Honda beteiligt sich an Ubitricity und stellt urbanes Elektroauto vor

Autobauer Honda will sein neues Elektrofahrzeug im März auf dem Genfer Autosalon enthüllen – es wird ein kleines, aber dennoch komfortables Elektroauto für die Stadt sein

Stimmen die Informationen von deutsche-startups.de und electrive.net, dann hat sich mit Honda erstmals ein Autobauer am Berliner Cleantech-Unternehmen Ubitricity beteiligt. Deren Ziel, die eigenen „Mobile Meter“ ins Elektroauto zu bringen, könnte damit erfüllt werden. Kürzlich startete in Berlin ein Projekt, bei dem 1.000 Laternen zur Nutzung für das Laden von Elektroautos umgerüstet werden.

Den Informationen zufolge ist der Einstieg von Honda bei Ubitricity Teil einer größeren Finanzierungsrunde, an der sich auch die bisherigen Partner Siemens, EDF Deutschland, IBB Beteiligungsgesellschaft und die Familie Heinz Dürr erneut beteiligt haben. Dem Vernehmen nach erhält Honda 15 Prozent der Anteile am Berliner Cleantech-Unternehmen – und dürfte damit große Pläne verfolgen.

Denn Honda will im Rahmen des Genfer Autosalons im März ein kleines, aber dennoch komfortables Elektroauto vorstellen, dass aus der Studie des Honda Urban EV Concept hervorgegangen ist. Der finale Prototyp soll einen ausgesprochen komfortablen Innenraum bieten, der in seiner Art an eine Lounge – und auch an das Konzept von Byton – erinnert. Auf den Bildern zum Konzeptfahrzeug ist ein breiter Bildschirm zu sehen, der sich über die gesamte Breite ausdehnt.

Honda Urban EV: Einfach und emotional

Der Honda Urban EV soll einfach sein, aber gleichzeitig auch Emotionen freisetzen. Bei der Einfachheit könnte auch die Zusammenarbeit mit Ubitricity eine Rolle spielen. Möglicherweise werden deren Ladekabel, die einen Mobile Meter integriert haben, beim Autoverkauf optional mit angeboten. Denn gerade für Käufer eines kleinen Elektroautos dürfte es tendenziell schwieriger sein in der Großstadt zu laden – ideale Voraussetzungen für die Technologie von Ubitricity.

Ähnlich wie es Tesla mit dem Supercharger-Netzwerk gemacht hat, macht es Ubitricity beispielsweise in einzelnen Randbezirken von London: Kommen neue Elektroautos hinzu, werden weitere Laternen in deren Straße zur Elektro-Ladestation umgerüstet. Vorteil ist, dass diese Umrüstung lediglich 1.000 Euro kostet und innerhalb von 30 Minuten erledigt ist. Für eine Stadt wie Berlin eine ideale Möglichkeit, um schrittweise und angepasst an den Bedarf zusätzliche Ladepunkte zu schaffen. Und für einen Elektroauto-Hersteller wie Honda, der sich mit seinem Elektrofahrzeug auf die Stadt konzentrieren möchte, eine ideale Partnerschaft.

Ubitricity-Technologie für Vehicle-2-Grid

Mittelfristig ermöglicht Ubitricity damit noch ganz anderen Nutzen: Wer an einer Laterne parkt, um sein Elektroauto aufzuladen, wird dort normalerweise mehrere Stunden, typischerweise mindestens über Nacht parken. Dabei kann die Technologie von Ubitricity dafür sorgen, dass nicht alle Elektroautos gleichzeitig geladen werden, sondern im Abgleich mit dem Stromangebot die Energie verteilt wird.

Innenraum des Konzeptfahrzeugs von Honda

Und: Auch Vehicle-2-Grid, also die Nutzung der elektrischen Energie aus dem Elektroauto-Akku etwa zur Netzstabilisierung, wird dann möglich. Vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen ändern sich entsprechend. Möglichkeiten, die offenbar auch Honda überzeugt haben, in Ubitricity zu investieren.

Martin Ulrich Jendrischik, Jahrgang 1977, beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren als Journalist und Kommunikationsberater mit sauberen Technologien. 2009 gründete er Cleanthinking.de – Sauber in die Zukunft. Im Zentrum steht die Frage, wie Cleantech dazu beitragen kann, das Klimaproblem zu lösen. Die oft als sozial-ökologische Wandelprozesse beschriebenen Veränderungen begleitet der Autor und Diplom-Kaufmann Jendrischik intensiv. Als „Clean Planet Advocat“ bringt sich der gebürtige Heidelberger nicht nur in sozialen Netzwerken wie Twitter / X oder Linkedin und Facebook über die Cleanthinking-Kanäle ein.

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