Solarleasing: Wie Enpal zum größten Energieunternehmen Europas werden will

Cleantech-Unternehmen bietet Hausbesitzern einfachen Zugang zu Photovoltaikstrom vom eigenen Dach – doch die Vision von Enpal-Gründer Mario Kohle geht deutlich über Solarleasing hinaus.

Solarleasing ist ein Konzept, dass es Hausbesitzern ermöglicht, eine Photovoltaikanlage zu erhalten, ohne Anschaffungskosten tätigen zu müssen. Dienstleister wie das Berliner Cleantech-Unternehmen Enpal kümmern sich um die komplette Abwicklung inklusive Finanzierung: Installation, Wartung und Betrieb sowieso. Für den Hausbesitzer bedeutet das: Anstatt des lokalen Energieversorgers oder Ökostromanbieters erhält Enpal die monatliche Abschlagszahlung – und liefert dafür sauberen Strom vom eigenen Hausdach.

Der Vorteil beim Solarleasing liegt auf der Hand: Obwohl viel Kapital im Umlauf ist, ist es für Hausbesitzer mitunter gar nicht so leicht, eine geeignete Finanzierung für eine Dach-Photovoltaikanlage zu erhalten. Insbesondere Selbstständige können hier oft nicht die gewünschten Sicherheiten bieten. Weitere Infos zur Energiewende gibt es hier.

Dazu kommt oft der Unwille, sich mit dem Papierkram – also Anträgen, Registrierungen und Co. – auseinandersetzen zu müssen. Klar: Neben dem stressigen Alltag sind viele Hausbesitzer froh, sich nicht auch noch mit einem Portal der Bundesnetzagentur oder dem örtlichen Netzbetreiber auseinandersetzen zu müssen.

Beim Berliner Anbieter Enpal zählt die Einfachheit: Hausbesitzer können sich online ein Angebot für eine Anlage erstellen lassen, und so unmittelbar erfahren, was eine Solarmiete auf dem Hausdach kosten wird. Und: Halten beide Partner 20 Jahre durch, geht die PV-Anlage im Anschluss für einen Euro an den Hausbesitzer über – und kann modernisiert werden oder bei der heutigen Qualität der Solarmodule noch zehn bis 15 Jahre weiter betrieben werden.

Die PV-Anlage liefert dann weiterhin elektrische Energie, obwohl sie abbezahlt ist. Aus dem Solarleasing wird eine kostenlose Energieversorgung. Für junge wie alte Hausbesitzer eine herausragende Perspektive für ihre Energieversorgung – da gleichzeitig die Strompreise der klassischen Energieversorger steigen. Enpal als junges, Berliner Unternehmen bietet eine Perspektive.

Enpal folgt dem Trend zum Solarleasing, der in den USA schon seit 2015 dafür sorgt, dass so manches Dach mit einer Solaranlage ausgestattet wird. Dabei ist das Startup gar nicht der einzige, deutsche Solarleasing-Anbieter – ganz ähnliche Konzepte für die Anschaffung einer PV-Anlage ohne Investitionskosten haben auch das Hamburger Cleantech-Startup DZ-4 oder Zolar, ebenfalls mit Sitz in der deutschen Hauptstadt.

Solarleasing: Finanzierung, Installation, Wartung und Betrieb

In Deutschland ist der Trend zum Solarleasing eindeutig – der Megatrend lautet: Dienstleistung statt Vermittlung. Für Enpal-Gründer Mario Kohle ist diese Entwicklung auch eine persönliche Weiterentwicklung – gemeinsam mit Robin Behlau gründete der Brandenburger das zunächst Käuferportal genannte Unternehmen, das auf die Vermittlung von Produkten und Anbietern etwa von Kaffeevollautomaten, Küchen oder eben auch Solaranlagen spezialisiert war.

Mit dem Solarleasing-Konzept bietet Kohle jetzt aber das Komplettpaket aus Finanzierung, Installation, Wartung und Betrieb der Solaranlage auf dem Dach des Kunden. Dieser muss sich quasi im nichts kümmern, bekommt aber beinahe über Nacht den Strom nicht mehr vom Energieversorger, sondern vom eigenen Dach – nicht nur aus Effizienzgründen ein wichtiger Baustein für die deutsche Energiewende.

Um den eigenen Service zuverlässig anbieten zu können, verlässt sich Enpal bei der Installation der Solaranlagen nicht nur auf Kooperationen mit Handwerksbetrieben – im Kern wurde ein Team aus eigenen Handwerkern aufgebaut. Eine Entwicklung, die auch der Heizungs-Installierer Thermondo so durchmachte. Im Februar 2005 ist bei Enpal der Pool an angestellten Handwerkern auf 170 gewachsen – schon ein Viertel der Solaranlagen wird von den eigenen Installateuren installiert.

