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Ladesäulen-Chaos: Netzagentur plant freie Stromanbieterwahl

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Bund plant darüber hinaus, 1.000 DC-Ladeparks zu errichten, um das Ladesäulen-Chaos zu reduzieren.

Dem Ladesäulen-Chaos in Deutschland soll in den kommenden Monaten endlich ein Ende bereitet werden. Wie der Hamburger Ökostromversorger LichtBlick berichtet, plant die Netzagentur die freie Stromanbieterwahl an der Ladesäule zu ermöglichen. Gleichzeitig will der Bund stärker eingreifen und ein Netz von 1.000 Schnellladesäulen selbst etablieren. Beides wäre ein klares Signal für mehr Wettbewerb, fairere Preise und die Chance auf weniger unzuverlässigen Wildwuchs an Deutschlands Autobahnen.

Konkret ist die Planung der Bundesnetzagentur wie folgt: Sie möchte Fahrern von Elektroautos ermöglichen, an den derzeit 28.000 öffentlichen Ladepunkten deutschlandweit die elektrische Energie ihres Wunschanbieters zu laden. Das geht aus einer Konsultation der Behörde mit Vertretern der Energiewirtschaft hervor. Auch DER SPIEGEL berichtet in seiner aktuellen Ausgabe darüber.

Die Pläne der Netzagentur sind ein Meilenstein für die Elektromobilität. Endlich wird der Weg frei für echten Wettbewerb, faire Preise und Transparenz an der Ladesäule. Der Staat fördert öffentliche Ladesäulen massiv. Auch darum ist es überfällig, die Belange der E-Auto-Nutzer zu berücksichtigen.

Gero Lücking, Geschäftsführer Energiewirtschaft bei LichtBlick

Bisher kommt der Strom ausschließlich vom Betreiber der Ladesäule – mit fatalen Folgen für den Markt. Der zuletzt 2019 veröffentlichte Ladesäulencheck von LichtBlick zeigt die Missstände schonungslos auf: Regionale Monopole, ein undurchsichtiger Tarifdschungel, unterschiedliche Abrechnungsmethoden und häufig überhöhte Preise schrecken E-Auto-Fahrer ab. „Laden unterwegs ist häufig ein Albtraum“, so Lücking.

Das könnte sich nach den Plänen der Bundesnetzagentur dann ab Frühjahr 2021 ändern. Das nun eröffnete Konsultationsverfahren soll die technischen Grundlagen schaffen, damit künftig E-Mobilisten einen Fahrstromtarif bei ihrem Wunschanbieter buchen und zu diesem Tarif an jeder öffentlichen Ladesäule zwischen Flensburg und München Strom laden können. „Damit wird das Laden eines E-Mobiles in Zukunft ebenso einfach wie heute das Tanken eines Benziners“, erläutert Lücking.

LichtBlick erwartet allerdings Gegenwind der Betreiber. „Stadtwerke und Konzerne fürchten um ihre regionalen Monopole. Aber wir sind optimistisch, dass die Behörde bei ihrem Kurs pro Wettbewerb und Verbraucher bleibt“, so Lücking. Ein kundenfreundliches Ladesäulennetz ist entscheidend für den Durchbruch der Elektromobilität und die Klimaziele im Verkehrssektor. Diese Erkenntnis ist auch in Bonn und Berlin gereift.

Baut der Bund nun die Supercharger selbst?

In den vergangenen Tagen ließ eine weitere Meldung aufhorchen, die ebenfalls die Bekämpfung des Ladesäulen-Chaos entscheidend voranbringen könnte. Wie electrive berichtet, will der Bund 1.000 DC-Ladeparks errichten. Demnach schreibt die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur der NOW die Errichtung und den Betrieb des größten deutschen Schnell-Ladenetzwerks aus.

Spätestens im vierten Quartal soll das Verfahren losgehen: 1.000 Standorte mit bis zu zweistelliger, teilweise dreistelliger Anzahl von Ladepunkten sollen so aufgebaut werden. Das Vorbild für diesen Paradigmenwechsel ist klar: Das Supercharger-Netzwerk von Tesla. Es scheint, als würde mit dem Auslieferungsstart des VW ID.3 nun endlich ernsthafte Bewegung in die Elektromobilität kommen. Und das ist verdammt gut so.

Worthy

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