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Im Windschatten von Tesla: BYTON macht Fortschritte

Aufbau der Marke und der Serienproduktion, Präsentation und Test der Prototypen: Elektroauto-Marke BYTON ist noch im Windschatten, macht aber Fortschritte

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Während Tesla-Chef Elon Musk schon heute mit Rekordverkaufszahlen im 3. Quartal 2018 prahlt und trotzdem für jede Kleinigkeit kritisiert wird, bemüht sich Konkurrent Byton darum, die nächsten Schritte zu machen. 1.200 Mitarbeiter hat der Elektroauto-Hersteller bereits. Mehrere Prototypen werden im Straßeneinsatz getestet. Die ersten, erforderlichen Maschinen und Anlagen für die Serienproduktion sollen im kommenden Monat stehen. All dies sind Fortschritte, quasi im Windschatten von Tesla.

Am 7. September 2017 wurde die Marke BYTON der Öffentlichkeit präsentiert. Seitdem ist beim Elektroauto-Unternehmen eine Menge passiert – neben Finanzierungsrunden, der Einweihung der Zentrale sowie der Vorstellung mehrerer Vorserienfahrzeuge überall auf der Welt, zählt dazu auch die Vorstellung der Strategie des in Nanjing in China ansässigen Unternehmens. Während die Marke ein Jahr bekannt ist, hat das Unternehmen schon zwei Jahre Unternehmensentwicklung hinter sich.

Neben dem Standort in China, begann im Juli 2016 der Aufbau des Designzentrums. Dieses steht in Ismaning bei München. In Santa Clara, im US-Bundesstaat Kalifornien hingegen, wird die Software für das Elektroauto geschrieben. Denn BYTON-Fahrzeuge sollen mobile Gadgets sein – die insbesondere auch von über Software gesteuerten Erlebnissen profitieren (mehr zum Lounge-Konzept auch hier).

Seit August 2018 sind die ersten Autos zur Erprobung unter Realbedingungen auf Straßen und Teststrecken im Einsatz. Ziel von BYTON ist es, bis Ende des Jahres 100 Testfahrzeuge zu haben. Vorausgegangen waren seit April Crashtests mit dem Elektrofahrzeugen der Marke. Im kommenden Monat kommt Bewegung in die Serienproduktionshallen – diese werden sukzessive mit den entsprechenden Produktionsanlagen etwa in Karosseriebau und Lackiererei bestückt. Es wird spannend zu sehen, wie sich dies dann von dem, was wir gerade als Insights aus der Tesla-Fabrik gesehen haben, unterscheiden wird.

Spannend wird es dann ab Ende 2019: Dann sollen die ersten Kunden in China ihre Serienfahrzeuge erhalten. Welche Erfahrungen werden Sie zurück melden? Wie wird sich mit den ersten Fahrzeugen die Bindung zur Marke entwickeln? Bislang ist es durchaus gelungen, gewaltiges Interesse an den Produkten aufzubauen. Die Präsentationen in unterschiedlichen Städten weltweit sind meist gut besucht. Aber gelingt es wirklich, einen ähnlichen Hype wie bei Tesla oder Apple aufzubauen?

BYTON Brand Store: Bald in Shanghai

Im November 2018 öffnet der erste BYTON Brand Store im Zentrum von Shanghai. Weitere jeweils zwischen 500 und 1.000 Quadratmeter große BYTON-Markenerlebniswelten sind in internationalen Metropolen geplant. Damit soll die Distanz zwischen Konzern und Endkunden abgebaut werden.

„Wir haben im ersten Jahr bewiesen, wie erfolgreich unsere internationalen Experten aus der Automotive- und Digitalbranche sowie in unserem Designteam zusammenarbeiten. Dieses Zusammenfinden von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen in Europa, Asien und den USA verleiht unserem Unternehmen eine ganz besondere Kraft, die mich persönlich stolz macht. Gleichzeitig freut es mich natürlich sehr, dass unser Konzept eines Smartphones auf Rädern von Publikum und Medien sofort verstanden wurde. Für uns ist das ein Zeichen, dass wir richtig liegen“, erklärt Dr. Carsten Breitfeld, CEO und Gründer von BYTON.

Als Basis für den Erfolg des Unternehmens steht eine gesunde Finanzstruktur. Schon in der ersten Investitionsrunde beteiligten sich Investoren mit rund 200 Millionen US-Dollar. Die zweite Runde wurde im Juni 2018 mit rund 500 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Zu den Investoren gehören unter anderen die FAW Group, CATL, Baidu, TusHoldings, China Merchant Capital und der Jiangsu „One Belt and one Road“ Fund.

All diese Fortschritte zeigen, dass BYTON heute noch im Windschatten des großen amerikanischen Vorbilds ist, aber dabei ist, in den kommenden Jahren zum Überholmanöver anzusetzen. Solange Elon Musk derart in der Kritik steht, könnte das sogar gelingen. Der Weg bis zu 70.000 verkauften Fahrzeugen in einem Quartal, wie es Musk nun schaffen könnte, ist aber extrem weit. Und auch in Sachen Produkt-Pipeline ist Tesla natürlich weit voraus.

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1 Kommentar
  1. Markus Häusler sagt

    Sehr guter Bericht! Fair und auch kein Tesla Hypen. Mit Byton geht es voran. In fast 12 Monaten fahren die ersten M-BYTE in China auf den Strassen!!
    Wer an all den Neuigkeiten teilhaben will: https://facebook.com/groups/642821216117861

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