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Robotaxi: Alle Teslas haben Hardware für autonomes Fahren an Bord

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Elon Musk stellte beim Tesla Autonomy Day den FSD-Chip für autonomes Fahren vor und kündigte einen Robotaxi-Service an.

2016 begann Tesla einen Chip zu entwickeln, der in jeder Hinsicht auf autonomes Fahren optimiert ist. Dieser FSD-Computer wird nun seit März / April in alle Tesla’s integriert, die neu gebaut werden. Damit haben alle Tesla’s die Hardware an Bord, die für autonomes Fahren notwendig sind. Der Countdown für den Robotaxi-Service läuft.

Das Spezielle an Tesla’s Full Self-Driving-Chip ist, die Menge der Daten, die der Chip verarbeiten kann. Jeder Computer enthält zwei Chips, die unabhängig voneinander Daten erfassen und daraus Entscheidungen beim autonomen Fahren ableiten. Stimmen beide Pläne überein, wird entsprechend gehandelt. Das System ist redundant aufgebaut – sollte ein Chip ausfallen, kann erstmal problemlos weitergefahren werden.

Der FSD-Chip soll 21 mal leistungsstärker sein als sein Vorgänger, so die Tesla-Experten im Rahmen des Tesla Autonomy Day. Der FSD-Computer für Level-5-Autonomie ist seit 20. März in allen neuen Model S und Model X verbaut – und seit 12. April auch in den neuen Fahrzeugen vom Typ Model 3. Für aktuelle Tesla-Besitzer kündigte Musk ein Nachrüst-Programm an. Zumindest für diejenigen, die bereits das Full Self-Driving Package gekauft haben.

Tesla verzichtet auf Lidar-Sensoren bei Robotaxi

Bei der Aufzählung der Hardware, die Tesla in seinen autonomen Fahrzeugen verbaut, fehlen die sogenannten Lidar-Sensoren, die die Basis für zahlreiche andere Fahrzeuge oder Technologien sind, die zum autonomen Fahren dienen sollen. Musk ist jedoch davon überzeugt, Lidar sei teuer, unnötig und in Bezug auf die Leistung unzulänglich. So würden Lidar-Technologien früher oder später von allen Herstellern verworfen werden, so Musk.

Elon Musk erweitert Masterplan bis zum Robotaxi

Das Beeindruckende an Tesla’s Drang in Richtung eines Ride-Hailing-Services ist, die Konsequent, mit der das Unternehmen vorangeht. Beim Tesla Autonomy Day, einem Event speziell für Analysten, das gespickt war mit Präsentationen hochrangiger Tesla-Experten, zeigt sich diese Konsequenz. Als es 2016 keinen passenden Chip für das selbstfahrende Auto nach Tesla-Vorgaben gab, begann man, diesen selbst zu entwickeln.

In nur drei Jahren gelang es Tesla offenbar, einen für den Robotaxi-Service geeigneten Chip zu entwickeln und in Serie zu produzieren. Hergestellt wird der FSD-Chip übrigens bei Samsung in Texas. Und: Ganz gleich, ob die heutigen Fahrer den Autopilot-Modus nutzen oder nicht: Der Tesla-Computer rechnet im Hintergrund und vergleicht seine Entscheidungen mit denen anderer Autofahrer oder dem Tesla-Fahrer. Sprich: Das selbstlernende System hat bereits damit begonnen, konsequent dazuzulernen.

Passenderweise hat Elon Musk seinen bekannten Masterplan nun erweitert: Nachdem nun die Hardware für autonomes Fahren fertig ist, folgen nun weitere Schritte in Richtung Software und Regulierung. Bei der Software will Tesla bis Ende des Jahres einen weiteren, großen Schritt zurücklegen.

2020 soll dann Robotaxi, also eine autonom fahrende Taxi-Flotte ihren Betrieb aufnehmen – vorausgesetzt, die Behörden erlauben Tesla diesen Service. Ziel von Musk ist es, bis dahin eine Million Tesla’s auf den Straßen zu haben, die technisch gesehen völlig autonom fahren können. Welch eine Flotte für das künftige, Tesla-eigene Carsharing-System und den Robotaxi-Service.

Derzeit fahren 500.000 Tesla-Fahrzeuge auf den Straßen, die jeweils mit acht Kameras, Ultraschall-Sensoren und Radar ausgestattet sind. Sie sammeln Daten für den Aufbau eines sogenannten neuronalen Netzes.

