Gasspeicher Jemgun: Bild EWE
Gasspeicher-Füllstand: YouTuber redet eine Katastrophe herbei
Die aktuellen Daten der Gasspeicher-Füllstände zeigen indes: Es gibt keine Mangel-Situation in diesem Winter 2026.
Der aktuelle Gasspeicher-Füllstand liegt bei rund 35 Prozent – droht Deutschland 2026 wirklich eine Gasmangellage? Während wir diese Frage bereits in einem ersten Beitrag zum Gasmarkt eingeordnet haben, liegt der aktuelle Füllstand der deutschen Gasspeicher bei rund 37,8 Prozent – laut DVGW ausreichend, um bei normaler Witterung bis mindestens Ende April zu kommen. Akute Krise? Nicht in Sicht. Bei YouTube klingt das derzeit völlig anders: Kanäle wie „Vermietertagebuch“ inszenieren seit Tagen eine angeblich unmittelbar bevorstehende „Katastrophe“. In diesem zweiten Teil geht es deshalb um eine nüchterne Analyse der Gasspeicher-Füllstände– und darum, Zahlen von alarmistischen Narrativen zu trennen.
Einordnung: Was sagen die Gasspeicher wirklich über die Versorgungslage?
Entscheidend ist zunächst, wie Gasspeicher überhaupt zu lesen sind. Der BR-Energieexperte Lorenz Storch weist darauf hin, dass Speicherstände nicht isoliert oder regional betrachtet werden dürfen, sondern immer im Kontext des gesamten deutschen und europäischen Gasnetzes. Deutschland verfügt über ein eng vermaschtes Fernleitungsnetz, das Gasströme flexibel in alle Richtungen lenken kann.
Einzelne Speicher mit niedrigen Füllständen sind daher für sich genommen kein Warnsignal – relevant ist der Gesamtfüllstand aller Speicher und die laufende Importfähigkeit. Zudem verfügt Deutschland im europäischen Vergleich über außergewöhnlich große Speicherkapazitäten, die als strukturelles Sicherheitsnetz wirken.
Besonders irreführend ist die Fokussierung auf einzelne kleine oder regional unbedeutende Speicher, wie sie in alarmistischen Beiträgen regelmäßig betrieben wird. In der deutschen Speicherübersicht zeigt sich, dass die größten Speicherstandorte weiterhin deutlich über 40 Prozent gefüllt sind und damit den Löwenanteil der tatsächlich verfügbaren Kapazität stellen.
Kleine Speicher mit niedrigen Prozentwerten können optisch dramatisch wirken, tragen aber nur marginal zur nationalen Versorgung bei. Wer aus solchen Einzelwerten eine angebliche nationale „Katastrophe“ ableitet, verzerrt bewusst die Größenverhältnisse.
Hinzu kommt ein weiterer struktureller Faktor: Der große österreichische Speicher Haidach, der größer ist als alle bayerischen Speicher zusammen, steht Deutschland zu rund 50 Prozent zur Verfügung – aktuell mit einem Füllstand von knapp 59 Prozent. Allein dieser Zugriff entspricht etwa zehn Terawattstunden verfügbarer Reserve. Gleichzeitig hat der ehemals zentrale Speicher Rheden durch veränderte Gasflüsse und neue Importstrukturen strategisch an Bedeutung verloren, was erklärt, warum seine Befüllung heute nicht mehr die gleiche Aussagekraft besitzt wie noch vor einigen Jahren. Auch diese Verschiebung wird in vielen Paniknarrativen systematisch ausgeblendet.
Vor diesem Hintergrund wird deutlich: Die Gasspeicher liefern kein Indiz für eine unmittelbar drohende Versorgungskrise. Sie sind Teil eines flexiblen Gesamtsystems aus Speichern, Pipelines und LNG-Importkapazitäten, das kurzfristige Schwankungen ausgleichen kann. Die aktuell niedrigeren Füllstände erklären sich vor allem aus veränderten gesetzlichen Vorgaben zur Vorbefüllung und einem kalten Winter – nicht aus einer strukturellen Mangellage. Wer aus einzelnen Prozentzahlen apokalyptische Szenarien ableitet, ersetzt Analyse durch Dramatisierung.

Blick auf die großen Speicher: VNG, Uniper & RWE
Ein zentraler Fehler vieler Paniknarrative ist die verzerrte Fokussierung auf einzelne kleine Speicher mit niedrigen Prozentzahlen, als sei das repräsentativ für die gesamte Versorgungsarchitektur. Ein aussagekräftigerer Maßstab sind die großen Speicherstandorte, die zusammen einen erheblichen Teil der deutschen Speicherkapazität ausmachen – und damit für die nationale Versorgung deutlich relevanter sind.
Bei VNG Gasspeicher handelt es sich nicht um einen einzelnen Kavernenspeicher, sondern um ein Portfolio mehrerer Anlagen mit einer relativ hohen gesamten Arbeitsgas-Kapazität. Diese Gruppe von Speichern bildet zusammen einen der größeren volumengewichteten Puffer im deutschen System. Unter Berücksichtigung der verschiedenen Kavernen ergibt sich im Durchschnitt ein mittlerer Füllstand, der weiterhin deutlich über den Prozentwerten kleinerer Einzelspeicher liegt.
Ähnlich verhält es sich bei Uniper Energy Storage: Auch hier ist nicht ein einzelner Speicher gemeint, sondern eine Reihe von Speicherfeldern, die gemeinsam betrieben werden. Die aggregierten Füllstände dieser Uniper-Speicher bewegen sich im oberen Bereich des nationalen Durchschnitts – was unterstreicht, dass große Speichervolumina stabilere Puffer bilden und nicht in Kollektivpanik verfallen, nur weil kleine Speicher regional niedrig stehen.
Bei RWE Gas Storage GmbH ist die Logik dieselbe: Mehrere Speicher werden gemeinsam bilanziert, was dem Betreiber eine gewisse Diversifikation und Ausgleichsmöglichkeiten im System gibt. Der durchschnittliche Füllstand dieser Speicher liegt ebenfalls auf einem Niveau, das zeigt: Die großen volumetrischen Blöcke des deutschen Speicherparks sind – trotz saisonaler Abflüsse – nicht dramatisch „leer“, sondern tragen substantiell zur realen Versorgungssicherheit bei.
Wenn man die mittleren Füllstände dieser drei großen Speichergruppen – VNG, Uniper und RWE – zusammenfasst, ergibt sich ein Bild, das weit entfernt ist von einer systemischen Krise: Diese volumengewichteten Speicher befinden sich im Bereich deutlich über dem, was einzelne Alarmmeldungen suggerieren. Das zeigt, wie wichtig es ist, nicht nur einzelne Prozentwerte isoliert zu betrachten, sondern die absolute Kapazität hinter den Zahlen und die aggregierte Wirkung im gesamten Gasnetz.
