WINDKRAFT · 2. Juni 2026
Symbolfoto Foto von Artur Ament auf UnsplashWindpark Reinhardswald: Die Märchen rund um Grimms Märchenwald
Wird Grimms Märchenwald für Windkraftanlagen abgeholzt? Nein. 18 Windräder stehen auf weniger als 0,1 Prozent eines riesigen Waldgebiets, während Windkraft-Gegner daraus eine Katastrophe konstruieren. Eine Einordnung mit den belastbaren Zahlen.
Wird der Märchenwald für Windräder abgeholzt?
Nein. Im Reinhardswald entstehen 18 Windkraftanlagen auf einer in Anspruch genommenen Fläche von rund 29 Hektar. Das sind weniger als 0,1 Prozent des etwa 200 Quadratkilometer großen Waldgebiets. Der als „Märchenwald” bekannte Urwald Sababurg ist als Standort ausgeschlossen.
Gebaut wird überwiegend auf Fichten-Monokulturen, die durch den Sturm Friederike und Borkenkäfer geschädigt sind. Die kursierende Zahl von 120.000 gefällten Bäumen ist nach Einschätzung des BUND Hessen falsch und stark übertrieben. Im Dezember 2025 lehnte der Hessische Verwaltungsgerichtshof den letzten großen Eilantrag gegen den Bau endgültig ab.
Während sie Märchen von der Waldzerstörung erzählen, brennen echte Wälder
Sie haben es geschafft. Die Windkraft-Gegner haben aus 18 Windrädern in einem 200 Quadratkilometer großen Wald die „Zerstörung des Märchenwaldes” gemacht. Aus einem winzigen Bruchteil eines riesigen Waldgebietes eine Katastrophe biblischen Ausmaßes. Das ist Propaganda-Handwerk vom Feinsten.
Aber während sie diese Märchen erzählen, brennen echte Wälder in Brandenburg, in Kalifornien, in Australien. Während sie um 18 Windräder kämpfen, sterben ganze Ökosysteme durch die Klimakrise, die wir mit genau diesen Windrädern bekämpfen könnten.
Die Wahrheit über den „Märchenwald”
Reden wir über Fakten. Der Reinhardswald ist rund 200 Quadratkilometer groß. Das entspricht etwa 28.000 Fußballfeldern. Der touristische „Märchenwald” rund um die Sababurg macht davon nur einen Bruchteil aus, und dieser Urwald ist als Standort ohnehin ausgeschlossen. Die 18 Windräder stehen in einem völlig anderen Teil des Waldes. Den Mythos Märchenwald hat auch die tagesschau entlarvt.
Aber das passt nicht ins Narrativ. Also wird aus „18 Windräder in einem großen Wald” plötzlich „Vernichtung des Märchenwaldes”. Das ist keine Meinungsverschiedenheit mehr, das ist bewusste Irreführung.
Tatsächlich ist der nordhessische Reinhardswald seit Jahrhunderten ein Kultur- und Wirtschaftswald, den sich seine jeweiligen Besitzer, seien es etwa Grafen, Bistümer oder Behörden, zunutze machten. Die für die Windräder genutzten Flächen sind überwiegend geschädigte Fichten-Monokulturen, nicht der verwunschene Buchenurwald der Märchen-Bilder.
Während wir über Rotmilane und Fledermäuse diskutieren, die durch Windräder sterben könnten, sterben Millionen von Vögeln und Fledermäusen durch die Klimakrise. Durch Dürren, Überschwemmungen, Waldbrände. Durch den Kollaps ganzer Lebensräume. Die Ironie ist grausam: Sie kämpfen für den Naturschutz, indem sie verhindern, dass wir die Natur vor der größten Bedrohung ihrer Geschichte schützen. Sie retten den Baum und lassen den Wald verbrennen.