Enpal Solarcheck auf der Webseite.

Berliner setzen auf Solarmodule aus China

Für ihr Solarleasing-Angebot setzt Enpal auch auf Technologie aus China. Es besteht eine Kooperation mit der GCL System Integration Technology Co. Das Unternehmen ist Teil von Chinas größtem, nicht-staatlichem Energieunternehmen. Konkret verbaut Enpal die Lösungen des G-Home Solar Kits auf den Dächern der Kunden. Dieses besteht aus besonders effizienten Solarmodulen und dem Balance of System, dass durch Vormontage die Installationszeit reduzieren soll.

2017 gegründet, starke Partner an der Seite

Der Dienstleister Enpal ist erst 2017 gegründet worden. Bis Mitte 2020 hatten die Berliner schon mehr als 4.000 Mietkunden von einer Solaranlage auf dem eigenen Dach überzeugen können. Um das zu schaffen, braucht es vor allem eines: Vertrauen zwischen Unternehmen und Kunden.

Dieses Vertrauen schafft Enpal offenbar durch den seriösen Auftritt im Internet und verbindliche Zusagen rund um die Installation der Solaranlage, die auch so eingehalten werden, wie verabredet. Für das eigene Geschäftsmodell braucht das Unternehmen viel Kapital, denn die Vorleistungs-Investitionen rechnen sich durch die Mieteinnahmen erst langfristig.

Mit der Berliner Volksbank und anderen Refinanzierungspartnern hat Enpal starke Partner an der Seite, die sicherstellen, dass dem Unternehmen durch zu viele Kunden nicht irgendwann das Geld ausgeht. Am 16. Juli 2020 gab Enpal die Erweiterung der Zusammenarbeit mit der Berliner Volksbank bekannt: Das Bankhaus stellte weitere 20 Millionen Euro bereit, um damit die Energiewende voranzutreiben. 2019 hatte das Kreditinstitut erstmals fünf Millionen Euro beigetragen.

Für die Refinanzierung des PV-Anlagenportfolios hat der Solarleasing-Anbieter mit der ING und dem Sparkassen-Konsortium weitere Partner in der Hinterhand – bis Mitte Juli 2020 konnte so innerhalb von drei Jahren und fünf Refinanzierungstransaktionen mit führenden Banken 100 Millionen Euro akquiriert werden.

Enpal: Impact für die Energiewende

Der Klima-Impact von Cleantech-Unternehmen wie dem Solarleasing-Unternehmen Enpal oder dem Heizungs-Digitalisierer Thermondo ist als herausragend zu bezeichnen. Enpal sorgt dafür, dass mehr Menschen erneuerbare Energien für die Energieerzeugung nutzen und schafft damit die Basis für unzählige weitere Schritte, die notwendig sind, um den Kampf gegen die Klimakrise mit sauberen Technologien zu gewinnen.

„Wir wollen zum größten Energieunternehmen Europas werden.“

Mario Kohle, Gründer und Geschäftsführer der Enpal GmbH

Die Ziele von Enpal-Gründer Mario Kohle sind jedenfalls herausragend: Bis 2027 möchte das Solar-Unternehmen mehr als fünf Millionen Haushalte mit Ökostrom versorgen. Stand Juli 2020 arbeiten mehr als 200 Angestellte an der Enpal-Vision, das größte Energieunternehmen Europas zu werden. Dabei geht das Angebot über die Solaranlage hinaus: So sollen Ökostromtarife, Stromspeicher und regenerative Wärmekonzepte hinzukommen und ganzheitlich zur Energieversorgung der Dach- und Hausbesitzer beitragen.

Im November 2020 wurde bekannt, dass US-Schauspieler und Umweltaktivist Leonardo DiCaprio in das Berliner Unternehmen Enpal investiert hat. Mehr dazu in diesem Beitrag.

Martin Ulrich Jendrischik, Jahrgang 1977, beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren als Journalist und Kommunikationsberater mit sauberen Technologien. 2009 gründete er Cleanthinking.de – Sauber in die Zukunft. Im Zentrum steht die Frage, wie Cleantech dazu beitragen kann, das Klimaproblem zu lösen. Die oft als sozial-ökologische Wandelprozesse beschriebenen Veränderungen begleitet der Autor und Diplom-Kaufmann Jendrischik intensiv. Als „Clean Planet Advocat“ bringt sich der gebürtige Heidelberger nicht nur in sozialen Netzwerken wie Twitter / X oder Linkedin und Facebook über die Cleanthinking-Kanäle ein.

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