Lyten entdeckt per Zufallsfund 3D-Graphen: Neues Supermaterial für die Batterie der Zukunft?

Graphen in einer dreidimensionalen Struktur ist in der Lage, sich mit anderen Elementen oder Materialien chemisch zu verbinden.

Lyten, ein Cleantech-Unternehmen mit Sitz in San Jose, Kalifornien, hat möglicherweise eine revolutionäre Entdeckung gemacht: 3D-Graphen. Graphen ist eine Art Kohlenstoff, nur ein Atom dickes, zwei-dimensionales Supermaterial, das 2004 entdeckt wurde. Graphen ist stärker als Stahl, unglaublich leicht und höchst leitfähig. Lyten hat es geschafft, diese eindimensionale, flache Struktur in eine neue dreidimensionale Struktur zu transformieren, bei der das Graphen wie ein zusammengeknülltes Stück Papier aussieht und dadurch in der Lage ist, sich mit anderen Elementen oder Materialien chemisch zu verbinden.

Lithium-Schwefel-Batterien, die mit 3D-Graphen hergestellt werden, haben große Implikationen, sie zielen auf eine Batterie ab, die eine Energiedichte hat, die mehr als doppelt so hoch wie Lithium-Ionen und mehr als 40 Prozent leichter ist. Das Cleantech-Unternehmen setzt bei der Herstellung dieser Batterien nicht auf die Verwendung von Nickel, Kobalt, Mangan oder Graphit, wie es bei anderen Batterien der Fall ist.

Die Entdeckung von 3D-Graphen erfolgte 2015. Dan Cook, Präsident, CEO und Mitbegründer von Lyten, erklärte, dass das Unternehmen ursprünglich versucht hatte, Methan und andere Treibhausgase in sauberen Wasserstoff umzuwandeln. Als sie erfolgreich waren, blieben große Mengen fester Kohlenstoffe zurück, was für sie der Nachteil war. Dann entdeckte das Unternehmen zufällig, dass es sich tatsächlich um 3D-Graphen-Strukturen handelte.

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„Wir haben uns nicht vorgenommen, 3D-Graphen oder überhaupt ein Material zu entwickeln“, gibt Dan Cook, Präsident, CEO und Mitbegründer von Lyten, zu. „Wir wollten testen: ‚Was wäre, wenn wir Methan und andere Treibhausgase in sauberen Wasserstoff umwandeln könnten, ohne Emissionen zu erzeugen, um sauberere Energieformen bereitzustellen?'“

Lyten plant Lithium-Schwefel-Batterie

Lyten kündigte an, noch in diesem Jahr 2023 die ersten Lithium-Schwefel-Batterien zu produzieren, die der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen. Kürzlich wurde auch eine Serie-B-Finanzierungsrunde beendet. Insgesamt konnte Lyten dabei 200 Millionen Dollar aufbringen, mit Investitionen von zahlreichen Unternehmen, unter anderem Stellantis, Honeywell und FedEx.

Die große Serie-B-Finanzierung wurde von Prime Movers Labs geleitet, einer Risikofirma des OpenGov-Mitbegründers Dakin Sloss. Eine Handvoll Marken – Stellantis, FedEx und Honeywell – haben ebenfalls einen Beitrag geleistet.

Lyten sagte in einer Erklärung, dass das Geld dem Unternehmen helfen wird, eine automatisierte Pilotlinie“ in San Jose, Kalifornien, zu starten, wo es 2024 mit der Auslieferung von EV-Batterien beginnen will.

Das Unternehmen arbeitet nun daran, die Produktion von 3D-Graphen-Materialien zu vervielfachen, um damit die Nachfrage von Batterien, IoT-Sensoren und kompositbasierten Produkten zu decken. Auf ein nicht unähnliches Material setzt übrigens der Ultrakondensatoren-Spezialist Skeleton Technologies aus Estland. Die Esten nennen ihr Material „Curved Graphen“ und entwickeln auf dieser Basis eine SuperBattery, die in Elektro- und Hybridfahrzeugen zum Einsatz kommt.

Zufallsfund 3D-Graphen

Lyten hat mit seinem Zufallsfund von 3D-Graphen eine womöglich bahnbrechende Entdeckung gemacht, die sowohl die Industrie als auch den Planeten revolutionieren kann, indem sie dem Preis- und Gewichtsbarrieren für verschiedene Branchen (wie die Luftfahrt-, Raumfahrt-, Logistik- oder Automobilindustrie) durchbrechen kann. Außerdem kann die Umwelt vor den Auswirkungen des Bergbaus geschützt werden.

Martin Ulrich Jendrischik, Jahrgang 1977, beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren als Journalist und Kommunikationsberater mit sauberen Technologien. 2009 gründete er Cleanthinking.de – Sauber in die Zukunft. Im Zentrum steht die Frage, wie Cleantech dazu beitragen kann, das Klimaproblem zu lösen. Die oft als sozial-ökologische Wandelprozesse beschriebenen Veränderungen begleitet der Autor und Diplom-Kaufmann Jendrischik intensiv. Als „Clean Planet Advocat“ bringt sich der gebürtige Heidelberger nicht nur in sozialen Netzwerken wie Twitter / X oder Linkedin und Facebook über die Cleanthinking-Kanäle ein.

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