STORNETIC: Schwungrad-Energiespeicher im Smart Grid-Test bei EDF

Schwungrad-Energiespeicher mit 1 Million Ladezyklen von STORNETIC nach Frankreich ausgeliefert / Kurzfristige Speicherung für Industriekunden

Welche Speicher-Technologien können wir nutzen, um das Angebot fluktuierender erneuerbarer Energien auszugleichen und an die ebenfalls schwankende Nachfrage anzupassen? Das Cleantech-Startup STORNETIC beantwortet diese Frage mit der Konzeption eines Schwungrad-Energiespeichersystems. Dazu wird Rotationsenergie genutzt. Vorteil: Hohe Anzahl an Ladezyklen. Getestet wird die Clean Technology jetzt in einem Projekt mit dem französischen Energieversorger EDF.

Smart Grid & Energiespeicher News / 16.12.2017. STORNETIC nennt sein Energiespeichersystem DuraStor. Mitte September hat das in Jülich ansässige Cleantech-Unternehmen erstmals ein solches System zu EDF nach Paris geliefert – dort kommt es im Rahmen es eines Smart Grid-Test zum Einsatz. Das Projekt hat zum Ziel, die Leistung der Schwungradtechnologie im Kontext einer modernen Netzumgebung und spezieller Kundenbedürfnisse zu bewerten.

In dem Standort nahe Paris hat EDF ein sogenanntes „Concept Grid“ aufgebaut. Dort können echte Verteilnetze nachgebildet werden. Das Concept Grid besteht aus zehn Kilometern realer elektrischer Mittel- und Niederspannungsnetze. Es hat mehrere Umspannwerke und Testbereiche, eine Umgebung bestehend aus fünf kleinen Häusern, die mit örtlicher Stromerzeugung ausgestattet sind. Auf diese Weise kann man individuell angepasste Tests durchführen.

So soll DuraStor von STORNETIC (Webseite) unter realitätsnahen Bedingungen getestet werden. Insbesondere steht die Frage im Raum, wie Industriekunden in ihren Micro Grids von den Schwungrädern profitieren und Erneuerbare Energien zwischenspeichern können. Dabei dient es aber eher als Kurzzeitspeicherlösung – und damit als Alternative zu Batteriespeichern. Eigentlich sollte der Speicher schon im Juni geliefert werden. Am Ende wurde es September.

Anders als herkömmliche Speichertechnologien behält das Schwungrad seine volle Kapazität über die gesamte Lebenszeit, wobei es die Vorteile von mechanischer Energiespeicherung, wie Robustheit und Belastbarkeit, mit den Vorteilen von Modularität und schneller Installation kombiniert. Das Gerät funktioniert rein mechanisch – ohne Verwendung von Chemikalien – und ist aus wiederverwertbaren Materialien hergestellt.

STORNETIC Schwungradspeicher funktionieren rein mechanisch

Der Schwungrad-Energiespeicher DuraStor arbeitet rein mechanisch und wandelt elektrische Energie in Rotationsenergie und wieder zurück. Das System ist für eine sehr hohe Anzahl Ladezyklen konzipiert und behält während der gesamten Lebensdauer seine volle Kapazität und Leistung. Nach Angaben des Cleantech-Startups sollen mehr als 1 Million Ladezyklen möglich sein.

Anwendungsbereiche generell sind: Netzdienstleistungen, Micro Grids und Inselnetze, Hybrid-Systeme (beispielsweise mit Blockheizkraftwerken oder Batterien), Bremsenergie von Schienenfahrzeugen und Windenergie. Auch die Stadtwerke München haben einen entsprechenden Energiespeicher seit 2015 im Einsatz.

Martin Ulrich Jendrischik, Jahrgang 1977, beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren als Journalist und Kommunikationsberater mit sauberen Technologien. 2009 gründete er Cleanthinking.de – Sauber in die Zukunft. Im Zentrum steht die Frage, wie Cleantech dazu beitragen kann, das Klimaproblem zu lösen. Die oft als sozial-ökologische Wandelprozesse beschriebenen Veränderungen begleitet der Autor und Diplom-Kaufmann Jendrischik intensiv. Als „Clean Planet Advocat“ bringt sich der gebürtige Heidelberger nicht nur in sozialen Netzwerken wie Twitter / X oder Linkedin und Facebook über die Cleanthinking-Kanäle ein.

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