Robotaxi Ride-Sharing Tesla App
Erster Blick auf die Tesla Ride-Sharing App.

Dazu sollen auch Versionen des Tesla Model 3 gebaut werden, die weder Lenkrad noch Pedale haben…

Quasi im Hintergrund von Diskussionen um Produktions- und Auslieferungshölle hat sich Tesla nun an die Spitze beim autonomen Fahren gesetzt. Musk, ganz Vertriebler, bezeichnet es aus seiner Sicht als „verrückt“, heute noch ein Auto zu kaufen, dass keine Hardware für autonomes Fahren besitzt:

Ein Auto zu kaufen, das heute noch keine Hardware für völlig autonomes Fahren hat, ist wie ein Pferd zu kaufen. Ich meine, es ist nett, ein Pferd zu haben, aber man sollte dann auch keine Wunderdinge von diesem erwarten. Die einzigen Autos, die die Hardware für autonomes Fahren besitzen, sind Teslas. Es ist also verrückt, keinen Tesla zu kaufen.

Tesla-CEO Elon Musk beim Tesla Autonomy Day

Neue Batterie schafft 1,6 Millionen Kilometer

Neue Akkupacks sollen ab 2020 in den Tesla-Elektroautos verbaut werden. Diese sollen, wie andere Bauteile wie der Motor auch, auf ein Reichweite von 1,6 Millionen Kilometern ausgelegt sein. Die aktuellen Batterien im Tesla Model 3 sind auf 500.000 bis 800.000 Kilometer ausgelegt.

Mit der neuen Generation macht Tesla also wieder einen Sprung, der die Verdopplung der möglichen Kilometer in Aussicht stellt. Ein Wert, von dem andere Elektroauto-Hersteller bislang nur träumen können.

Hier gibt es die wichtigen Präsentationen vom Tesla Autonomy Day im Video:

Kosten für Robotaxi-Service

Sollte es während der Nutzung des Robotaxi-Service zu einem verschuldeten Unfall kommen, würde Tesla dafür haften. Damit hat Tesla ein ureigenes Interesse daran, dass seine selbstfahrenden Autos entsprechend keine Unfälle bauen. Somit ist jeder Testkilometer, der derzeit bereits im „Shadow Mode“ mit dem neuen Computer gefahren wird, ganz viel Wert.

Der Elektroauto-Pionier wird mit seinem Tesla-Network also zu einem wichtigen Akteur im hart umkämpften Markt für Fahrgemeinschaften oder übergreifend Carsharing. Durch die Verbesserung der Lebensdauer der eigenen Fahrzeuge, senkt Tesla die Kosten hierfür signifikant. Außerdem trägt der neue Computer zu Kosteneffizienz bei.

Um mit Uber, Lyft und anderen Giganten mithalten zu können, werden aber die Betriebskosten auf der Straße entscheidend sein. Mit Elektroautos an sich hat Tesla hier bereits einen großen Vorteil. Nach Angaben von Tesla wird das Betreiben eines Robotaxis nicht mehr als 90 Cent pro 1,6 Kilometer kosten. Zum Vergleich: Die Kosten bei Uber und Lyft liegen bei 1,80 bis 2,70 Euro pro 1,6 Kilometer.

Durch diese niedrigen Kosten können die Tesla-Besitzer, die ihr Auto gelegentlich dem Service zur Verfügung stellen, entschädigt werden – der Autobauer geht sogar soweit, dass sich damit das Elektroauto selbst finanzieren könne. Aber, das wird die Zukunft zeigen, das ist sicherlich auch eine Mentalitätsfrage, ob die Menschen diesen Schritt tatsächlich mitgehen.

Musk beeindruckt mit seinen Zukunftsplänen

Während des Tesla Autonomy Day hat Elon Musk mit seinem Team und seinen Zukunftsplänen viele der anwesenden Investoren beeindruckt. Das zeigt sich in der Frage-Antwort-Runde. Kurzfristig könnte das Unternehmen aber wiederum enttäuschen: Analysten gehen davon aus, das Tesla am Mittwoch, wenn die Quartalszahlen veröffentlicht werden, einen Verlust von 305,5 Millionen Dollar für das erste Quartal 2019 verkünden wird.

Außerdem macht die Explosion bzw. der unvermittelte Brand eines Tesla in Shanghai Sorgen. Videos aus China dokumentieren, dass das Elektroauto in einer Tiefgarage in Flammen aufgeht. Hier ist das Video zu finden:

Tesla hat ein Team geschickt, um den Brand zu untersuchen.
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