Ein weiterer Punkt, der in der öffentlichen Debatte fast vollständig unterschlagen wird, ist die bewusste Speicherstrategie der Bundesregierung rund um den Gasspeicher-Füllstand. Nach den extrem teuren staatlichen Zwangsbefüllungen der Krisenjahre wurde das Regime gelockert: Statt Speicher im Sommer um jeden Preis auf über 90 Prozent zu füllen, wurde das Mindestniveau gesenkt. Der Hintergrund ist ökonomisch banal – der Markt bot Gas im Sommer zeitweise teurer an als im Winter. Eine staatlich verordnete Vollbefüllung hätte die Kosten für Verbraucher künstlich nach oben getrieben und Preissignale verzerrt. Genau darauf verweist auch der Energieexperte im BR-Interview: Der Staat wollte den Markt wieder stärker wirken lassen und vermeiden, erneut teuer gegen den Markt einzukaufen.
Dass diese Strategie nicht allen gefällt, ist ebenso nachvollziehbar – allerdings aus einem anderen Motiv heraus. Speicherbetreiber wie Uniper oder EWE drängen inzwischen auf eine staatlich finanzierte strategische Gasreserve, die ihnen garantierte Auslastung und stabile Erlöse sichern würde. Die Argumentation wird mit Versorgungssicherheit begründet, ökonomisch geht es jedoch vor allem um die Absicherung eines Geschäftsmodells, das durch geringere saisonale Preisspreads unter Druck geraten ist. Wenn Sommer- und Winterpreise näher zusammenrücken, verliert klassische Speicherarbitrage an Attraktivität. Die Forderung nach staatlichen Reserven ist damit weniger ein energiepolitischer Notruf – sondern ein industriepolitischer Verteilungskonflikt.
Gasspeicher-Füllstand: Bühne frei für das „Rechte Panik-Orchester“
Während Behörden, Netzbetreiber und Fachjournalisten nüchtern mit Zahlen arbeiten, bewerben sich auf YouTube täglich neue Protagonisten um einen Platz auf der großen Tournee der Empörungsökonomie. Jüngster Kandidat für das „Rechte Panik-Orchester“: der Kanal „Vermietertagebuch“. Inhaltlich folgt das Muster inzwischen zuverlässig: maximale Zuspitzung, minimale Datenkenntnis, maximaler Alarmismus – kombiniert mit geopolitischer Dramatisierung und einer Rhetorik, die eher an autoritäre Erzählmuster erinnert als an seriöse Analyse.
Ein besonders groteskes Beispiel liefert die Behauptung, Deutschland sei inzwischen zu „96 Prozent von Trump abhängig“. Diese Zahl stammt – stark verkürzt – aus einer Statistik zu LNG-Importen und bezieht sich ausschließlich auf den Anteil der USA an den deutschen LNG-Mengen, nicht auf die gesamte Gasversorgung. LNG wiederum macht nur einen Teil der deutschen Importe aus; der überwiegende Anteil kommt weiterhin per Pipeline aus Norwegen und den Niederlanden.
Aus „96 Prozent US-Anteil bei LNG“ eine „96-prozentige Abhängigkeit Deutschlands von Trump“ zu konstruieren, ist keine Ungenauigkeit mehr, sondern eine massive Verzerrung der Realität. So entstehen Paniknarrative: durch das bewusste Vermischen unterschiedlicher Bezugsgrößen, bis am Ende eine politisch verwertbare Schlagzeile steht.
Dazu behauptet „Vermietertagebuch“ wahrheitswidrig, die „Hälfte der deutschen Gasspeicher“ sei bereits gelb oder rot in der oben hereinkopierten Liste. Bitte was?
Nicht minder manipulativ ist die Fixierung auf einzelne bayerische Mini-Speicher mit niedrigen Füllständen, die dann als Beleg für eine angeblich drohende nationale Gaskatastrophe herhalten müssen. Prozentwerte werden emotional aufgeladen, ohne die zugrunde liegenden absoluten Speichervolumina zu benennen.
Besonders auffällig: Der für Süddeutschland hochrelevante Großspeicher Haidach, der größer ist als alle fünf bayerischen Speicher zusammen und an dem Deutschland rund 50 Prozent Zugriff hat, taucht in diesen Videos schlicht nicht auf – obwohl er aktuell bei rund 58 Prozent Füllstand liegt und damit allein mehrere Terawattstunden Sicherheitsreserve bereitstellt. Wer solche zentralen Fakten ausblendet, betreibt keine Analyse, sondern Dramatisierung.
Das Muster ist immer gleich: Kleine Speicher werden aufgeblasen, große Speicher ignoriert, relative Prozentzahlen aus dem Kontext gerissen, Importstatistiken verzerrt interpretiert. Heraus kommt kein realistisches Lagebild, sondern ein politisch aufgeladener Alarmismus. Genau deshalb ist es wichtig, diese Narrative konsequent zu dekonstruieren – und Zahlen wieder in ihren systemischen Zusammenhang zu stellen.
Die Kältefallen-Rhetorik
Wenn aktuelle Wetterdaten nicht ins Narrativ passen, wird auf kommende Extrem-Ereignisse verwiesen. So warnt Fritz Vahrenholt vor einer „Kältefalle“ infolge veränderter Großwetterlagen; der Begriff „Polarwirbel-Split“ fällt immer wieder in ähnlichem Kontext. Die ECMWF-Prognosen zeigen jedoch für die nächsten zwei Wochen keine Extrem-Kälte – auch nicht im Erzgebirge, das als Panik-Beispiel herhalten musste. Wer die Apokalypse immer in die Zukunft verschiebt, betreibt keine Analyse, sondern Angst-Rhetorik.
Am Ende bleibt eine doppelte Erkenntnis:
Erstens ist die aktuelle Versorgungslage kein Beleg für eine akute Gasmangellage, sondern Ausdruck eines Systems, das wetterabhängig, marktabhängig und geopolitisch verwundbar bleibt. Genau deshalb ist die eigentliche Lehre nicht, noch mehr Panik zu erzeugen oder neue fossile Abhängigkeiten zu zementieren – sondern die Abhängigkeit von Erdgas strukturell zu reduzieren.
Zweitens zeigt die Debatte, wie dringend eine faktenbasierte öffentliche Energiekommunikation gebraucht wird. Wer selektiv Prozentzahlen skandiert, Speichergrößen verschweigt und Importstatistiken verzerrt, löst kein Problem, sondern produziert Reichweite auf Kosten von Vertrauen.
Die strategische Antwort liegt nicht im Rückfall in fossile Sicherheitsfantasien, sondern in der konsequenten Transformation: schnellere Elektrifizierung von Wärme und Verkehr, beschleunigter Ausbau von Wind und Solar, systemische Speicherlösungen, flexible Netze, Effizienzsteigerung im Gebäudebestand und der schrittweise Ersatz von Erdgas durch Strom, Wärmepumpen, perspektivisch grünen Wasserstoff und synthetische Moleküle dort, wo Elektrifizierung nicht direkt möglich ist. Jede Kilowattstunde, die nicht mehr mit Gas erzeugt oder verheizt wird, senkt Importabhängigkeit, Preissensitivität und geopolitische Verwundbarkeit.
Wer heute seriös über Versorgungssicherheit und den Gasspeicher-Füllstand einzelner Speicher spricht, muss daher nicht fragen, wie wir das nächste Gasjahr überstehen – sondern wie schnell wir das fossile System hinter uns lassen. Die eigentliche Sicherheit entsteht nicht durch immer neue Reservekapazitäten, sondern durch ein robustes, elektrifiziertes, heimisches Energiesystem. Genau hier entscheidet sich, ob Deutschland vom permanenten Krisenmodus in eine Phase struktureller Stabilität kommt.
