Steakholder Foods erreicht wichtigen Kosten-Meilenstein für kultiviertes Rindfleisch

Israelisches Cleantech-Unternehmen realisiert 75 Prozent Kostenreduzierung bei Kultivierung von Rinderzellen.

Steakholder Foods aus dem kriegsgebeutelten Israel entwickelt kultiviertes Rindfleisch für eine nachhaltigere und klimafreundlichere Zukunft. Jetzt ist dem Team, dessen Fleisch aus dem 3D-Drucker auch der israelische Ministerpräsident bereits verkostet hat, hat einen wichtigen Kosten-Meilenstein erreicht. Denn die sogenannten Wachstums- oder Nährmedien, mit denen das Zellwachstum angeregt wird, sind um 75 Prozent günstiger geworden. Damit wird speziell die Kultivierung von Rinderzellen immer realistischer.

Das an der US-Börse NASDAQ gelistete Cleantech-Unternehmen Steakholder Foods ist ein Nahrungsmittelunternehmen der Zukunft. Das Biologie-Team in Israel hat nach Aussagen der Firma die Kosten für firmeneigene Wachstumsmedien zur Kultivierung von Rinderzellen um 75 Prozent reduziert. Der Vergleichsmaßstab sind allerdings nicht die Preise vom vergangenen Jahr, sondern die von vor zwei Jahren. Dennoch: Ein bemerkenswerter Meilenstein für die Clean Meat-Industrie, der sich bezahlt machen dürfte.

Denn: Die Kosten für Wachstumsmedien sind bislang hoch und eine der Hürden, wieso die Entwicklung im Bereich der zellkultivierten Fleischherstellung nicht noch schneller vorangeht. Denn dieser Faktor behindert sowohl die Skalierbarkeit, also den Hochlauf der Produktion, als auch allgemein die Wirtschaftlichkeit im Verhältnis zu den Preisen von herkömmlichem Fleisch, geprägt durch Massentierhaltung.

Steakholder Foods legt besonderes Augenmerk darauf, diese Herausforderung, die die gesamte Branche betrifft, zu lösen, um kultiviertes Rindfleisch in großen Mengen au den Markt bringen zu können. Dazu optimiert das Unternehmen die Wachstumsmethoden und ebnet mit besser skalierbaren Lösungen den Weg zur Zellproduktion im industriellen Maßstab. Damit sinken die auch die Gesamtproduktionskosten für kultiviertes Rindfleisch maßgeblich.

Branche löst zuerst die technischen Herausforderungen

Im Hinblick auf die kultivierte Fleischproduktion ist dieser Meilenstein besonders bedeutsam. Denn in der Branche wird davon ausgegangen, dass es zuerst gelingen wird, die technischen Herausforderungen zu lösen, bevor die wirtschaftlichen Probleme bewältigt sind. Erst wenn für beide Hürden echte Lösungen existieren, wird kultiviertes Fleisch für den Verbraucher erschwinglich. Jede Kostenreduzierung bei den Materialien und Rohstoffen kann somit ein weiterer Schritt sein, um eines Tages kultiviertes Fleisch auf den Tisch der Menschen zu bringen.

„Unsere Fähigkeit, eine erhebliche Kostenreduzierung bei den Wachstumsmedien zu erreichen, ist ein Beweis für das Engagement und die Innovationskraft unseres Biologie-Teams. Es bringt uns unserem Ziel näher, kultiviertes Fleisch zu einer zukunftsfähigen, nachhaltigen und kostengünstigen Lösung zu machen“, so Dan Kozlovski, CTO bei Steakholder Foods.

Kultiviertes Rindfleisch wird weiter optimiert

Für die Optimierung der Wachstumsmedien setzt das Forschungs- und Entwicklungsteam von Steakholder Foods auf das Testen von Ersatzstoffen für einzelne Wachstumsmedienkomponenten, ohne Qualität und Quantität der Zellen zu beeinträchtigen. Das Ziel ist es letztlich, alternative Inhaltsstoffe zu finden, die sowohl kostengünstig als auch nachhaltig sind.

Durch intensive Forschung und kontinuierliche Tests hofft das Cleantech-Unternehmen, die benötigten Wachstumsmedien weiter zu verbessern und die Produktionskosten zu senken. Unsere Bemühungen konzentrieren sich darauf, eine zuverlässige und effiziente Methode zur Kultivierung von Rindfleisch zu entwickeln, die eine nachhaltige Alternative zur herkömmlichen Fleischproduktion darstellt.

Der Clean Meat Sektor wird für Investoren und Unternehmer immer interessanter. Die Fortschritte, die Steakholder für kultiviertes Rindfleisch schafft, zeigen, dass es vorangeht. Aber: Noch ist der Weg bis zur Massenproduktion von zellbasierter Nahrung noch ein weiter. Gut, dass so viele Cleantech-Unternehmen auf der ganzen Welt daran arbeiten, dies zu ändern. Denn das Problem der Welternährung ist eines, das unbedingt gelöst werden muss.

Im Hinblick auf das Klimaproblem gilt alternative Nahrung als bedeutend. Daher ist es gut, wenn hier weitere Meilensteine erreicht werden.

Allgemeine Informationen zu Steakholder Foods jenseits dieser News gibt es hier.

Martin Ulrich Jendrischik, Jahrgang 1977, beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren als Journalist und Kommunikationsberater mit sauberen Technologien. 2009 gründete er Cleanthinking.de – Sauber in die Zukunft. Im Zentrum steht die Frage, wie Cleantech dazu beitragen kann, das Klimaproblem zu lösen. Die oft als sozial-ökologische Wandelprozesse beschriebenen Veränderungen begleitet der Autor und Diplom-Kaufmann Jendrischik intensiv. Als „Clean Planet Advocat“ bringt sich der gebürtige Heidelberger nicht nur in sozialen Netzwerken wie Twitter / X oder Linkedin und Facebook über die Cleanthinking-Kanäle ein.

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