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Was steckt hinter dem Erfolgsmodell der Energiegenossenschaften?

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Ob Ortsumgehung, das Baugebiet nebenan, der Mobilfunksendemast oder auch Großprojekte wie Stuttgart 21 – häufig haben die Bürger bei Entscheidungen, die ihr unmittelbares Lebensumfeld betreffen, das Gefühl nicht einbezogen und nicht ernst genommen zu werden. Dass jedoch Engagement und das gemeinsame Eintreten für ein Ziel nicht immer ein aussichtsloser Kampf gegen den unbezwingbaren Riesen sein muss, zeigen Energiegenossenschaften, die Erneuerbare-Energien-Anlagen betreiben. Die Entwicklungszahlen der vergangenen Jahre zeigen, dass dieses Potenzial von der Bevölkerung erkannt wurde und sich der genossenschaftliche Gedanke immer weiter in der Bundesrepublik verbreitet.

Cleantech & Energie News / Chemnitz, Freiberg. Regional und bürgernah – Diese Schlagworte sind der Kern des Erfolges von Energiegenossenschaften. Durch eine direkte Geldeinlage, den Genossenschaftsanteil, können sich Bürger aktiv und in ihrer Umgebung an der Energiewende beteiligen indem sie zum Miteigentümer einer Anlage werden. So können beispielsweise Mieter, die keine Dachfläche für eine eigene Photovoltaikanlage oder nur ein geringes Budget zur Verfügung haben, zum Miteigentümer einer Anlage werden. Prof. Martin Maslaton, Direktor der Forschungsstelle  Neue Energien und Recht der TU Chemnitz und der Bergakademie Freiberg erklärt: „Jede Woche entstehen laut deutschem Genossenschafts- und Raiffeisenverband drei Energiegenossenschaften in Deutschland.“

Boom begann schon vor einigen Jahren

Der Boom der Energiegenossenschaften setzte keineswegs erst mit der Diskussion über die Energiewende in Deutschland ein. Prof. Maslaton bestätigt: „Begonnen hat ihr Boom im Jahr 2008, und mittlerweile haben wir deutschlandweit über 650 dieser Energiegenossenschaften.“ Besonders im ländlichen Raum seien viele Gründungen zu beobachten. „Allein im letzten Jahr nahm der Genossenschaftsverband 150 neue Energiegenossenschaften auf.“

Regional und bürgernah

Die Organisationsform der Genossenschaft bietet viele Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten. Jedes Mitglied hat eine Stimme in der Generalversammlung, die gleichen Rechte und Pflichten. Im Rahmen der Erneuerbaren-Energien-Projekte gibt es dementsprechend keine Mehrheitseigner, das System bleibt basisdemokratisch und regional verwurzelt. Mit Vorstand und Aufsichtsrat verfügen die Genossenschaften dennoch über eine professionelle und bewährte Struktur.

Durch die direkte Beteiligung der Bürger ist die Akzeptanz von Erneuerbaren-Energie-Projekten höher. In der Regel liegen die Beteiligungen im Bereich von um die 500 Euro.

Die Einspeisevergütung nach dem EEG ermöglicht die Wahrung der wirtschaftlichen Interessen der Mitglieder. Aber auch Konzepte der Vermarktung des Stromes außerhalb des EEG finden zusehends Beachtung.

Deutsche Energiegenossenschaften sind vielfältig aktiv

Deutschlands Energiegenossenschaften sind in vielen Bereichen der Erneuerbaren Energien aufgestellt: Von der Solaranlage über Windparks und Biogas-Anlagen bis hin zu einem Nahwärmenetz mit angeschlossenem Blockheizkraftwerk. Sie leisten somit einen Beitrag zur lokalen Wertschöpfung. Prof. Maslaton erklärt: „Am häufigsten sind Energiegenossenschaften mit Schwerpunkt Photovoltaik, aber auch im Bereich Kraft-Wärme-Kopplung sind viele regionale Energiegenossenschaften engagiert.“

Bundesminister Peter Altmaier lobte jüngst die Rolle der Energiegenossenschaften im Rahmen der Energiewende. Durch sie könne der Grundstein zur energiepolitischen Selbstversorgung gelegt werden.

Die Anlagen der Genossenschaften werden meist zusammen mit kommunalen Entscheidungsträgern, öffentlichen Einrichtungen und Banken initiiert. Dadurch stehen häufig auch Dachflächen von kommunalen Einrichtungen zur Nutzung zur Verfügung.

„Wie erfolgversprechend das auch alles klingen mag, so muss eine Energiegenossenschaft doch gründlich vorbereitet werden“, rät Prof. Maslaton. Hilfe und Beratung bieten beispielsweise Genossenschaftsverbände oder regionale Prüfverbände.  Expertenwissen wird auch im Rahmen des Fachforums „Energiewende durch Genossenschaften aktiv gestalten“, im Rahmen dessen unter anderem auch Prof. Maslaton einen Fachvortrag halten wird.

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