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Martin Ulrich Jendrischik, Jahrgang 1977, beschäftigt sich seit 20 Jahren als Journalist und Kommunikationsberater mit sauberen Technologien. 2009 gründete er Cleanthinking.de – Sauber in die Zukunft. Im Zentrum steht die Frage, wie Cleantech dazu beitragen kann, das Klimaproblem zu lösen. Die oft als sozial-ökologische Wandelprozesse beschriebenen Veränderungen begleitet der Autor und Diplom-Kaufmann Jendrischik intensiv. Als „Clean Planet Advocat“ bringt sich der gebürtige Heidelberger nicht nur in sozialen Netzwerken wie Linkedin und Facebook über die Cleanthinking-Kanäle ein.
Guten Abend, ich verfolge die Diskussion hier seit einer Woche mit Interesse und möchte nun auch etwas beisteuern. Meiner Einschätzung nach wird das Thema von der einen Seite verharmlost:
Ein Verweis auf die zu Verfügung stehenden Terminalkapazitäten halte ich für unseriös. Die Fahrtzeit eines LNG Tankers, ob jetzt von den amerikanischen Terminals oder von der arabischen Halbinsel, dauert 18-25 Tage (unter der Voraussetzung, dass das Schiff dort bereits beladen wurde. Gas, das am 01.03 benötigt würde, müsste folglich bereits heute auf ein Schiff geladen werden, um noch rechtzeitig da zu sein. In welchem Umfang diese Spezialschiffe überhaupt „kurzfristig“ zur Verfügung stehen, stelle ich ebenfalls in Frage. Wird sind nun einmal nicht der Nabel der Welt.Die andere Seite betreibt ohne Frage Panikmache. Selbst bei leeren Speichern fehlen max. 25% der benötigten Gasmenge. Das wäre sicherlich für die Wirtschaft ein ungeheurer Schaden, aber niemand wird frieren müssen.
Was ich von bei den Medien die nicht aus der „Krawallecke“ kommen (dazu zähle ich diesen Beitrag ebenfalls) jedoch vermisse, ist eine deutlich kritische Auseindersetzung mit den Argumenten der „Es ist Alles kein Problem“-Seite.
Wo bleiben die Frage nach der Verfügbarkeit der LNG Tanker (welche das Hauptargument dafür sind, dass die Speicherstände kein Problem sind)?Wenn ich heute einen Tanker chartere braucht dieser wahrscheinlich 1-2 Wochen bis zum Beladeterminal, dann diverser Tage zum Bunkern und danach 3-4 Wochen bis er an einem deutschen Terminal anladet und die Ladung löscht. Kann ein Versorgungssystem mit diesen Vorläufen überhaupt „flexibel“ auf die Anforderungen reagieren?Bei Lieferzeiten von 1-2 Monaten wurden bereits an den deutschen Terminals Entladeslots gebucht? (Ich bezweifle doch stark, dass jemand eine Multimillionen-Dollarladung losschicke ohne vorher geklärt zu haben, wann und wo ich die Ladung löschen kann)
Allem Anschein nach scheint die Lage doch nicht so entspannt zu sein, wie immer behauptet wird. Zumindest ist mir unverständlich, warum in diesem Fall die THE (Trading Hub Europe) zwei kurzfriste Sonderausschreibungen über alleine bis zu 21 TWh Gas bis Ende Februar auf den Markt wirft.
https://www.tradinghub.eu/de-de/
Unternehmen/Newsroom/Veranstaltungen-Pr%C3%A4sentationen/News_/ArtMID/1404/ArticleID/267/Sonderausschreibung-LTO-RoD
Ich wünsche mir von allen Seiten und Beteiligten vor allem mehr Ehrlichkeit und weniger Frontalopposition.
Lieber TeeZeit,
LNG ist kein Messias, sondern ein Baustein. Ein großer Teil der Versorgung kommt weiterhin pipelinegebunden aus dem Westen – und diese Kapazitäten sind keineswegs permanent ausgereizt.
Wer LNG zum „einzigen Retter“ erklärt und dann Fahrzeiten von Tankern durchrechnet, argumentiert am realen System vorbei. Versorgungssicherheit entsteht durch Diversifikation, nicht durch Heilsversprechen.
Paniknarrative sind genauso unseriös wie das Wegreden von Risiken – beides ersetzt keine Analyse.
„Mehr Ehrlichkeit“ heißt nicht, so zu tun, als wären alle Argumente gleich valide.
Wenn mit falschen Prämissen, selektiven Zahlen und Endzeitlogik gearbeitet wird, ist klare Abgrenzung keine Frontalopposition, sondern intellektuelle Hygiene.
Ich bin selbst kritisch: höhere Speicherstände wären aus Resilienzsicht wünschenswert gewesen. Das ändert aber nichts daran, dass die aktuelle Versorgungsstrategie funktioniert. Kritik zu erfinden, nur um „kritisch zu wirken“, wäre unehrlich.
Viele Freitagsgrüße,
Martin Jendrischik
Bitte den „Gasspeicher Füllstand“ auf Ihrer Seite aktuell halten! Die Zahl von gestern (03.02.26) lautet: 30,53 (-0,72% gegenüber Vortag).
Und nicht 32,3% „aktuell“ – wie jetzt zu lesen.
Mit freundlichem Gruß
Guten Morgen,
ich aktualisiere den Gasspeicher-Füllstand immer morgens gegen 7 Uhr. Das zeigt auch das jeweilige Datum an. Analog zur angegebenen Quelle DVGW.
Viele Grüße,
Martin Jendrischik
Hallo,
die Website von DVGW ist keine Primärquelle im eigentlichen Sinne, denn sie entnimmt die Daten wiederum von AGSI (Aggregated Gas Storage Inventory). Diese bilanziert zwar um 6 MEZ eines Tages, veröffentlicht die Daten aber erst abends um 19.30 MEZ und überarbeiten das 4h später für Nachzügler.
Kein Wunder, dass Sie damit 1-2 Tage zurückliegen und zumindest die „Status Time“ dieser Website sollte genannt werden, noch besser wäre es zudem, abends zu aktualisieren.
Aktuell 04.02.26, 12:22 Uhr:
Status 03.02.26 6 Uhr): 31,25% Gasspeicherfüllstand in Deutschland (-0,73% ggü. Vortag).
Mit freundlichem Gruß
Hallo PVler, mir sind die Abläufe bekannt. Ich habe mich für meinen Workflow entschieden und der bleibt auch so.
Viele Grüße,
Martin Jendrischik
Interessant, die (aktuell 87) Kommentare zu lesen. Mit zunehmenden Verlauf steht leider nicht unbedingt zunehmend/mehr/bessere Information zur Verfügung.
Ich bin der Meinung, wir laufen in DE sehenden Auges auf eine zunehmend kritische (von mir so empfunden) Situation zu. „Kritisch“ ist dabei, wie so vieles andere auch, eine Frage der Definition. Daher trete ich auch nicht in einen Wettstreit um Definitionen ein. Deutungshoheit ist ein großes politisches Kampffeld.
