Smart Meter: Rollout der intelligenten Stromzähler beginnt

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vergibt erstes Smart Meter Gateway-Zertifikat an Mannheimer PPC zusammen mit Schweizer OpenLimit.

Der sogenannte Smart Meter Rollout als einer wichtigen Technologie für die Digitalisierung der Energiewende nimmt Fahrt auf. Mit dem Tandem PPC / OpenLimit hat ein Hersteller nun das notwendige Zertifikat erhalten, um vom BSI zertfizierte Geräte zu verbauen. Damit wird die Integration Erneuerbare Energien über das Smart Grid und die Sektorkopplung vorangetrieben

Der Zertifizierungsprozess für einen Teil des Smart Meters, das sogenannte Smart Meter Gateway, hat bei PPC / OpenLimit nun fünf Jahre in Anspruch genommen. Damit wird dem Unternehmens-Tandem nun bestätigt, dass das eigene Gateway aus Sicherheitsaspekten dazu geeignet ist, als Teil von intelligenten Messsystemen verbaut zu werden.

Unter intelligenten Messsystemen versteht der Gesetzgeber das, was im Volksmund als Smart Meter bezeichnet wird: Also ein digitaler Stromzähler, der durch ein ergänzendes Gateway mit dem Internet und weiteren Marktteilnehmern verbunden ist. Für BSI-Präsident Arne Schönbohm ist die Vergabe des ersten Zertifikats ein wichtiger Schritt in Richtung Digitalisierung:

Smart-Meter-Gateways sind ein gutes Beispiel dafür, welchen Einfluss digitale und vernetzte Technologien auf den Alltag der Verbraucherinnen und Verbraucher haben werden. Mit dem ersten zertifizierten Smart-Meter-Gateway zeigen BMWi und BSI, dass Digitalisierung auch bei hohen Vorgaben an Datenschutz und IT-Sicherheit gelingt. Nur durch entsprechende Sicherheitsstandards können wir gewährleisten, dass die Anwender von den Vorzügen dieser innovativen Technologien profitieren können.

BSI-Präsident Arne Schönbohm

Smart Meter Einbau: Pflicht vs. Freiwilligkeit

Der Einbau von Smart Metern mit zertifiziertem Gateway ist unter bestimmten Voraussetzungen, insbesondere abhängig vom Jahresstromverbrauch, aus gesetzlicher Sicht Pflicht. Davon sind insbesondere Haushaltskunden mit mehr als 6.000 Kilowattstunden Stromverbrauch und Geschäftskunden mit mehr als 100.000 Kilowattstunden gemeint. Diese „Pflicht-Einbaufälle“ werden also erst installiert, wenn die Marktverfügbarkeit mit drei Gateways am Markt ausgerufen wurde.

Bereits in den letzten Tagen haben Energieversorger wie E.ON die ersten, von der Power Plus Communications AG gelieferten Smart Meter bei Kunden verbaut, wie energate berichtete. Die Tochter E.ON Energie als wettbewerblicher Messstellenbetreiber verbaute den Zähler „auf freiwilliger Basis“ bei einem Kunden in Norddeutschland. Innogy will die ersten Smart Meter im Netzgebiet von Verteilnetzbetreiber Westnetz installieren.

Digitalisierung der Energiewende für Integration Erneuerbarer Energien

PPC erwartet nun eine „rasante Marktentwicklung“ in den Bereichen Submetering und Smarte Dienste im Immobiliensektor und betont besonders die Interoperabilität seiner Systeme:

Mit dem Erhalt der Zertifizierung ist die Digitalisierung der Energiewende nun endlich gestartet. In den letzten Tagen wurden bereits die ersten zertifizierten SMGWs bei Kunden installiert. Schon bald werden SMGWs die hochsichere Drehscheibe für Datenströme in den deutschen Gebäuden sein.

Dabei ermöglichen Smart Meter Gateways nicht nur das Smart Metering, sie sind Motor der Sektorkopplung und Katalysator für Innovation rund um smarte Dienste in Immobilien. Mit der Integration erneuerbarer Energien und der E-Mobilität in das Stromnetz werden SMGWs zum Game-Changer auf dem Weg in eine digitalisierte Energiewirtschaft.

Ingo Schönberg, Vorstandsvorsitzender der PPC

Die Digitalisierung der Energiewende ist ein zentraler Schritt, um mehr erneuerbare Energien in die Netze zu bekommen. Heute liegt der Anteil beim Stromverbrauch bei zirka 38 Prozent. Um deutlich mehr zu erreichen, ist es nötig, möglichst viele Erzeuger und Verbraucher miteinander zu koppeln und steuerbar zu machen. So entsteht das sogenannte Smart Grid, das beispielsweise auch Elektroautos, Stromspeicher und Wärmepumpen einbezieht.

Martin Ulrich Jendrischik, Jahrgang 1977, beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren als Journalist und Kommunikationsberater mit sauberen Technologien. 2009 gründete er Cleanthinking.de – Sauber in die Zukunft. Im Zentrum steht die Frage, wie Cleantech dazu beitragen kann, das Klimaproblem zu lösen. Die oft als sozial-ökologische Wandelprozesse beschriebenen Veränderungen begleitet der Autor und Diplom-Kaufmann Jendrischik intensiv. Als „Clean Planet Advocat“ bringt sich der gebürtige Heidelberger nicht nur in sozialen Netzwerken wie Twitter / X oder Linkedin und Facebook über die Cleanthinking-Kanäle ein.

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