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Vorwurf Fahrlässigkeit: Walmart verklagt Tesla nach sieben Photovoltaik-Bränden

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Photovoltaikanlagen, die Tesla auf Walmart-Dächern betreibt, sollen sieben Feuer ausgelöst haben. Handelte das Unternehmen fahrlässig?

In der Welt von Tesla zerbröselt gerade etwas. Es hat den Anschein als würden Qualitätsmängel sichtbar, die bislang so nicht bekannt waren. Jetzt hat der Supermarktriese Walmart den Auto- und Energie-Konzern Tesla wegen Fahrlässigkeit beim Betrieb seiner Photovoltaik-Dachanlagen in New York verklagt. Demnach sollen sieben Brände durch Fahrlässigkeit ausgelöst worden sein. Wie reagiert Elon Musk?

Gerade erst hat Tesla den Neustart seines Solargeschäfts verkündet: In den USA können nun Photovoltaikanlagen zu günstigen Monatspreisen gemietet werden. Das Angebot beginnt bei 50 Dollar pro Monat und kann gegen eine Anzahlung von 100 Euro auch in Deutschland vorbestellt werden. Dabei geht es bei den klassischen Photovoltaikanlagen um drei denkbare Größen (3,9, 7,6 oder 11,4 Kilowatt).

Doch jetzt ein neuerlicher Rückschlag: Walmart verklagt Tesla, weil die Photovoltaikanlagen auf den Dächern von sieben Walmart-Warenhäusern Auslöser für Großbrände gewesen sein sollen. Die Besonderheit daran: Walmart wirft Tesla „jahrelange grobe Fahrlässigkeit“ vor. Dieser Vorwurf wiegt schwer und könnte das Solargeschäft von Tesla nachhaltig in Gefahr bringen. Zuerst berichtete Bloomberg darüber.

Walmart behauptet, die Brände hätten zu Schäden von mehreren Hunderttausend Dollar geführt. Die Klage wurde am New York State Supreme Court eingereicht. Der Vorwurf: Tesla habe Industriestandards nicht eingehalten. Allerdings hat Tesla mehr als 240 Walmart-Standorte mit Solarmodulen ausgestattet – gibt es mit all diesen Anlagen Probleme oder sind diese Einzelfälle?

Konkret wirft Walmart Tesla vor, die Systeme seien nicht richtig geerdet worden. Bei einer Inspektion seien lose Drähte und unzureichende Verbindungen entdeckt worden. Außerdem habe es keine ordnungsgemäße Dokumentation über defekte Solarmodule in den Photovoltaikanlagen gegeben. Allerdings sind die Probleme offenbar vor allem Altlasten aus Sicht von Tesla – denn viele Anlagen wurden installiert, als Tesla Energy noch SolarCity hieß, also vor 2016.

Demnach sei das SolarCity-Geschäftsmodell unüberlegt gewesen. Denn es sei darauf ausgerichtet worden, Solaranlagen so schnell wie möglich zu errichten, um Gewinne zu erzielen. Handicap dabei: Auftragnehmer und Subunternehmer, die die Installation durchgeführt hatten, waren nach Angaben von Walmart nicht ausreichend geschult und überwacht worden.

Walmart wirft systematische Versäumnisse vor

Die Photovoltaikanlagen wurde nicht an Walmart verkauft, sondern sollten von Tesla gepflegt und kontrolliert werden. Hier lägen Teslas „systematische, weit verbreitete Versäumnisse.“ Nun möchte Walmart die Schäden durch die Brände ersetzt haben und, vor allem, dass Tesla alle Anlagen wieder zurückbaut. Mit Sunpower hat der Einzelhandelskonzern einen weiteren Partner für die Lieferung und den Betrieb von Photovoltaikanlagen.

Die Klage von Walmart gegen Tesla hat eine Vorgeschichte: 2018 brannten Anlagen in Ohio, Maryland und Kalifornien. Walmart verlangte von Tesla, alle Solarmodule vom Netz zu trennen. Tesla befolgte diese Anweisung – dennoch sei in Kalifornien ein weiteres Feuer ausgebrochen.

Eines ist klar: Bislang ist in diesem Fall ausschließlich die Sichtweise von Walmart bekannt. Tesla hat sich auf Anfrage von Bloomberg und anderen bislang nicht dazu geäußert. Offenbar sieht man der Klage gelassen entgegen.

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1 Kommentar
  1. […] Vorwurf Fahrlässigkeit: Walmart verklagt Tesla nach sieben Photovoltaik-Bränden […]

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