Lässt man die Zahlen sprechen, dann liegt – je nach Quelle der Information – der Abfluss (Entnahme) bei etwa 4 TWh/Tag und der Zufluss bei etwa 3 TWh/Tag. Macht bei 28 Tagen einen Netto-Abfluss von 28 TWh – unter sonst gleichen Umständen (ceteris paribus)!! Hierin liegt doch die so unangenehme Ungewissheit. In einem solchen Szenario landeten wir in DE bei 87-28=59 GWh Füllstand Ende Februar und damit bei etwa 20% Füllstand. Es mag eine Chance bestehen, dass der März eine Netto-Null Runde ergeben könnte. Falls nicht, ginge es halt konsquent in die Richtung 10% Füllstände.
Wer von den Kommentatoren ist bereit eine Wette auf die Füllstände Ende Feb/26 + Ende März/26 einzugehen? Der Autor Jendrischik könnte die Wette und den Einsatz anbieten. Sehen wir es doch sportlich, ändern können wir Diskutanten es ohnehin nicht. Irgendjemand wird es schon nützen..
Lieber Thomas,
vielen herzlichen Dank für Ihre Gedanken.
Niedrige Speicherstände – auch im Bereich unter 10 Prozent Ende April – sind möglich bis wahrscheinlich und nicht überraschend (siehe link zur DVGW-Prognose). Entscheidend ist jedoch, dass sie heute kein automatisches Krisensignal mehr darstellen, weil Versorgung und Marktmechanik nicht mehr speicherzentriert funktionieren.
Für die Ausrufung einer „Notlage Gas“ sind Speicherfüllstände nur eines von mehreren Kriterien. Genau deshalb wird die Lage von Netzagentur, INES, DVGW, Wissenschaft, Energiebranche und Ministerium übereinstimmend als stabil eingeschätzt – die Versorgung gilt als gesichert. Alle Expert*innen beschäftigen sich bereits mit der Vorbereitung auf den kommenden Winter.
Interessant ist zudem, dass selbst Medien, die zuvor stark alarmistisch argumentiert haben, inzwischen zurückrudern. So heißt es heute: „Im Extremfall – etwa unter Bedingungen wie im Winter 2010 – wäre eine Gasmangellage durchaus denkbar.“
Die Bedingungen von 2010 – zwei Monate in Folge mit durchschnittlich −4,6 °C im Bundesmittel (allein temperaturseitig betrachtet) – sind extrem unwahrscheinlich bis praktisch ausgeschlossen.
Die 20-Prozent-Marke ist keine harte Grenze, sondern eine administrative Referenz; sie löst keinen Automatismus im Notfallplan Gas aus.
Exakt das ist und war meine Argumentation – im Unterschied zum Panik-Orchester.
Viele Dienstagsgrüße
Martin Jendrischik
Wow da lässt es sich aber einer viel kosten Agitation für die Regierung zu machen. Der Wahlkampf lässt schön grüßen. Sagt doch den Menschen einfach, was die Fakten sind und lass die Interpretationen und den Kampf gegen Anderes-Interpretierende weg. Dann klappt’s auch mit der Seriosität.
Hallo T.K.,
ich beschreibe die Fakten. „Anders-Interpretierende“? Seltsame Umschreibung für das, was „Andere“ machen.
Viele Sonntagsgrüße,
Martin Jendrischik
[…] Der Gasspeicher in Rehden – Deutschlands größer Gasspeicher – hat tatsächlich einen Füllstand von zehn Prozent. Darüber hat auch der YouTuber „Vermietertagebuch“ ein Panik-Video gedreht: Und Cleanthinking hat die passenden Fakten geliefert: Gasspeicher-Füllstand: YouTuber redet eine Katastrophe herbei. […]
[…] Gasspeicher sind leerer als im Vorjahr. Für AfD-nahe YouTube-Kanäle ist das ein Grund für Panik – bis hin zur […]
Guten Abend Herr Jendrischik, wollte einfach nur ein Danke da lassen für die Einordnung einer möglichen Gasmangellage. Youtube hat mir in den letzten Tagen einige der von Ihnen betrachteten Kanäle in die Timeline gespült und der Alarmismus dort hat mich auch beunruhigt. Nun gehöre ich zwar von Natur aus nicht zu denen, die sofort auf so einen Zug aufspringen, aber ich habe in anderen Medien bisher wenig gefunden, was über ein Zitieren der Bundesnetzagentur hinausgeht. Sie zeigen ein größeres Bild und stellen sich der Debatte.
Guten Tag, vielen Dank für Ihre Rückmeldung, Ruth – das freut mich wirklich.
Genau das war mein Anliegen: nicht Alarmismus zu reproduzieren, sondern die Lage einzuordnen, Unterschiede zwischen Szenarien, Annahmen und tatsächlichen Risiken sichtbar zu machen und ein größeres Bild zu zeichnen. Dass viele Beiträge aktuell vor allem Zuspitzung liefern, während andere Medien sich oft auf das bloße Zitieren von Behörden beschränken, halte ich ebenfalls für problematisch.
Umso wichtiger ist es, die Debatte offen, faktenbasiert und ohne Panik zu führen – gerade bei einem Thema, das verständlicherweise viele Menschen verunsichert. Danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben, das zu schreiben.
Beste Grüße
Martin Jendrischik
[…] Niedrige Speicherstände wirken optisch alarmierend – sind isoliert betrachtet jedoch kein hinreichender Indikator für eine reale Versorgungskrise. Mehr zur Gasspeicher-Thematik – wie Speicher technisch funktionieren und warum Füllstände allein wenig aussagen – gibt es in einem eigenständigen Gasspeicher-Beitrag. […]
Vom sog. Vermietertagebuch (Alexander Raue), der nach Costa Rica abgehauen ist, braucht man sich nichts gefallen zu lassen. Er hetzt, lügt, faked wie der Kreml und die Kommunistische Partei China und Kim-Jong Un. Alexander Raue glaubt, dass in Sibirien tropische Temperaturen herrschen, weil ihm die Geldgeber vom Kreml das sagen. Von daher sollte man ihn getrost ignorieren.
Ich habe ein Dashboard programmiert, welches sehr viele Informationen über unsere Füllstände liefert u.A. auch Daten zu den Füllständen je Speicher und dies sehr übersichtlich auf einer Oberfläche:
https://gasspeicherstand.de/
Die Daten werden direkt live bei AGSI abgefragt, so dass die Daten so aktuell sind, wie sie vom Anbieter zur Verfügung gestellt werden.
Warum kein Wort über Outdoor Chiemgau? Der geht sehr professionell mit den Zahlen um, spielt alle möglichen Szenarien durch und kennt sich aus, wie kaum ein Anderer.
Lieber Kommentator,
hier in diesem Artikel spielt auch Herr Spiegelsperger eine Rolle: https://www.cleanthinking.de/droht-uns-wirklich-eine-gasmangellage-2026/
Viele Grüße,
Martin Jendrischik
[…] größter Gasspeicher nur noch zu zehn Prozent gefüllt. Frühwarnstufe ausgerufen. Bundesnetzagentur greift nicht ein. […]
Eigentlich hatte ich mich schon aus der Diskussion zurückgezogen, weil ich gespürt habe, dass wir hier immer wieder im Kreis drehen. Trotzdem möchte ich jetzt noch etwas dalassen, weil es mir nicht um Zahlen oder Polemik geht, sondern um etwas viel Grundsätzlicheres: um richtiges Zuhören, um Perspektiven, die wir leicht übersehen, und darum, über das eigene Weltbild hinauszugehen.
