Stiftung Warentest
Elektro statt Verbrenner: Mähroboter lösen Rasenmäher ab
Moderne Mähroboter kommen ohne Schleife im Rasen aus, wie die Stiftung Warentest im aktuellen Test 2026 zeigt
Der benzinbetriebene Rasenmäher ist ein Auslaufmodell. Seine Nachfolger navigieren per Satellit oder Kamera autonom durch den Garten, laden ihren Akku an der Solaranlage und verursachen weder Abgase noch Lärm. Doch wie gut sind die aktuellen Mähroboter wirklich? Die Stiftung Warentest hat 14 Modelle geprüft und das Ergebnis ist ernüchternd: Nur zwei erhalten das Qualitätsurteil „gut“. Acht Geräte schaffen ein „befriedigend“, eines fällt mit „mangelhaft“ durch. Doch der Ende März 2026 veröffentlichte Test zeigt vor allem eines: Die neue Generation kommt ohne Begrenzungsdraht aus.
„Die neue Generation der Mähroboter hat sich technisch enorm entwickelt. Man könnte von einem Schlüsselmoment bei der Entwicklung dieser Produktgruppe sprechen.“
Henning Withöft, Experte für Gartengeräte bei der Stiftung Warentest
Getestet wurden von der Stiftung Warentest Mähroboter-Modelle von Ecovacs, Dreame, Husqvarna, Gardena, Einhell, Bosch, Worx und weiteren Herstellern. Die Preise reichen von rund 290 bis 1.700 Euro. Acht der 14 Geräte kommen ohne Begrenzungsdraht aus und repräsentieren damit den aktuellen Technologietrend. Wer einen Mähroboter kaufen will, sollte die Testergebnisse genau studieren, denn die Unterschiede sind erheblich.
Testsieger Ecovacs Goat O800 RTK und Dreame Mova 600

Der Ecovacs Goat O800 RTK sichert sich mit der Gesamtnote 2,4 den Spitzenplatz im Mähroboter-Test der Stiftung Warentest. Das Gerät navigiert per RTK-Satellit und überzeugt mit guter Mähleistung (2,2), starker Navigation (1,9) und der besten Sicherheitsbewertung im Testfeld (1,6).
Für rund 699 Euro bietet der Ecovacs ein solides Gesamtpaket. Einziger Wermutstropfen: Beim Basisschutz persönlicher Daten reicht es nur für ein „ausreichend“ (4,0).
Knapp dahinter landet der Dreame Mova 600 mit der Note 2,5. Beim Mähen selbst schneidet er mit 2,0 sogar besser ab als der Testsieger, auch die Navigation ist mit 1,9 gleichauf. Abzüge gibt es bei der Sicherheit (2,6) und ebenfalls beim Datenschutz (4,0).
Auch der Mova 600 kostet rund 699 Euro und kommt ohne Begrenzungsdraht aus. Beide Testsieger zeigen: Gute Mähroboter ohne Kabel gibt es bereits für unter 700 Euro.
