Tretbox erhält Seed-Finanzierung für Cargo-Elektro-Fahrräder

Im Dresdner Volkswagen-Inkubator gedeiht das Logstik-Konzept von Tretbox / Cleantech-Startup will erste und letzte Meile umweltfreundlicher mache

Das Cleantech-Startup Tretbox ist erst vor einigen Monaten in den Inkubator der Volkswagen AG in Dresden eingezogen. Das junge Unternehmen möchte nicht weniger, als die letzte Meile für Paketlieferungen in der Stadt revolutionieren. Dafür sollen Cargo-Elektro-Fahrräder zum Einsatz kommen. Jetzt hat sich Volkswagen über den Umweg Wolfsburg AG an dem auch in Berlin ansässigen eMobility-Pionier beteiligt. Aus einem Konzept soll jetzt ein Prototyp werden.

Elektromobilität News / 20.12.2017. Wie die Automobilwoche berichtet, erhält Tretbox eine Seed-Finanzierung. Einer der Gründer des Unternehmens ist kein Unbekannter in der Autobranche: Murat Günak entwickelte mal als Chefdesigner Autos für den Volkswagen-Konzern. Mit seinem Angebot der Cargo-Elektro-Fahrräder richtet sich Tretbox an GLS, DHL oder UPS und adressiert damit einen rasant wachsenden und für Städte gleichzeitig ausgesprochen bedeutenden Markt.

Bis 2023 sollen jährlich sechs Milliarden Pakete alleine hierzulande ausgeliefert werden. Vergangenes Jahr war es nur rund die Hälfte. Um die Feinstaub-Problematik in den Griff zu bekommen, kann diese wachsende Verkehr kaum über weitere Autos mit Verbrennungsmotor abgewickelt werden. Es braucht Alternativen – eine davon möchte Tretbox sein und bauen.

Das indirekte Investment von Volkswagen (über die Innovations- und Beteiligugsgesellschaft Wolfsburg) ist in seiner Höhe unbekannt. Neben Günak leiten Philipp Kahle und Beres Seelbach das Unternehmen Tretbox. Mit dem frischen Kapital sollen im kommenden Jahr weitere Prototypen entwickelt werden. 2019 könnte bereits die Serienfertigung der Cargo-Elektro-Fahrräder starten. Nach den Plänen von Tretbox sollen schnell 10.000 Räder pro Jahr produziert und verkauft werden.

Elektrische Dreiräder für die erste und letzte Meile

Mit den elektrischen Dreirädern möchte Tretbox neben der letzten Meile zum Kunden auch die erste Meile von der Fabrik zum Logistikzentrum umweltfreundlicher machen. Denn längere Distanzen sind gut überbrückbar – im Gegensatz zu den kurzen Transportwegen in den Städten, für die oft Diesel-LKW eingesetzt werden.

Das clevere Logistik-Konzept von Tretbox sieht vor, dass pro Tour rund 50 Pakete ausgeliefert oder eingesammelt werden sollen. Im City-Depot holt sich der Fahrer anschließend den nächsten Container ab: Diese können leicht getauscht werden. Vorteil des kleinen, wendigen Cargo-Fahrrades: Es ist kein Führerschein nötig, um die Dienstleistung zu erbringen. Da viele Studenten beispielsweise heutzutage keinen Führerschein mehr besitzen, ein wichtiger Schritt.

Tretbox könnte teilautonom fahren

Die Ideen gehen sogar soweit, dass die Tretbox abgekoppelt wird und teilautonatisiert dem Fahrer – etwa in einer Fußgängerzone folgt. Dann fällt auch noch die Gewichtsbelastung weg. Die Stadt Dresden hatte unlängst angekündigt, eventuell ein Verleihnetz elektrischer Lasträder aufbauen zu wollen. Gute Aussichten also für die Tretbox zwischen Berlin, Wolfsburg und Dresden.

Mehr zum Cleantech-Startup im folgenden Video:

(Quellen: Automobilwoche, DNN)

Martin Ulrich Jendrischik, Jahrgang 1977, beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren als Journalist und Kommunikationsberater mit sauberen Technologien. 2009 gründete er Cleanthinking.de – Sauber in die Zukunft. Im Zentrum steht die Frage, wie Cleantech dazu beitragen kann, das Klimaproblem zu lösen. Die oft als sozial-ökologische Wandelprozesse beschriebenen Veränderungen begleitet der Autor und Diplom-Kaufmann Jendrischik intensiv. Als „Clean Planet Advocat“ bringt sich der gebürtige Heidelberger nicht nur in sozialen Netzwerken wie Twitter / X oder Linkedin und Facebook über die Cleanthinking-Kanäle ein.

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