Mir fällt auf, dass wir immer weniger zuhören. Viele verteidigen nur noch ihre Positionen, verstecken sich hinter Daten oder scheinbarer Neutralität. Man gibt sich sachlich oder mittig und denkt, damit sei alles gesagt. Aber in Wirklichkeit passiert oft genau dasselbe, was man bei anderen kritisiert: man hält stur an der eigenen Sicht fest, hat Angst, etwas in Frage zu stellen, und schützt sein eigenes Weltbild. Und meistens merken wir es nicht einmal, weil wir glauben, dass wir fair oder sachlich sind, wenn wir uns hinter Zahlen verstecken.
Unser Gehirn sucht nicht primär nach Wahrheit, sondern nach Sicherheit. Deshalb greifen wir oft nur die Argumente heraus, die ins eigene Bild passen, und alles, was unbequem ist, schieben wir zur Seite. Zahlen und Fakten können helfen, die Welt einzuordnen, aber sie ersetzen kein echtes Zuhören. Wirklich zuhören bedeutet, bereit zu sein, sich verletzlich zu zeigen, die eigenen Überzeugungen zu hinterfragen und Widersprüche auszuhalten, selbst wenn es wehtut oder uns verunsichert.
Die Realität ist doch, dass es Menschen gibt, die große Sorge haben, ob das Gas reicht. Auf der einen Seite wird rhetorisch Angst gemacht, auf der anderen wird sie klein geredet. Aber was liegt dazwischen? Vielleicht könnte man sagen: Ja, wir stehen an einem historisch tiefen Gasspeicher-Füllstand, und das kann unter bestimmten Umständen wirklich Schaden verursachen. Gleichzeitig kann es auch sein, dass wir gut durchkommen. Beides einfach zu ignorieren oder dramatisch aufzublasen ist nicht richtig.
Wir sollten dabei nicht vergessen, dass jeder seine eigene Realität hat, gefiltert durch Erfahrungen, Ängste und Überzeugungen. Diese individuelle Sicht dürfen wir jedem lassen, ohne Menschen stumm zu schalten oder abzuwerten. Wenn wir beide Extreme betrachten, die Übertreibung auf der einen Seite und das Verharmlosen auf der anderen, können wir vielleicht die Mitte finden. Und vielleicht finden auch die Extreme irgendwann ihren Weg zur Mitte.
Und genau darum geht es: Statt nur Zahlen zu präsentieren oder Positionen zu verteidigen, brauchen wir Mut. Mut, das eigene Ego zurückzunehmen, Mut, andere ernst zu nehmen, selbst wenn wir nicht zustimmen. Alles andere ist nur eine Maske, die Sicherheit vorgaukelt, aber dahinter steckt oft dieselbe Starrheit, die wir sonst kritisieren. Wirklich zuzuhören ist die Brücke zwischen Menschen. Es bedeutet, die Welt durch die Augen anderer zu sehen und dabei auch die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen. Zahlen sind nur ein Teil der Wirklichkeit, gefiltert durch uns selbst.
Vielleicht sollten wir uns immer wieder daran erinnern: Was ist, wenn doch alles anders ist, als wir gerade denken? Wer das zulassen kann, öffnet sich für Perspektiven, die vorher verborgen waren, und erkennt, dass Zuhören nicht nur eine Brücke zu anderen ist, sondern auch zu uns selbst.
Schön geschrieben. Meine volle Zustimmung.
[…] Rolle der Gasspeicher hat sich damit verändert. Früher dienten sie primär dem saisonalen Ausgleich: Im Sommer füllte […]
Guten Morgen!
Der NDR hat aktuell zahlreiche Experten zur Lage befragt. Die Tonalität ist eindeutig und deckt sich mit meinen Analysen:
Herzliche Mittwochsgrüße,
Martin Jendrischik
Wäre doch bloß der schlichte Satz gefallen: „Unsere Gasversorgung ist auch in diesem Winter garantiert, egal wie das Wetter in den nächsten Wochen wird“.
Zahlreiche besorgte Menschen würden aufatmen.
Der Satz wäre unseriös. Es gibt niemals 100prozentige Garantien. Gut, dass ihn der NDR nicht geschrieben hat. Ausdrücklicher DANK an den ÖRR.
Viele Grüße,
Martin Jendrischik
Gegenwärtig sinken die Füllstände um rd. 0,75 Prozent / Tag und es bleibt vorerst kalt. Auf ZON und auch hier
https://www.ndr.de/nachrichten/info/Gasspeicher-in-Deutschland-So-steht-es-um-die-Fuellstaende,gasspeicher120.html
sind eindrucksvolle Kurven der Füllstände zu sehen und diese zeigen steil nach unten. Wenn sich die Kurve der Füllstände nicht sehr schnell massiv abflacht sieht es Ende Februar kritisch aus. Unter 20% Füllstand ist es kritisch.
Das hat so gar nichts mit rechter Panikmache zu tun, sondern die Fakten sprechen für sich.
Die Gasspeicher sind für Ende Januar unzureichend gefüllt, leeren sich weiterhin schnell und es stehen noch drei Monate Heizsaison aus.
Lieber ThE,
die gesetzliche Vorgabe für Ende Januar liegt bei 30 Prozent Füllstand. Diese wird eingehalten. Nein, es stehen keine drei Monate Heizsaison mehr an. Kurzzeitig 20 Prozent Füllstand wäre unkritisch. Aber da sind wir noch lange nicht.
„Es bleibt vorerst kalt“: Wir haben Winter. Es ist moderat kalt. Immer bedenken, dass es flächendeckend so richtig kalt sein müsste, um in eine dramatische Situation zu gelangen. Beispielsweise in Köln, Düsseldorf, Mainz oder Frankfurt am Main sind für Samstag frühlingshafte 10 Grad Celsius angesagt.
Viele Grüße,
Martin Jendrischik
Die von Ihnen genannten Temperaturen sind Tageshöchstwerte, die nur kurz erreicht werden. Die Durchschnittstemperaturen werden in den nächsten Tagen, selbst hier im meist warmen Bonn, nur bei „frühlingshaften“ 2 bis 3 Grad liegen.
Guten Morgen!
Die Heizsaison läuft bis Ende April und das sind gute drei Monate, was gibt es daran zu zweifeln?
Die Gasspeicher dienen als Puffer für den saisonalen Mehrverbrauch, da die monatlichen Importmengen über das Jahr gesehen relativ stabil sind. Wie kann man davon ausgehen das die laufende Versorgung absolut störungsfrei verläuft? Bei relativ leeren Speichern reicht eine kleine Störung oder Verzögerung um erhebliche Probleme in der Gasversorgung zu verursachen.
Als Privatperson würde sich wohl kaum jemand auf eine solche Situation einlassen, aber der Staat hat es aus Kostengründen getan und m.E. gezockt. Das macht man aber mit der Energieversorgung eines Landes nicht. Wir hoffen das es gut geht, wird es aber eng hat die Situation das Potenzial das GEG der neuen Regierung zu werden.