Alle 14 Mähroboter im Überblick: Testergebnisse der Stiftung Warentest
Die folgende Tabelle zeigt alle getesteten Modelle mit Gesamtnote, Typ, Preis und den wichtigsten Einzelnoten. Per Klick auf „Amazon“ oder „Coolblue“ gelangen Sie direkt zum jeweiligen Angebot.*
| Modell | Note | Typ | Mähen | Sicherheit | ca. Preis | Angebote** |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Ecovacs Goat O800 RTK | gut (2,4) | Ohne Draht | 2,2 | 1,6 | 699 € | OBI, tink, hagebau |
| Dreame Mova 600 | gut (2,5) | Ohne Draht | 2,0 | 2,6 | 699 € | OBI, Amazon |
| Gardena Smart Sileno City | befr. (2,6) | Mit Draht | 2,4 | 3,6 | 599 € | Amazon |
| Husqvarna Automower 305E Nera | befr. (2,6) | Ohne Draht | 2,2 | 3,6 | 1.399 € | Tink |
| Husqvarna Automower Aspire R4 | befr. (2,6) | Mit Draht | 1,7 | 3,6 | 814 € | Amazon |
| Mammotion Yuka mini 600 | befr. (2,6) | Ohne Draht | 2,0 | 3,6 | 899 € | OBI |
| Solo by Al-Ko Robolinho 520 W | befr. (2,6) | Mit Draht | 2,5 | 3,6 | 814 € | Amazon |
| Anthbot Genie 600 | befr. (2,7) | Ohne Draht | 2,0 | 4,0 | 619 € | Amazon |
| Einhell Freelexo Cam Plus 600 | befr. (2,9) | Ohne Draht | 2,5 | 1,6 | 549 € | Amazon |
| Anker Eufy E15 | befr. (3,0) | Ohne Draht | 2,0 | 4,0 | 1.049 € | Amazon |
| Bosch Indego M+ 700 | befr. (3,1) | Mit Draht | 3,5 | 3,6 | 700 € | OBI |
| Yard Force MB400 | befr. (3,2) | Mit Draht | 3,5 | 3,6 | 280 € | OBI |
| Worx WR208E | befr. (3,4) | Ohne Draht | 2,2 | 4,0 | 999 € | Amazon |
| Stiga G 600 | mangelhaft (5,0) | Mit Draht | 3,0 | 5,0 | 999 € | vom Markt genommen |
Was bedeutet das für Gartenbesitzer und Prosumer?
Der Mähroboter-Test 2026 markiert einen Wendepunkt: Die drahtlosen Modelle haben die kabelgebundene Konkurrenz technologisch überholt. Die beiden einzigen „guten“ Geräte im Test navigieren per Satellit oder Kamera. Wer heute noch einen Begrenzungsdraht verlegen will, investiert in eine auslaufende Technologie. Withöft bestätigt: Die neuen drahtlosen Modelle navigieren „häufig zielsicherer als ihre Drahtkollegen aus vorherigen Tests“.
Die Ersteinrichtung unterscheidet sich je nach Modell. Einige Mähroboter müssen zunächst per Handy-App ferngesteuert einmal um den Mähbereich geführt werden, damit sie die Grenzen des Rasens lernen. Andere Modelle orientieren sich ausschließlich über Kameras und Sensoren und kommen ganz ohne diese „Gassirunde“ aus. Auch das Umfahren von Hindernissen funktioniert laut Stiftung Warentest deutlich besser als bei früheren Generationen.
Problemzonen bleiben allerdings die Randstreifen und der Bereich um die Ladestation: Hier hinterlassen auch die aktuellen Modelle ungemähte Stellen, die von Hand nachgestutzt werden müssen.
Für Prosumer mit eigener Solaranlage und Batteriespeicher ist ein elektrischer Mähroboter die logische Erweiterung des eigenen Energiesystems. Der Roboter lädt tagsüber mit Solarstrom, mäht autonom und verursacht weder Abgase noch Lärm. Im Vergleich zum benzinbetriebenen Rasenmäher spart das pro Saison nicht nur CO₂, sondern auch spürbar Geld. Wer ohnehin Strom vom eigenen Dach erntet, für den ist der Betrieb eines Mähroboters nahezu kostenlos.
Allerdings offenbart der Test auch ein strukturelles Problem: Sicherheit bleibt die Achillesferse der Branche. Zehn der 14 getesteten Modelle bestehen die Prüfung mit dem liegenden Kinderprüfarm nicht. Dieser simuliert ein krabbelndes Kind, und die meisten Roboter überfahren den Prüfkörper, statt zu stoppen. Für Familien mit kleinen Kindern ist das ein ernstes Risiko, das Hersteller dringend lösen müssen.
