxid in wertvolle Biomasse um, die vielseitig einsetzbar ist.

Die Vattenfall-Tochter GMB hat zusammen mit dem Berliner Biotechnologie-Unternehmen FIM nach eigenen Angaben ein Verfahren entwickelt, in dem die Algenbiomasse zu einem proteinreichen Futtermittelzusatz aufbereitet wird. Weitere Verwendungsmöglichkeiten für Algenbiomasse liegen in der Pharmazie, der Kosmetikindustrie, als Nahrungsergänzungsmittel, in einer energetischen Nutzung und der Herstellung von Bio-Kraftstoff.

Stoffliche Verwertung von CO2 im Praxistest

„Die gute Qualität des CO2 aus der Pilotanlage in Schwarze Pumpe gibt uns die Möglichkeit, es punktuell auch für die stoffliche Nutzung einzusetzen“, sagte Hubertus Altmann, Vattenfall-Vorstand für das Ressort Kraftwerke am Freitag. „Wir werden in der Pilotanlage keine Massenproduktion von CO2 aufnehmen, dies liegt nicht im strategischen Focus von Vattenfall. Unser Augenmerk ist vielmehr darauf gerichtet, Forschungs- und Leuchtturmprojekte wie die Algenanlage der GMB mit CO2 zu beliefern. Damit verdeutlichen wir, dass für CO2 als ein natürliches Gas ein breites technisches Anwendungsspektrum erforscht werden soll.“

Ein Modul der Flachplatten-Airlift-Algenanlage in Senftenberg soll von nun an gleichmäßig mit CO2 aus Schwarze Pumpe beschickt werden. Ziel ist es, nachzuweisen dass Mikroalgen dieses Kohlendioxid gut vertragen und sich davon zu verstärktem Wachstum anregen lassen. Damit wäre erstmals die stoffliche Verwertung von CO2 aus der Oxyfuel-Forschungsanlage im direkten Praxistest gelungen.

1 Kommentar
  1. AlgaeObserver sagt

    “Die gute Qualität des CO2 aus der Pilotanlage in Schwarze Pumpe gibt uns die Möglichkeit, es punktuell auch für die stoffliche Nutzung einzusetzen”

    Interessant! Zwischen den Zeilen findet man hier eines der großen Probleme der Verwertung von „Emittenden-CO2“. Die direkte Nutzung von Abgasen schließt, auf Basis der aktuellen gesetzlichen Regelungen, meist eine Verwertung der Biomasse und Inhaltsstoffe im Bereich Futter- und Nahrungsmitteln aus. Diese Märkte sind jedoch leichter zu erreichen als Biokraftstoffe. Ob die Kombination der beiden Verfahren allerdings ökonomisch sinnvoll ist…?

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