Guten Morgen, lieber Thorsten,
diese Ansicht ist völlig legitim. Aber sie rechtfertigt nicht das, was das Panik-Orchester mit Des- und Fehlinformationen betreibt. Und nochmal: Behörden und Wissenschaft sagen unisono: Selbst bei Unvorhergesehenem haben wir ausreichend Möglichkeiten, zu reagieren. Die Speicherfüllstände werden als Alleinkriterium hochgejazzt, das ist nicht richtig.
Über die Frage, ob die Strategie aus Resilienz-Sichtweise richtig ist, die Speicher bis ca. 10 Prozent leerlaufen zu lassen, habe ich in dem Gas-Casino-Artikel geschrieben.
Wegen „Heizsaison“ haben Sie natürlich recht. Wenn wir uns die Prognose des DVGW anschauen, dann geht man dort davon aus, dass sich die Speicher im März von 20 auf 10 Prozent leeren (Heizsaison), im April aber nur noch minimal. Das ist der typische Verlauf, der uns erwartet.
Viele Donnerstagsgrüße,
Martin Jendrischik
Natürlich sehen Sie keine Trendwende, die gibt es nicht.
Woher sollte die denn kommen? Worauf setzen Sie Ihre Hoffnungen?
Ist es etwa warm geworden?
Ist die Gasverstromung reduziert weil es Wind und viel Sonne gibt?
Werden Reservekraftwerke auf Steinkohlebasis hochgefahren und mehr Strom importiert um diese elende Gasverstromung zu reduzieren?
Stehen Flotten von LNG Tankern vor auf Volllast laufenden Regassifizierungsanlagen?
Spart irgendjemand etwa Gas ein, wenn er nicht dazu aufgerufen wird?
Liefert Norwegen mehr Gas?
Bühne frei für das Rechte Panik-Orchester – heute im Duett.
Kolja von „Aktien mit Kopf“ und Dominik Kettner haben es in ihrem Podcast geschafft, sich gegenseitig in Gas-Panik hochzuschaukeln. Hier: https://www.youtube.com/watch?v=fEnwqUqGaTg
Schon in den ersten Sekunden wird klar, wie „sauber“ hier gearbeitet wird: Kolja behauptet wörtlich, Deutschland habe kein Pipeline-Gas – und wiederholt diese Falschbehauptung später erneut. Dazu kommen Trump-Spekulationen und das Framing, Deutschland sei im Wesentlichen auf Norwegen und US-LNG reduziert.
Das ist objektiv falsch. Deutschland ist über mehrere Pipelineachsen mit Norwegen, den Niederlanden sowie Anbindungen Richtung Belgien und Frankreich verbunden – plus LNG über westliche Terminals und eigene Anlagen. Wer daraus eine Energie-Insel konstruiert, betreibt kein Analyseformat, sondern Alarm-Framing.
Kettner setzt darauf auf: kalte Wohnungen, abwandernde Industrie, Rationierungsfantasien – ohne belastbare Einordnung.
Fast noch beunruhigender sind die Kommentare unter dem Video: Da wird offen gewünscht, dass „das Gas ausgeht“, dass Menschen „wochenlang frieren“ – sogar mit Verweis auf einen schwer kranken Angehörigen. Das ist keine Energie-Debatte mehr. Das ist Verrohung. (1 Kommentar als neutralisierter Screenshot im Anhang)
Spätestens an diesem Punkt fühle ich mich in der Zuspitzung meiner Artikel bestätigt – und auch Daniel Günther liegt mit seiner Einschätzung der aktuellen Diskursdynamik leider erschreckend richtig.
Umso bemerkenswerter ist im Vergleich die weitgehend sachliche, faktenorientierte Diskussionskultur hier bei Cleanthinking.de – mit kontroversen Positionen, aber ohne Enthemmung und ohne bewusste Desinformation. Genau so sollte öffentliche Debatte funktionieren.
Viele Grüße,
Martin Jendrischik
Ausreichend Erdgas zu bezahlbaren Preisen ist jetzt in Deutschland entscheidend und nicht die Äußerungen vom „Vermiertagebuch“ oder Daniel Günther.
Ist das wirklich alles, worauf Sie sich konzentrieren? Dieses sogenannte rechte Panikorchester im Podcast von Kolja und Dominik Kettner?
Die Kommentare unter solchen Videos sind Einzelfälle und spiegeln ganz sicher nicht die Mehrheit der Bevölkerung wider.
Die Kommentare zu Ihren anderen Artikeln zeigen deutlich, dass Sie hier rhetorisch zuspitzen, um Sichtbarkeit zu erlangen, Ihre Beiträge sind sonst kaum bis wenig kommentiert.
Warum lassen Sie sich als Journalist auf dieses Niveau herab? Sind Ihre Artikel nicht stark genug, bekommen sie zu wenig Aufmerksamkeit, sodass Sie selbst ins Extreme abrutschen müssen? Wenn das der Fall ist, sollten Sie sich für Ihre Arbeit schämen, so wie es heute leider viele Journalisten und Medien müssten. Und damit sind sowohl der sogenannte Mainstream als auch das von Ihnen beschworene rechte Panikorchester gemeint.
Am Ende läuft es immer auf dasselbe hinaus: rhetorisch wird zugespitzt, dramatisiert und polarisiert, nur damit es gelesen oder gehört wird. Dass Sie damit selbst Teil der Panikmache und der schlechten Stimmung werden, ist Ihnen entweder nicht bewusst oder schlicht egal.
ZwischenDenZeilen
Ende
Nein, die von mir genannten Kommentare unter den Videos sind keine Einzelfälle. Es gibt auch sehr viel Raum zwischen „Mehrheit der Bevölkerung“ und „Einzelfälle“. Das Gegenargument ist – mit Verlaub – daher ziemlich absurd.
Ich hatte über einige Jahre keine Kommentarfunktion. Aus technischen Gründen. Daher gibt es logischerweise keine Kommentare bei allen Artikeln, die älter als ca. 3 Wochen sind (mit Ausnahme von sehr alten Artikeln).
Nein, ich bin nicht ins „Extreme ausgebrochen“. Und werde das auch nicht tun.
Und nein, ich werde mich auch niemals für meine Arbeit schämen. Auch nicht, wenn mir das ein anonymer Kommentar „empfiehlt“.
Am Ende läuft es immer auf dasselbe hinaus: rhetorisch wird zugespitzt, dramatisiert und polarisiert, nur damit es gelesen oder gehört wird.
Ein wenig Zuspitzung gehört zum Geschäft von Online-Medien. Ich denke nicht, dass ich hier zu viel zuspitze, wenn man sich mal die Zeit nimmt, und 20 Themen anschaut, die ich so geschrieben habe. Überdies haben die beiden Artikel zum Gas-Thema 2/3-Blöcke nur mit Fakten und Analyse.
Dass Sie damit selbst Teil der Panikmache und der schlechten Stimmung werden, ist Ihnen entweder nicht bewusst oder schlicht egal.
Nein, ich bin garantiert nicht „Teil der Panikmache“.
Was hier passiert, ist gerade eine spannende Teil-Gesellschaftsstudie: Es gibt kaum Kommentatoren, die auf die von mir aufgezeigten offensichtlichen Falschaussagen oder ungerechtfertigten Zuspitzungen reagieren. Sehr merkwürdig.