Igelschutz: Erstmals getestet, fast alle durchgefallen
Neu im Testprogramm 2026 ist eine eigene Igelschutzprüfung. Die Stiftung Warentest hat dafür eine beheizbare Igel-Attrappe ins Gras gelegt und beobachtet, ob die Mähroboter das Hindernis erkennen und ausweichen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Bis auf ein einziges Modell fuhren alle Roboter gegen die Attrappe. Sieben von acht drahtlosen Geräten erhielten deshalb beim Igelschutz nur die Note „befriedigend“ oder „ausreichend“.
Für Gartenbesitzer, denen die heimische Tierwelt am Herzen liegt, empfiehlt Withöft eine einfache, aber wirksame Maßnahme: den Mähroboter ausschließlich tagsüber fahren lassen, da Igel vor allem in der Dämmerung und nachts unterwegs sind. In einigen Städten ist das ohnehin Pflicht: In Göttingen, Köln und Leipzig ist der Einsatz von Mährobotern nachts bereits verboten. Die Kombination aus Tagbetrieb und Solarstrom ergibt dabei ein stimmiges Gesamtkonzept: Der Roboter mäht, wenn die Sonne scheint, schützt die Igel und lädt seinen Akku mit eigenem Strom.
Das Mittelfeld: Solide Technik mit Einschränkungen
Gleich fünf Modelle teilen sich die Note 2,6 und landen damit im oberen „befriedigend“-Bereich. Der Husqvarna Automower 305E Nera mäht gut (2,2) und navigiert ordentlich (2,3), kostet mit 1.699 Euro aber mehr als doppelt so viel wie die beiden Testsieger. Beim Umwelt-Kriterium (3,5) schneidet er deutlich schlechter ab als die günstigere Konkurrenz. Auch er besteht den Kinderprüfarm-Test nicht.
Der Mammotion Yuka mini 600 für 899 Euro bietet die beste Navigation im Testfeld (1,8) und den besten Datenschutz unter den drahtlosen Modellen (2,5). Seine Schwäche liegt in der Handhabung (3,7) und der Sicherheit (3,6). Der Einhell Freelexo Cam Plus 600 ist mit 665 Euro das günstigste drahtlose Modell im Test und erzielt bei Sicherheit die Bestnote 1,6, schwächelt aber bei der Navigation (3,4).
Bei den Modellen mit Begrenzungsdraht schneidet der Gardena Smart Sileno City (728 Euro, Note 2,6) am besten ab, gefolgt vom Husqvarna Automower Aspire R4 (724 Euro, Note 2,6), der beim Mähen mit 1,7 die beste Einzelnote im gesamten Test erzielt. Der Solo by Al-Ko Robolinho 520 W (756 Euro, Note 2,6) überzeugt mit der besten Umweltnote (1,7).
Datenschutz: Keiner schützt wirklich gut
Ein Thema, das im Mähroboter-Test der Stiftung Warentest 2026 auffällt: Kein einziges drahtloses Modell erreicht beim Basisschutz persönlicher Daten eine bessere Note als „gut“ (2,5). Die Mehrheit der Geräte erhält ein „ausreichend“ (4,0). Mähroboter mit Kamera und Satellitennavigation sammeln zwangsläufig Daten über den Garten und seine Umgebung. Wie diese Daten verarbeitet, gespeichert und geschützt werden, bleibt bei vielen Herstellern intransparent.
Für sicherheitsbewusste Verbraucher bedeutet das: Vor dem Kauf die Datenschutzerklärung des Herstellers prüfen, die App-Berechtigungen kritisch hinterfragen und im Zweifel auf Modelle setzen, die möglichst wenig Daten in die Cloud übertragen. Der Mammotion Yuka mini 600 (2,5) und der Husqvarna Automower 305E Nera (3,0) schneiden hier noch am besten ab.
