Italvolt will vier Milliarden Euro in italienische Gigafactory für E-Auto-Batterien investieren

Immer mehr Gigafactories siedeln sich in Europa an – Italvolt will die Größte Europas bauen.

Nach Britishvolt – das Unternehmen plant eine Fabrik in Blyth – und Northvolt drängt ein weiteres, ähnlich klingendes Vorhaben in die Öffentlichkeit: Italvolt wird die erste Gigafactory für Lithium-Ionen-Batterien in Italien bauen – mit einer möglichen Gesamtkapazität von 70 Gigawattstunden pro Jahr. Für eine der größten Fabriken für E-Auto-Batterien überhaupt wird im Augenblick aber noch ein Standort gesucht. Hinter dem Vorhaben steckt der Unternehmer, der einst Britishvolt gründete.

Lars Carlstrom ist Industrieveteran und war in verschiedenen Rollen im Automobilsektor aktiv. Beispielsweise als Gründer und Anteilseigner von Britishvolt. Nun will der Unternehmer die größte, europäische Gigafactory bauen, die nach eigenen Angaben die zwölfgrößte der Welt werden dürfte. Bei der Auswahl von Italien als Standort für die Fabrik hat sich Carlstrom auch von der historischen Bedeutung des Landes im Automobilsektor treiben lassen.

Auf einem Gelände von 300.000 Quadratmetern mit einer anfänglichen Kapazität von 45 Gigawattstunden sollen Batterien von 4.000 Mitarbeitern produziert wird. Insgesamt könnten mehr als 10.000 Arbeitsplätze rund um die Italvolt Gigafactory geschaffen werden. Bis Frühjahr 2024 soll die erste Phase des Projekts abgeschlossen sein – anschließend ist eine Erweiterung von 70 Gigawattstunden möglich.

Die neue Anlage soll mit ihrer Produktion einen bedeutenden Beitrag zur wachsenden Nachfrage nach Batterien in Europa leisten können, die vor allem von der Automobilindustrie ausgeht. Diese wird bis 2030 weltweit um das 17-fache auf etwa 3.600 Gigawatt (GWh) wachsen, wobei der prognostizierte Bedarf in der Europäischen Union bei 565 Gigawattstunden liegt, nur hinter China mit einem erwarteten Bedarf von 1.548 Gigawattstunden.

Das Italvolt-Gigafactory soll von der Architekturabteilung von Pininfarina entworfen werden. Das Autodesignhaus feierte kürzlich sein 90-jähriges Jubiläum. Mit einem starken Fokus auf ökologische und soziale Auswirkungen beabsichtigt Pininfarina, eine Industrieanlage der neuen Generation zu entwerfen, die intelligent und verantwortungsbewusst ist, DFMA-Baumethoden anwendet.

Unser Ziel ist es, die Zukunft der Automobilindustrie zu sichern und sicherzustellen, dass die Lieferkette von Anfang bis Ende so grün wie möglich ist. Die sozioökonomischen Auswirkungen, die die neue grüne Industrialisierung mit sich bringt, werden für die Welt ein Game Changer sein.

Lars Carlstrom, CEO und Gründer von Italvolt

Comau, ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich der industriellen Automatisierung und einer starken Spezialisierung auf Elektrifizierungsprozesse, wird der Lieferant von innovativen Lösungen, Systemen und Technologien für die Gigafactory werden.

Europäische Batterie-Gigafactories im Überblick

Die Übersicht von Roland Zenn vom Januar 2021 zeigt eindrucksvoll, was sich im Hinblick auf Elektroautos in Europa bewegt. Beinahe täglich kommen weitere Ankündigungen von Batterieherstellern dazu.

Martin Ulrich Jendrischik, Jahrgang 1977, beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren als Journalist und Kommunikationsberater mit sauberen Technologien. 2009 gründete er Cleanthinking.de – Sauber in die Zukunft. Im Zentrum steht die Frage, wie Cleantech dazu beitragen kann, das Klimaproblem zu lösen. Die oft als sozial-ökologische Wandelprozesse beschriebenen Veränderungen begleitet der Autor und Diplom-Kaufmann Jendrischik intensiv. Als „Clean Planet Advocat“ bringt sich der gebürtige Heidelberger nicht nur in sozialen Netzwerken wie Twitter / X oder Linkedin und Facebook über die Cleanthinking-Kanäle ein.

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