Nochmals, stabile Grüße,
Martin Jendrischik
Herr Jendrischik,
die Resonanz zeigt sehr deutlich, dass viele Leser Ihre Argumentation kritisch sehen. Dass Sie das als „spannende Teil-Gesellschaftsstudie“ darstellen, ändert nichts an der Tatsache, dass die Kritik an zentralen Punkten praktisch durchgängig unbeantwortet bleibt. Die Kommentare spiegeln die Realität wider, nicht Ihre eigene Wahrnehmung, und genau deshalb ist die Diskussion für mich abgeschlossen.
Ich habe ein Problem damit, Ihre Wahrnehmung nachzuvollziehen – auch jetzt wieder („ändert nichts an der Tatsache, dass die Kritik an zentralen Punkten praktisch durchgängig unbeantwortet bleibt“). Aber wir haben Meinungsfreiheit, daher ist alles in Ordnung.
Schöne Grüße,
Martin Jendrischik
Denkt auch dieser Teil, den du hervorhebst, wirklich kritisch oder plappern sie wie Papageien die Kreml-, KPCh-Propaganda nach? Ich bin davon überzeugt, dass sie letzteres machen und alles lebensunwerte Dummbatzen ohne Familie, ohne Geld und ohne Leben sind [Beleidigung entfernt, Anm. Martin Jendrischik].
Wenn sich die Rechten – die angeben, Deutschland zu lieben – wünschen, sie mögen wochenlang erfrieren, dann sind sie keine Patrioten, aber Landesverräter, die vom Kreml und von der KPCh fürstlich bezahlt werden. Und das sind leider keine Einzelfälle, wie du rechtes Gutmenschendreck das herbeilügst. Dir und dem rechten Pack sollte man ein One-Way-Ticket nach Russland, China, Iran, Kuba oder Nordkorea ausstellen, euch in den Abschiebeflieger setzen und auf nimmer Wiedersehen mit euch deutschfeindlichen Scheusalen! Deutschland hat diese angeblichen Patrioten NICHT verdient!
Wenn sich die Rechten [Beleidigung entfernt] – die angeben, Deutschland zu lieben – den Deutschen wünscht, sie mögen wochenlang frieren, dann sind sie keine Patrioten, aber Landesverräter, die vom Kreml und von der KPCh fürstlich bezahlt werden. Diesen sollte man ein One-Way-Ticket nach Russland, China, Iran, Kuba, Nordkorea ausstellen, in den Abschiebeflieger setzen und auf nimmer Wiedersehen mit diesen deutschfeindlichen Scheusalen! Deutschland hat diese angeblichen Patrioten NICHT verdient!
Lieber Frank,
ich stimme Dir im Grundsatz zu, allerdings bitte ich aus Gründen um sprachliche Mäßigung. Ich habe daher an zwei Stellen mir erlaubt Deinen Kommentar anzupassen.
Die Kommentatoren beim „Rechten Panik-Orchester“, die wochenlange Extremkälte herbeiwünschen, sind in der Tat keine Patrioten. Ganz im Gegenteil.
Viele Grüße,
Martin Jendrischik
Habe gerade mal den den aktuellen Trend mit Daten der Bundesnetzagentur berechnet und eine Grafik erstellt. Ich sehe da keine Trendwende.
Danke für diese Grafik.
Aber verlängern Sie bitte, wenn möglich, die Grafik nach rechts, damit auch ersichtlich wird, wie lange die Gasmangellage andauern könnte.
Natürlich sehen Sie keine Trendwende, die gibt es nicht. Woher sollte die denn kommen? Worauf setzen Sie Ihre Hoffnungen? Ist es etwa warm geworden, ist die Gasverstromung reduziert weil es Wind und viel Sonne gibt, stehen Flotten von LNG Tanker vor auf Volllast laufenden Regasifizierungsanlagen, spart irgendjemand etwa Gas ein, wenn er nicht dazu aufgerufen wird, liefert Norwegen mehr Gas?
In Ihrem Artikel betonen Sie immer wieder, dass die aktuellen Speicherstände kein Grund zur Sorge seien und dass das System stabil ist, solange die Werte „normal“ verlaufen. Dabei betrachten Sie alles sehr analytisch, Zahlen, Statistiken, Marktmechanismen und lassen die wirklichen Faktoren wie plötzliche Kälte, Verbrauchsspitzen oder unvorhersehbare Ereignisse völlig außer Acht. Genau diese Faktoren bestimmen aber, ob das Gasnetz tatsächlich stabil bleibt oder ins Wanken gerät. Wenn bereits ein einzelner zu kalter Winter ausreicht, um das System unter Druck zu setzen, zeigt das klar: Das System wurde zu knapp kalkuliert. Es ist nicht robust, sondern fragil und anfällig für Störungen.
Besonders auffällig ist, dass Sie ständig an Stabilität, Statik und Elastizität festhalten, ohne die Realität der Versorgungslage ernsthaft zu berücksichtigen. Glauben Sie nicht, dass Sie auch unrecht haben könnten? Zu sagen, dass ein normaler Winterverlauf die Grundlage sei und Abweichungen nicht der Realität entsprechen, relativiert die Risiken auf gefährliche Weise. Ein System, das nur unter Idealbedingungen funktioniert, ist nicht sicher, sondern instabil. Das zu verharmlosen ist keine sachliche Analyse, sondern wirkt ideologisch motiviert.
Ein weiterer Punkt: Die Behauptung, dass weniger Gas verbraucht werde, wenn der Preis steigt, und dass wir nur so über den Winter kommen, ist ein klarer Hinweis auf eine Mangellage. Dafür muss man keine umfangreichen Daten analysieren oder sich in Zahlen verrennen. Wenn das System stabil wäre, bräuchte es keinen Preisanreiz, um den Verbrauch zu reduzieren.
Besonders auffällig ist auch, wie Begriffe verschoben werden. Als Sie auf das sogenannte „rechte Panikorchester“ angesprochen wurden, sprachen Sie in Ihrem Kommentar nur noch von „Panikorchester“. Was versuchen Sie hier eigentlich zu bewirken? Solche Formulierungen wirken wie ein Ablenkungsmanöver, um kritische Punkte zu relativieren, statt sich ernsthaft mit der Kritik auseinanderzusetzen.
Alleine die Tatsache, dass das Thema so groß diskutiert wird und in den Medien eine zentrale Rolle spielt, zeigt doch, dass etwas nicht stimmt. Aus der Vergangenheit lässt sich leider lernen: Wenn etwas heiß diskutiert und beschwichtigt wurde, war in der Regel auch etwas dran. Beschwichtigung allein bedeutet nicht, dass keine Gefahr besteht.
Auch Ihr Umgang mit Kritik insgesamt ist problematisch. Ihre Antworten auf Kommentare wirken defensiv und stark verteidigend. Statt konstruktiv auf Argumente einzugehen, entsteht der Eindruck, dass Selbstrechtfertigung wichtiger ist als eine offene, sachliche Diskussion. Auch die schlechten Bewertungen Ihres Artikels spiegeln klar wider, wie Ihre Argumentation bei den Lesern ankommt. Dass Sie diese Rückmeldungen pauschal abtun, deutet darauf hin, dass Sie sich weigern, Ihre eigene Position kritisch zu hinterfragen.