Durchgefallen: Stiga G 600 mit „mangelhaft“
Am Ende der Tabelle steht der Stiga G 600 mit dem vernichtenden Urteil „mangelhaft“ (5,0). Das Modell mit Begrenzungsdraht für 999 Euro scheitert an der Sicherheit: Es überfuhr im Test den Prüffuß, der ein krabbelndes Kind simuliert. Ein so gravierender Sicherheitsmangel führt bei der Stiftung Warentest zur Abwertung des Gesamturteils auf „mangelhaft“, unabhängig davon, wie gut das Gerät in anderen Kategorien abschneidet. Laut Stiftung Warentest hat der Anbieter das Produkt inzwischen vom Markt genommen.
Einordnung: Der Mähroboter-Markt im Umbruch
Der Mähroboter-Test 2026 der Stiftung Warentest bestätigt, was sich in der Branche seit zwei Jahren abzeichnet: Die Zukunft gehört den drahtlosen Modellen. Während die kabelgebundenen Geräte im 2024er-Test noch das Feld dominierten, sind es jetzt die RTK- und kamerabasierten Roboter, die die besten Noten einfahren. Die Technologie ist ausgereifter geworden, die Preise sind gefallen.
Gleichzeitig zeigt der Test, dass die Branche beim Thema Sicherheit nicht mit dem Tempo der technologischen Entwicklung mithält. Die meisten Geräte erkennen stehende Hindernisse, scheitern aber an liegenden Objekten. Solange das so bleibt, sollten Mähroboter nur unter Aufsicht betrieben werden, wenn kleine Kinder oder Haustiere im Garten spielen.
Auch bei der Planung des Standorts gibt es einiges zu beachten. Die Ladestation benötigt je nach Hersteller mehrere Meter freie Fläche davor und rund einen Meter Abstand an den Seiten, damit der Roboter sie zuverlässig anfahren kann. Wer einen Garten mit vielen Bäumen oder Überdachungen hat, sollte zudem wissen: Satellitengestützte Modelle brauchen freie Sicht zum Himmel. Bei dichtem Baumbestand kann es sinnvoll sein, auf einen Mähroboter zu setzen, der eine Kombination aus optischer und satellitengestützter Navigation bietet.
Mähroboter Test 2026: Elektro schlägt Verbrenner
Wer 2026 einen Mähroboter kaufen will, hat mit dem Ecovacs Goat O800 RTK und dem Dreame Mova 600 zwei solide Empfehlungen für jeweils rund 699 Euro. Beide Geräte navigieren zuverlässig ohne Begrenzungsdraht und mähen gut. Der Ecovacs punktet bei der Sicherheit, der Dreame beim Mähergebnis. Wer auf Datenschutz besonderen Wert legt, sollte den Mammotion Yuka mini 600 in Betracht ziehen.
Der Markt entwickelt sich rasant weiter. Für die zweite Jahreshälfte 2026 haben Dreame, Mammotion und Worx bereits neue Modelle angekündigt, die mit Allradantrieb, verbesserter KI-Navigation und noch besserer Hinderniserkennung aufwarten sollen. Wer nicht sofort kaufen muss, könnte von fallenden Preisen und technischen Verbesserungen profitieren. Eines ist aber schon jetzt klar: Der Begrenzungsdraht hat ausgedient.
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Martin Ulrich Jendrischik, Jahrgang 1977, beschäftigt sich seit 20 Jahren als Journalist und Kommunikationsberater mit sauberen Technologien. 2009 gründete er Cleanthinking.de – Sauber in die Zukunft. Im Zentrum steht die Frage, wie Cleantech dazu beitragen kann, das Klimaproblem zu lösen. Die oft als sozial-ökologische Wandelprozesse beschriebenen Veränderungen begleitet der Autor und Diplom-Kaufmann Jendrischik intensiv. Als „Clean Planet Advocat“ bringt sich der gebürtige Heidelberger nicht nur in sozialen Netzwerken wie Linkedin und Facebook über die Cleanthinking-Kanäle ein.