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Zellproduktion: Sefcovic und Altmaier wollen ein Drittel in Europa herstellen

Bei der Vernetzungskonferenz des Bundeswirtschaftsministeriums sprechen EU-Kommissar Sefcovic und Wirtschaftsminister Altmaier über die Pläne für Zellproduktion in Deutschland und Europa

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EU-Kommissar Sefcovic und Bundeswirtschaftsminister Altmaier wollen gemeinschaftlich eine Zellproduktion für Elektroauto-Batterien in Deutschland und Europa forcieren. Beide Politiker machten im Rahmen der Berliner Vernetzungskonferenz rund um Elektromobilität diese Pläne deutlich. Ziel von Altmaier ist es, dass bis zum Jahr 2030 30 Prozent der Batteriezellen in Europa hergestellt werden. Im Bundeshaushalt ist für den Zusammenschloss von Industrie-Konsortien eine Milliarde Euro bereitgestellt worden.

Konkret bestätigte Altmaier Gespräche mit Frankreich, Österreich und Polen über den Aufbau einer Zellproduktion in Europa, womöglich in der Lausitz. Das Interesse an der Zusammenarbeit sei riesig. So könnten europaweit mehrere Tausend hochqualifizierter Arbeitsplätze geschaffen werden. Dabei denkt Altmaier allerdings nicht nur an die Zellproduktion für Elektroautos, sondern auch für Power Tools oder große Energiespeicher.

Peter Altmaier betonte, man benötige geschlossene Wertschöpfungsketten – sowohl in alten wie auch in neuen Wirtschaftszweigen. Der Vizepräsident der EU-Kommission Maroš Šefčovič betonte in seinem Vortrag anlässlich der Berliner Konferenz:

Wir müssen beim Thema Batterieproduktion ganzheitlich über Sektoren und Industrien denken und nicht nur nachrennen.

Die in Aussicht gestellte Anschubfinanzierung von einer Milliarde Euro ist angesichts der zu erwartenden Kosten für den Aufbau einer Zellproduktion nur ein minimaler Anreiz. Continental und andere hatten zuvor den Investitionsbedarf auf 20 Milliarden Euro beziffert – und sich gegen den Einstieg in die Zellproduktion entschieden. Womöglich schafft es aber die Politik, Varta, Ford und BASF zu einem Konsortium zu vereinen, das dann auch keine eigenen Milliardeninvestitionen scheut.

Allerdings haben sich in der von der EU initiierten Batterie-Allianz bereits 260 Unternehmen zusammengeschlossen, die Investitionen von 100 Milliarden Euro in Batterie-Technologie vorbereiten. Was die Zellproduktion angeht, sind derzeit drei länderübergreifende Konsortien dabei, sich zu bilden. Laut Altmaier sollen Namen, Investitionen und Standorte zum Jahreswechsel 2018/19 veröffentlicht werden. 

Klar ist, dass es ein Vabanque-Spiel ist, weil nicht klar ist, wie lange die Lithium-Ionen-Technologie noch das Nonplusultra sein wird – ab 2025 wird damit gerechnet, das Feststoff-Batterien eine größere Rolle spielen. Altmaier sagt jedoch, er halte nichts davon, darauf zu warten, weil nur derjenige, der Erfahrungen habe, dann auch die nächste Zellgeneration produzieren könne.

Klar ist aber auch, dass der weltweite Bedarf an Batteriezellen deutlich zunehmen wird und Europa bislang mit eigenen Vorhaben im Hintertreffen ist. Projekte wie Northvolt sind die Ausnahme.

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