Green Recovery Alliance: ‚Alle Kräfte für einen grünen Aufschwung bündeln‘

Mehr als 180 CEOs, Politiker und Organisationen gründen Green Recovery Alliance, um die Wiederbelebung der Wirtschaft nach Corona entsprechend zu gestalten.

Ausgehend von einem Parlamentarier des Europaparlaments haben 180 CEOs, Politiker, Gewerkschaften, NGOs und Think Tank die europäische Green Recovery Alliance gegründet. Ziel ist es, die Maßnahmen zur Wiederbelebung der Wirtschaft nach der Coronavirus-Krise auf Basis des European Green Deals auszurichten. Damit die Europäische Union bzw. Europa bis zur Mitte des Jahrhunderts der erste klimaneutrale Kontinent der Welt wird.

Die Unterzeichner der Green Recovery Alliance – allen voran der französische Europaabgeordnete Pascal Canfin als Initiator – fordern grüne Investitionspakete für die Zeit nach Covid-19, die auf einen Aufschwung hinwirken sollen, der den Kampf gegen den Klimawandel und für die biologische Vielfalt als eine wichtige Säule der Wirtschaftsstrategie verankert. Wie wichtig schnelles Handeln gegen die Klimakrise, für Artenschutz und gegen das sechste Massenaussterben ist, zeigt diese Klimavorhersage des Deutschen Wetterdienstes.

Die Green Recovery Alliance unterstützen mittlerweile Minister aus 11 Ländern (Italien, Frankreich, Luxemburg, Portugal, Österreich, Dänemark, Schweden, Finnland, Spanien, Deutschland), 79 Mitglieder des Europäischen Parlaments (MEP) aus 17 Mitgliedstaaten, 37 CEOs (Unilever, Ikea, Volvo, Neste, EON, Engie, Iberdrola), 28 Wirtschaftsverbände aus 10 verschiedenen Sektoren, ein Gewerkschaftsbund, der Mitglieder aus 90 nationalen Gewerkschaftsorganisationen und 10 Gewerkschaftsverbände vertritt, 7 NGOs und 6 Think Tanks (Agora Energiewende) unterzeichnet – mit einer starken Ausrichtung auf Westeuropa und Politiker der Grünen Partei.

Die Staats- und Regierungschefs 27 EU-Mitgliedsstaaten, die im vergangenen Monat in einer Ausstiegsstrategie aus der Coronavirus-Krise einen grünen Fokus versprochen haben, werden kommende Woche Maßnahmen im Wert von mehr als einer halben Billion Euro (550 Milliarden Dollar) diskutieren, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie zu mildern.

Es gibt mittlerweile aber auch Stimmen, die die Maßnahmen des European Green Deals verzögern möchten. Zu den Bremsern gehören neben einigen osteuropäischen Staats- und Regierungschefs auch Teile der CDU (CDU Wirtschaftsrat). Die Autolobby aus Deutschland versucht außerdem, gewichtige Lockerungen bei den Emissionsvorschriften zu erreichen.

Im Aufruf der Green Recovery Alliance heißt es:

Wir rufen ein globales Bündnis von parteiübergreifenden politischen Entscheidungsträgern, Wirtschafts- und Finanzführern, Gewerkschaften, NGOs, Think-Tankern und Interessenvertretern auf, die Einrichtung von Green Recovery-Investitionspaketen zu unterstützen und umzusetzen. Diese sollen als Beschleuniger des Übergangs zu Klimaneutralität und zu gesunden Ökosystemen fungieren. Wir verpflichten uns daher zur Zusammenarbeit, zur gemeinsamen Nutzung von Wissen, zum Austausch von Fachwissen und zur Schaffung von Synergien, um die von uns benötigten Investitionsentscheidungen zu treffen.

Übersetzer Auszug aus dem Schreiben der Green Recovery Alliance

Politische Unterstützung erhält die Green Recovery Alliance beispielsweise von Bundesumweltministerin Svenja Schulze, die eine Chance sieht, ein neues Modell für Wohlstand zu schaffen: „Dieses neue Modell muss sich an den Klimazielen orientieren, den nötigen Rückenwind für eine klimaneutrale Wirtschaft in ganz Europa geben und uns helfen, künftige Herausforderungen gemeinsam zu meistern.“

Und Initiator Pascal Canfin ist sich sicher: „Wir müssen alle Kräfte für einen grünen Aufschwung bündeln.“ Seine Green Recovery Alliance hat jede Unterstützung verdient.

Martin Ulrich Jendrischik, Jahrgang 1977, beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren als Journalist und Kommunikationsberater mit sauberen Technologien. 2009 gründete er Cleanthinking.de – Sauber in die Zukunft. Im Zentrum steht die Frage, wie Cleantech dazu beitragen kann, das Klimaproblem zu lösen. Die oft als sozial-ökologische Wandelprozesse beschriebenen Veränderungen begleitet der Autor und Diplom-Kaufmann Jendrischik intensiv. Als „Clean Planet Advocat“ bringt sich der gebürtige Heidelberger nicht nur in sozialen Netzwerken wie Twitter / X oder Linkedin und Facebook über die Cleanthinking-Kanäle ein.

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