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1. Quartal 2021: Nettostromerzeugung aus Erneuerbaren sinkt auf 57 Terawattstunden

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Energiewende: Anteil der Windkraft nimmt witterungsbedingt ab – Stromerzeugung insgesamt auf niedrigen Niveau.

Gemächlicher Start für Elektrizität aus erneuerbaren Energien im ersten Quartal 2021. Das Fraunhofer-Institut für Solar Energiesysteme ISE hat einen Rückgang der Stromgewinnung aus Erneuerbaren von 75,8 Terawattstunden auf 57 Terawattstunden errechnet. Die Windenergieerzeugung bleibt unangefochten an der Spitze – aber die Bedeutung von Kohle und Gas nahm zum Jahresanfang 2021 deutlich zu, stellt man den Vergleich mit dem ersten Quartal 2020 her.

Die Stromerzeugung aus Gas wuchs um 46,2 Prozent, Braunkohle legte 33,4 Prozent zu. Sogar die Bedeutung der Steinkohle stieg wieder – um 21 Prozent. Nur wenig Änderungen gab es bei Kernkraft (+2,5 %) und Biomasse (-3,1 %).

Während Gas und Kohle im 1. Quartal 2021 im Vorjahresvergleich zulegen konnten, verloren Windkraft und Wasserkraft deutlich (32,8 % / 23,8 %). Dennoch ist die Windkraft die wichtigste Quelle zur öffentlichen Nettostromerzeugung – mit einem Anteil von einem Viertel (25,6 %). Dahinter rangieren Braunkohle (18,8 %), Gas (16,1 %) und Kernenergie (12,5 %).

Nettostromerzeugung Deutschland 1. Quartal 2021

Die Erneuerbaren Energien insgesamt sackten von 55,6 % auf 42,7 % ab. Der Anteil der sonstigen Energien stieg demzufolge auf 57,3 %.

Aus Sicht von Fraunhofer-Wissenschaftler Bruno Burger hat der Rückgang nicht mit weniger Kapazität der Erneuerbaren Energien zu tun, sondern der Rückgang der Stromerzeugung aus Windkraft ist rein witterungsbedingt. „Die relativen Volllaststunden der Windkraft an Land (Onshore) lagen etwa vier Prozent (absolut) unter dem langjährigen Mittel. Da die Erzeugung im ersten Quartal 2020 aber neun Prozent (absolut) über dem langjährigen Mittel lag, fiel der Rückgang gegenüber dem Vorjahr so stark aus“, so Burger in einem Statement.

Insgesamt ging die Stromerzeugung von 136,4 Terawattstunden auf 133,7 Terawattstunden leicht zurück – es wurde weniger exportiert. Dabei falle, so der Wissenschaftler, bereits der Corona-bedingte Rückgang im ersten Quartal 2020 ins Gewicht: im Q1 2019 hatte die Stromerzeugung noch bei 145,9 TWh gelegen. Der Stromexport ging von 10,9 TWh im ersten Quartal 2020 auf 7,4 TWh zurück, wobei der Großteil der physikalischen Exporte in die Schweiz, nach Österreich und Polen floss.

Gehandelt wurde Strom vor allem mit Österreich, der Schweiz, Frankreich und Luxemburg (jeweils Export), sowie Dänemark, den Niederlanden und Norwegen (jeweils Import).
Die Last lag mit 127,4 Terawattstunden auf dem Niveau des Vorjahres (127,5 TWh).

Die Nettostromerzeugung repräsentiert den Strommix, der tatsächlich zu Hause aus der Steckdose kommt und der im Haushalt verbraucht wird bzw. mit dem auch Elektrofahrzeuge öffentlich geladen werden. Der Stromzähler im Haus misst auch den Nettostrom, der verbraucht oder eingespeist wird.

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