Uniti nennt Preise und Spezifikationen für City-Elektroauto One

Kompaktes, elektrisches City-Auto wird mit 300 Reichweite fast 3.500 Euro teurer als gedacht – erste Auslieferungen in Nordeuropa in 2020.

Es war der 8. Dezember 2017 als das schwedische Cleantech-Startup Uniti sein erstes Elektroauto Uniti One der Öffentlichkeit präsentierte. Das Versprechen: 300 Kilometer Reichweite für weniger als 20.000 Euro in einem schicken Stadtflitzer für den urbanen Lifestyle. Heute hat das Elektroauto-Startup Preise und Spezifikationen für sein teilweise per Crowdfunding finanziertes Unterfangen konkretisiert.

Anstatt wie vor knapp zwei Jahren angenommen mit einer 22 Kilowattstunden-Batterie kommt die Basisversion des Uniti One nun tatsächlich nur mit sparsamen 12 Kilowattstunden zum Kunden. Dabei zeigt die Entwicklung einen Trend, der alle Hersteller von Elektroautos derzeit vor große Herausforderungen stellt: Die Batteriepreise entwickeln sich nicht so, wie es vor zwei Jahren noch prognostiziert wurde.

Beispiel 1: Auch Sono Motors aus München überraschte die eigene Community vor einer Weile mit teurerem Auto als ursprünglich vorgesehen. Der Grund: Die Batteriepreise.

Beispiel 2: Volkswagen wollte schnell ein Elektroauto für jeden auf den Markt bringen. Aber der ID.3 kostet nur in bestimmten Basisversionen weniger als 30.000 Euro und der ID.1, das kleinere Stadtauto, wird erst 2023 oder 2024 auf den Markt kommen. Womöglich erwartet VW bis dahin geringere Preise, weil der Konzern gemeinsam mit Northvolt in eigene Batteriezellen und Batteriesysteme investiert.

Beispiel 3: Auch Tesla hatte das Tesla Model 3 als günstigeres Auto versprochen und konnte dieses Versprechen bis heute nicht einhalten. Auch Tesla investiert nun kräftig in eigene Batteriezellen, verbunden mit dem Ziel, weniger Batteriewechsel während der Lebensdauer eines Fahrzeugs einplanen zu müssen. Da die Kalifornier eine Flotte aufbauen wollen, ist das für sie besonders entscheidend.

Aber zurück zu Uniti und Uniti One. Das Basismodell mit 12-Kilowattstunden-Batterie und geschätzte 150 Kilometer Reichweite kostet 17.767 Euro zzgl. Mehrwertsteuer und abzüglich staatlicher Förderungen. Wer die Version mit der Reichweite von 300 Kilometern haben möchte, muss nun 20.567 Euro bezahlen – und zusätzlich sich gut überlegen, ob er für weitere 2.800 Euro eine DC-Schnellladefunktion möchte. Aus weniger als 20.000 Euro werden also nun 23.367 Euro.

Platz für drei Mitfahrer: Uniti setzt den Fahrer in die Mitte

Das Elektroauto von Uniti kann auf kleinstem Raum bis zu drei Erwachsene aufnehmen. Das soll durch die hochflexible Sitzkonfiguration ermöglicht werden. Die zentrale Fahrposition ermöglicht den Fahrgästen im Fond den schnellen und einfachen Zugang zum und aus der Kabine, was den Uniti One zum perfekten Stadtfahrzeug macht. Beispielsweise ideal für Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen als als Mikrotaxi.

Werden weniger Menschen transportiert, hat das Auto ein Ladevolumen von erstaunlichen 760 Litern – wenn die Rücksitzbank flach eingeplappt wird. Natürlich ist das Uniti-Elektroauto mit dem Internet verbunden und führt den Fahrer sicher zur nächsten Ladesäule.

Uniti hat Scheiben integriert, die sich abdunkeln

Uniti-Flitzer könnten bald zum Stadtbild dazugehören

Weitere Details sind für den Preis durchaus bemerkenswert und zeigen den Anspruch des Cleantech-Unternehmens, höchst attraktive Autos auf den Markt bringen zu wollen: So verdunkelt sich das Dach automatisch, um zu verhindern, dass sich das Fahrzeug beim Parken erwärmt. Das reduziert auch den Energiebedarf für die erneute Kühlung der Kabine. Das elektrochrome Glas fungiert auch als virtuelle Sonnenblende und färbt die Oberseite der Windschutzscheibe ab, um Helligkeit und Blendung für den Fahrer zu reduzieren.

Der Uniti One wird zunächst Käufern in Nordeuropa angeboten, erste Lieferungen in Schweden und Großbritannien sind für Mitte 2020 geplant. Nach und nach werden nach Angaben des Cleantech-Startups weitere Märkte hinzukommen.

Martin Ulrich Jendrischik, Jahrgang 1977, beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren als Journalist und Kommunikationsberater mit sauberen Technologien. 2009 gründete er Cleanthinking.de – Sauber in die Zukunft. Im Zentrum steht die Frage, wie Cleantech dazu beitragen kann, das Klimaproblem zu lösen. Die oft als sozial-ökologische Wandelprozesse beschriebenen Veränderungen begleitet der Autor und Diplom-Kaufmann Jendrischik intensiv. Als „Clean Planet Advocat“ bringt sich der gebürtige Heidelberger nicht nur in sozialen Netzwerken wie Twitter / X oder Linkedin und Facebook über die Cleanthinking-Kanäle ein.

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