Wie eng es am Ende wird, ist offen. Aber dass es eng wird, darüber „müsste“ weitgehend Einigkeit bestehen. Die Diskussion wird ständig zwischen Blackout und „wir schaffen das“ geführt. Was dazwischen liegt, wird jedoch ausgeblendet: steigende Preise, massive Belastungen für Wirtschaft und Bevölkerung, mögliche Abschaltungen in Teilen der Industrie oder sogar Brownouts. Genau diese realistischen Szenarien scheinen ignoriert zu werden, weil der Fokus darauf liegt, sich vom Alarmismus bestimmter rechter YouTuber und alternativer Medien abzugrenzen. Doch eine ernsthafte Bewertung der Lage muss sich an den realen Folgen orientieren, nicht an politischen oder ideologischen Abgrenzungen.
Sie sprechen mir aus dem Herzen.
Vielen Dank Don, das weiß ich sehr zu schätzen.
Hey ZwischenDenZeilen,
vielen Dank für die teilweise konstruktive Kritik. Einige Punkte möchte ich jedoch klarstellen, weil sich darin aus meiner Sicht mehrere Missverständnisse und Realitätsverzerrungen zeigen.
Umgang mit Kritik
Ich habe in den letzten Tagen sehr viele Kommentare ausführlich beantwortet und bin wiederholt auf konkrete Argumente eingegangen. Worin hier pauschal ein problematischer Umgang mit Kritik bestehen soll, erschließt sich mir nicht.
„Defensive Verteidigungshaltung“
Ich bemühe mich um eine sachliche, konstruktive Debatte. Das mag im Vergleich zu polemischeren Diskursstilen als „defensiv“ wahrgenommen werden – an Klarheit und inhaltlicher Positionierung mangelt es jedoch nicht.
Schlechte Bewertungen
Ich habe in dem Beitrag den YouTube-Kanal „Vermietertagebuch“ kritisiert, der eine sehr große und loyale Anhängerschaft hat. Dass sich daraus Mobilisierungseffekte in Form von negativen Bewertungen ergeben, ist wenig überraschend. Ihre Aussagekraft halte ich daher für begrenzt.
Preissignale = Mangellage
Ein Preissignal, das zu einer Anpassung oder Verschiebung von Nachfrage führt, ist kein Beleg für eine Mangellage. Das Gegenteil ist der Fall: Genau so funktionieren funktionierende Märkte.
Rechtes Panik-Orchester
Der Begriff ist bewusst als Bild gewählt und beschreibt Akteure, die systematisch mit Angst und Überdramatisierung arbeiten. Es handelt sich um ein Framing, nicht um eine Tatsachenbehauptung – offenbar ein sehr wirksames.
Breite, mediale Diskussion
Es gibt keine breite mediale Diskussion jenseits von den Akteuren, die ich als rechtes Panik-Orchester zusammenfasse. Ich habe u.a. die WirtschaftsWoche, die Bild oder das Handelsblatt zitiert – überall der gleiche Tenor wie bei mir.
„Keine Berücksichtigung der Realität der Versorgungslage“
Beide Artikel setzen sich ausführlich mit der realen Versorgungslage, Daten, Importströmen und Marktmechanismen auseinander. Der Vorwurf ist für mich nicht nachvollziehbar.
Plötzliche Kälte und unvorhersehbare Ereignisse
Natürlich kann es Extremsituationen geben, in denen es eng wird. Meine Aufgabe als Journalist ist jedoch, auf Basis verfügbarer Daten, belastbarer Szenarien und Aussagen relevanter Akteure zu analysieren – nicht, hypothetische Extremfälle zu spekulieren und daraus Alarmnarrative abzuleiten.
In diesem Sinne einen schönen Nachmittag,
Martin Jendrischik
Lieber Martin,
aus dem Speicher Haidach, auf den wir ja zu 50% Zugriff haben und der jetzt bei 58% ist, können wir noch etwa 5 TWh ziehen. Dies ist der Tagesverbrauch in D bei der jetzigen Witterung.
Zweitens können effektiv durch die LNG-Terminals, wenn diese zu 100% 24 Stunden am Tag genutzt werden, maximal pro Tag 1 TWh ins Netz kommen, was erstens an der Liegezeit der Schiffe liegt, zweitens aber auch an der Regasifizierung, die eben Zeit braucht (LNG, L steht für Liquid…)
Wenn wir ab jetzt exakt die gleiche Witterung habe bis Ende März, wie wir sie im Vorjahr hatten, landen wir um den 16.03.2026 bei 7% Füllstand. Wenn es kälter ist, noch früher als am 16.03.. Wenn wenig Wind weht, müssen die Gaskraftwerke vermehrt angeschaltet werden….
Es ist ein Unglück in Zeitlupe! Wir werden in eine Gasmangellage kommen, dies ist rein mathematisch nicht mehr abzuwenden!
Und „mal eben“ Gas kaufen geht sicher, aber es ins Netz zu bringen geht „mal eben“ leider nicht.
Lieber Thomas,
Du setzt implizit voraus, dass das Gassystem statisch ist: konstante Nachfrage, konstante Importe, keine Preisreaktion, isolierte Betrachtung einzelner Speicher und einzelner LNG-Terminals. Genau das ist aber falsch.
Eine Mangellage liegt nicht vor, solange das Preissignal wirkt und Angebot sowie Nachfrage sich anpassen. Genau das passiert derzeit: höhere Preise dämpfen Nachfrage, Speicher werden ökonomisch genutzt, Importe laufen stabil.
Einzelne Speicher (Haidach) oder einzelne Terminals sind keine systemischen Engpässe. Entscheidend ist die europäische Gesamtbilanz – und die zeigt keine physische Unterdeckung, sondern eine knappe, aber funktionierende Marktlage.
Deine Rechnung ist ein Worst-Case-Szenario unter statischen Annahmen – keine Prognose einer realen Systementwicklung.
Also nochmal: Es gibt keinen Grund für Panik. Deswegen sind die relevanten Akteure auch nicht in irgendeinem Panikmodus.
Viele Grüße,
Martin
Bist Du mit der heißen Nadel gestrickt oder reicht das Resthirn einfach nicht aus um zu verstehen, was hier gerade passiert? Unfassbar
Bitte unterstellen Sie Thomas kein Worst Case Szenario. Das wäre grob wahrheitswidrig Ihrerseits. Er geht doch von einem Restwinter wie im letzten Jahr aus!
Worst Case Szenarien würden unter anderem Folgendes beinhalten:
kalter Restwinter mit Schneebedeckung, Inversionswetterlage wenig Wind und viel Nebel,
technische Probleme bei der auf Verschleiß gefahrenen MINI-Pipeline aus Norwegen,
strenger Winter in Mitteleuropa mit entsprechenden Gasflüssen aus Deutschland dorthin,
Wegen hoher Nachfrage in den USA selbst ausbleibende LNG Lieferungen aus den USA …usw
Lieber Don,
ich habe von „Worst-Case-Szenario unter statischen Annahmen“ geschrieben. Das betrifft natürlich mehr als nur die Wetterlage. Daher geht Ihr Vorwurf ins Leere.
Stabile Grüße,
Martin Jendrischik