Batteriezellen: CATL-Bau beginnt im vierten Quartal

In Thüringen entsteht eines der größten Batteriezellen-Werke der Welt – jetzt liegt die Baugenehmigung vor.

Bislang werden in Deutschland Batteriezellen für Elektromobilität nicht in nennenswertem Umfang hergestellt. Das ändert sich mit der Ansiedlung des chinesischen Unternehmens CATL in der Region Arnstadt in Thüringen. Dort plant einer der Weltmarktführer die perspektivisch größte Batteriezellen-Fabrik der Welt. Jetzt hat das zuständige Umweltministerium die Baugenehmigung erteilt.

Im Juni 2019 hat CATL – Contemporary Amperex Technology Co. – das ehemalige Gebäude des Solarkonzerns SolarWorld am Erfurter Kreuz übernommen und plant von dort sein ambitioniertes Bauvorhaben. Für die regionalen Aktivitäten wurde die CATT – Contemporary Amperex Technology Thuringia GmbH gegründet.

Entgegen der ursprünglichen Ansiedlungspläne will das Unternehmen 7,5 mal mehr investieren: 1,8 Milliarden Euro. Dies hat auch mit einem Liefervertrag zu tun, den der Batteriezellen-Hersteller mit BMW geschlossen hat (Cleanthinking berichtete hier über die CATL-Pläne). Nach den Plänen des Unternehmens, soll der Standort zu einem der weltgrößten Batteriezellen-Standorte der Welt werden.

Jetzt hat Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund die Genehmigung für den vorzeitigen Baubeginn erteilt. Im vierten Quartal erfolgt nach Einschätzung von Europachef Matthias Zentgraf nun der Spatenstich. Das Milliardenprojekt, das in der Nähe von Arnstadt umgesetzt wird, war zuvor unter Umweltaspekten vom Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) als Immissionsschutzbehörde geprüft worden.

In einer ersten Ausbaustufe sollen 2020 200 Arbeitsplätze entstehen. Im Endausbau in einigen Jahren könnten es zehnmal so viele sein. Ziel von CATL ist es, von Arnstadt aus weitere nationale und internationale Automobilkonzerne wie BMW mit Batteriezellen zu beliefern. Das Volumen des BMW-Auftrags liegt bei vier Milliarden Euro – 1,5 Milliarden davon sollen im Thüringer Batteriezellen-Werk generiert werden.

Dabei denken die Chinesen durchaus ganzheitlich: Neben dem stufenweisen Ausbau des Werks hat sich das Unternehmen auch Flächen für Zulieferer-Firmen gesichert, die im direkten Umfeld des Werks angesiedelt werden sollen. So werden Produktionswege klein gehalten. Und: Ab 2025 soll dort auch eine Recyclinganlage für Batterien entstehen – um dann den Anteil der benötigten Rohstoffe, die aus dem Recycling kommen, sukzessive zu erhöhen.

Martin Ulrich Jendrischik, Jahrgang 1977, beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren als Journalist und Kommunikationsberater mit sauberen Technologien. 2009 gründete er Cleanthinking.de – Sauber in die Zukunft. Im Zentrum steht die Frage, wie Cleantech dazu beitragen kann, das Klimaproblem zu lösen. Die oft als sozial-ökologische Wandelprozesse beschriebenen Veränderungen begleitet der Autor und Diplom-Kaufmann Jendrischik intensiv. Als „Clean Planet Advocat“ bringt sich der gebürtige Heidelberger nicht nur in sozialen Netzwerken wie Twitter / X oder Linkedin und Facebook über die Cleanthinking-Kanäle ein.

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