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VDE: Handlungsbedarf bei Standardisierung des Smart Grids

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So sieht der VDE das Smart Grid der Zukunft
So sieht der VDE das Smart Grid der Zukunft

Das deutsche und europäische Stromnetz steht vor dem Kollaps: Grund ist der rasant steigende Prozentsatz an dezentralen Energiequellen wie Wind und Solar, die noch dazu schlecht prognostiziert werden können. Hinzu kommt das Zusammenspiel von Elektroauto, IT-, Strom- und Verkehrsnetz in der Zukunft. Die klassische, hierarchische Netzarchitektur sowie großen, zentralen Kraftwerken ist für starke Lastschwankungen oder gar für die Umkehr von Lastflüssen nicht ausreichend. Erst das Smart Grid schafft die Voraussetzung dafür – und könnte für Deutschland aufgrund technologischer Spitzenpositionen zum Exportschlager werden. Experten der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE haben jetzt ein Modell des Energieinformationsnetzes entwickelt, das die fast vollständige Energiesystem-Modellierung auf hoher Abstraktionsebene zur Beschreibung des aktuellen Standes und zur Abschätzung der zukünftigen Entwicklungen ermöglicht. Das verallgemeinerbare Modell umfasst die vier Ebenen Infrastruktur, Informationsobjekte und Dienste sowie Dienstenutzer und erlaubt die Integration existierender Technologien und die Erfassung der virtuellen Welt der Dienste unabhängig von der unterliegenden Infrastruktur.

Handlungsbedarf für die Realisierung des zukünftigen intelligenten Energieversorgungssystems sieht der VDE in erster Linie im Bereich der Standardisierung zur Harmonisierung sowie zur Sicherstellung von Interoperabilität und Konformität der Systemkomponenten. Empfohlen wird insbesondere, auf allen Ebenen – von der fachlichen Gesamtarchitektur der Versorgungssysteme über technische Prozess- und IT-Architekturen bis hin zu physischen und informationstechnischen Sicherheitsarchitekturen – angemessen robuste und belastbare Architekturkonzepte zu entwickeln.

Diese sind in konkrete Infrastrukturen zu implementieren. Dazu kann es je nach Betrachtungsgegenstand oder Problemlösung nötig werden, neue elektrophysikalische, Steuerungs- und/oder Kommunikationstechnologien einschließlich evtl. benötigter Protokolle und Interfaces weiter- oder neu zu entwickeln und durch neue technische Komponenten zu unterlegen. Um die Voraussetzungen für die Erhaltung der Versorgungssicherheit und -zuverlässigkeit zu schaffen, müssen die fachlichen Grenzen im Bereich der Energieversorgung, Telekommunikation und Automatisierung überwunden und alle betroffenen Akteure eingebunden werden. Ein Beitrag dazu ist das von den VDE-Experten entwickelte „generische Modell“.

Das komplexe Energieinformationsnetz ist nur unter Einsatz interdisziplinären Wissens aus den Fachdisziplinen Energieversorgung, Telekommunikation, Automatisierungstechnik und Ökonomie realisierbar.

Um den angestrebten Paradigmenwechsel von einem hierarchischen, zentralen System in der Energieversorgung hin zu einer Peer-to-Peer-Architektur zu vollziehen, müsse ein gemeinsames Verständnis für eine enge Kooperation und den Know-how-Transfer zwischen den Fachdisziplinen gebildet werden, so die Forderung des VDE.

Lesen Sie hierzu auch die Smart Grid Marktstudie von Greentech Media.

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