Deutschland hat 2025 erstmals die 100-Gigawatt-Marke bei der installierten Solarleistung überschritten – doch der Hunger nach Fläche wächst schneller als die Flächenverfügbarkeit. Agri-Photovoltaik könnte diesen Konflikt auflösen.
Auf Agri-PV-Anlagen werden Solarmodule so über landwirtschaftlichen Flächen montiert, dass der Anbau darunter weiterläuft. Die Ernte fällt meist nur geringfügig schlechter aus, in Hitze- und Dürrejahren sogar besser – weil die Panels Schatten spenden und den Boden kühlen. Studien des Fraunhofer ISE zeigen, dass bestimmte Kulturen wie Kartoffeln, Weizen und Salat unter bifazialen Modulen ähnliche oder höhere Erträge erzielen wie im Freiland.
Das Potenzial in Deutschland liegt laut Berechnungen bei mehreren Hundert Gigawatt-Peak – ein Vielfaches des heutigen Bestands. Das Hemmnis ist weniger technischer als regulatorischer Natur: Agri-PV-Anlagen gelten baurechtlich als Sonderfall, Genehmigungsverfahren dauern Jahre. Wenn Deutschland seine Klimaziele halten will, muss dieser Engpass dringend beseitigt werden.
