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Origin Materials entwickelt CO2-negative Materialien auf Basis von Holzresten

Technologie von Origin Materials etwa zur Herstellung von PET ist eine mögliche Alternative zu Biokunststoffen.

Das kalifornische Cleantech-Unternehmen Origin Materials hat sich ein gewaltiges Ziel gesteckt: Es möchte den Übergang der Welt zu nachhaltigen Materialien ermöglichen. Dazu hat es eine Plattformtechnologie entwickelt. die fossile Ressourcen wie Erdöl durch reichlich vorhandene Quellen wie etwa Holzreste ersetzen kann. Auf Basis der Rohstoffe von Origin Materials lassen sich unzählige, CO2-negative Produkte herstellen – vom Turnschuh über Flaschen bis zu Autoteilen.

Origin begann mit einer Idee: Was wäre, wenn wir nach Potenzialen suchen würden, wo andere den Versuch aufgegeben haben – und die Welt verändern würden? Im Jahr 2008 gründeten Chemieingenieur-Studenten der University of California ein neues Materialtechnologie-Unternehmen. Seitdem wendet Origin Materials das Denken nach den ersten Prinzipien auf herausfordernde, lohnende Probleme in der Chemie und im Ingenieurwesen an.

Origins dekarbonisierende Technologie adressiert eine Billion Dollar-Marktchance und wird möglicherweise die Produktion einer breiten Palette von Endprodukten umkrempeln. Zu den Produkten zählen Kleidung, andere Textilien, Kunststoffe, Verpackungen, Autoteile, Reifen, Teppiche, Spielzeug und mehr.

Das Cleantech-Unternehmen Origin Materials, das neben einem Sitz in Kalifornien heute mittlerweile auch einen Standort im kanadischen Ontario hat, sieht sich selbst als weltweit führendes Unternehmen für kohlenstoffnegative Materialien. Chemische Prozesse und andere Technologien sollen es ermöglichen, Erdöl durch billigere, erneuerbare Kohlenstoffquellen zu ersetzen. So können beispielsweise Holzreste aus nachhaltiger Forstwirtschaft verwendet werden, um Basischemikalien zu erzeugen, die in einer Vielzahl von Alltagsgegenständen vorhanden sind.

Origins Vision ist eine Welt, in der kohlenstoffnegative Produkte und Materialien die Regel und nicht die Ausnahme sind und in der die Herstellung von Produkten dem Klima hilft, anstatt es zu schädigen.

John Bissell, Mitbegründer und Co-CEO von Origin

Erste kommerzielle Anlage entsteht

Oft ist für Cleantech-Unternehmen der entscheidende Schritt nicht die Entwicklung einer Lösung im Demonstrations-Maßstab, sondern deren Skalierung in industrielle Größenordnungen. Auch Origin Materials steht dieser Schritt noch bevor, aber die Aussichten scheinen günstig zu sein, dass es das Unternehmen mit einem sehr erfahrenen Management-Team schaffen kann. Die Inbetriebnahme der ersten Fabrik, die in Sarnia (Ontario, Kanada) derzeit entsteht, ist für Ende 2022 geplant. Bis Ende 2029 könnten dann vier weitere Standorte hinzukommen.

Bemerkenswert: Durch die Koinzidenz, dass die bisherigen Investoren des Unternehmens (PepsiCo, Danone, Nestle) auch gleichzeitig Kunden der Firma werden, sind die Produktionskapazitäten der ersten Anlagen bereits vergeben. Der vom Cleantech-Unternehmen Schritt für Schritt adressierte Markt ist groß: Laut Angaben des Unternehmens geht es um mindestens eine Billion Marktvolumen.

Origin Materials geht an die Börse

Im Februar 2021 kündigte Origin Materials an, im Zuge eines Zusammenschluss mit Artius Acquisition Inc (Nasdaq:AACQU) an die Börse gehen zu wollen. Nach Abschluss der Transaktion im zweiten Quartal 2021 wird das kombinierte Unternehmen als ORGN gelistet sein. Die bisherigen COEs John Bissell und Rich Riley werden auch künftig die führenden Managementrollen übernehmen.

Der Börsengang soll einen Erlös von etwa 925 Millionen US-Dollar einbringen. Damit will Origin Materials seine Geschäftstätigkeit bis zur Erzielung des ersten, positiven EBIT finanzieren. Laut Investorenpräsentation wird die Ausweisung des ersten Gewinns aber noch einige Jahre auf sich warten lassen.

Wir glauben, dass wir einzigartig positioniert sind, um der klare Marktführer in dieser Kategorie zu sein. Dies basiert auf der Tatsache, dass unsere Technologie auf der Umwandlung der kostengünstigsten Non-Food-Rohstoffe in dekarbonisierte, lieferkettenfähige Materialien basiert. Damit können wir als einziger Hersteller preislich mit erdölbasierten Materialien konkurrieren.

John Bissell, Mitbegründer und Co-CEO von Origin

In den vergangenen zehn Jahren hat Origin eine Plattform entwickelt, um den in der Biomasse enthaltenen Kohlenstoff in nützliche Materialien umzuwandeln und dabei gleichzeitig Kohlenstoff zu binden.

Die Wissenschaft hat sich stetig weiterentwickelt, vom ersten Konzeptnachweis bis zur Pilot-Demonstration und darüber hinaus. Im Jahr 2016 gingen Nestlé Waters und Danone eine Allianz mit Origin ein, um das erste Produkt der Plattform zu vermarkten, einen pflanzenbasierten PET-Kunststoff mit einem geringen CO2-Fußabdruck.

NaturALL Bottle Alliance mit PepsiCo und Danone

Origin Materials hat schon vor einigen Jahren eine hochkarätige Allianz für 100 Prozent biobasierte PET-Flaschen initiiert. Teil der NaturALL Bottle Alliance sind Danone, Nestlé Waters und PepsiCo. Alle drei Unternehmen haben sich auch am Unternehmen direkt beteiligt – diese Beteiligung geht im Zuge des Börsengangs entsprechend auf das neue Unternehmen über.

Impact der Technologie von Origin Materials

Gelingt dem Cleantech-Unternehmen die Skalierung der eigenen Technologien, kann der Impact für die Gestaltung einer Null-Emissions-Welt gewaltig sein. Denn: Während ungefähr 55 Prozent der globalen Kohlenstoffemissionen aus der Energieerzeugung und dem Transport stammen, kommen die anderen 45 Prozent aus der Produktion von Materialien für Verbraucher- und Industrieprodukte.

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