Lesen Sie auch: Nein, im Reinhardswald werden keine 120.000 Bäume für Windräder gefällt
Die Märchen-Maschine
Es ist faszinierend zu beobachten, wie aus Realität Märchen werden. Da werden aus genehmigten Waldwegen plötzlich „Waldautobahnen”. Aus temporären Baustellenmaßnahmen wird „dauerhafte Waldzerstörung”. Aus 18 Windrädern wird „Industrialisierung des Märchenwaldes”.
Diese Sprache ist kein Zufall. Sie ist handwerklich perfekt gemacht, emotional aufgeladen und darauf ausgelegt, Angst zu schüren. Denn mit rationalen Argumenten ist die Energiewende nicht zu stoppen.
Was der Windpark Reinhardswald wirklich leistet
Sprechen wir über das, was tatsächlich zählt. Die 18 Anlagen vom Typ Vestas V150-5,6 MW kommen zusammen auf eine Leistung von 100,8 Megawatt. Damit wird der Windpark der leistungsstärkste in Hessen. Nach Betreiberprognose erzeugen die Anlagen jährlich rund 290 bis 315 Millionen Kilowattstunden Strom, genug für etwa 100.000 Haushalte.
Rechnet man die vermiedenen Emissionen nach der Verdrängungsmethodik des Umweltbundesamtes (rund 760 Gramm CO₂ je nicht-fossil erzeugter Kilowattstunde), spart der Windpark rund 200.000 Tonnen CO₂ pro Jahr ein. Diese Zahlen passen nicht zu den Märchen von der Waldzerstörung. Also werden sie verschwiegen, relativiert, weggeredet.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Anlagen | 18 × Vestas V150-5,6 MW (100,8 MW gesamt) |
| Gesamthöhe je Anlage | 241 Meter |
| Stromproduktion | rund 290 bis 315 Mio. kWh pro Jahr (Betreiberprognose) |
| Versorgte Haushalte | rund 100.000 (Betreiberangabe) |
| CO₂-Einsparung | rund 200.000 t pro Jahr (UBA-Verdrängungsmethodik) |
| In Anspruch genommene Fläche | rund 29 Hektar (unter 0,1 % des Waldgebiets) |
| Reinhardswald gesamt | rund 200 km² (etwa 28.000 Fußballfelder) |
| Status | Türme seit 2025 errichtet, Fertigstellung 2026/2027 geplant; Eilantrag der Gemeinde Wesertal im Dezember 2025 endgültig abgelehnt |
Es reicht!
Es reicht mit den Märchen. Es reicht mit der Panikmache. Es reicht mit den Lügen über „Waldzerstörung”, während echte Wälder brennen.
Ja, mit dem Aufbau der Windkraftanlagen im Reinhardswald ist begonnen worden. Und ja: Der Horizont wird sich verändern, wie die Hessische/Niedersächsische Allgemeine berichtet. Strom aus Windenergie ist Teil der sauberen Zukunft, die uns vom Würgegriff der fossilen Brennstoffe befreit.
Im Dezember 2025 hat der Hessische Verwaltungsgerichtshof den Eilantrag der Gemeinde Wesertal gegen den Bau abgelehnt. Der Beschluss ist nicht mehr anfechtbar. Die juristischen Tricks und die Verfahrensverschleppung laufen damit ins Leere. Die Klimakrise wartet nicht, bis Deutschland seine emotionalen Probleme mit Windrädern gelöst hat.
Die wahren Märchen sind nicht die der Gebrüder Grimm. Die wahren Märchen sind die Geschichten derer, die glauben, wir könnten das Klima retten, ohne etwas zu verändern. Das Problem sind nicht 18 Windräder. Das Problem sind die, die verhindern, dass aus 18 Windrädern 180 werden. Und aus 180 dann 1.800. Denn am Ende ist es ganz einfach: Entweder wir bauen Windräder, oder wir bauen Deiche.
Werden im Reinhardswald 120.000 Bäume für Windräder gefällt?
Nein. Die Zahl von 120.000 Bäumen ist nach Einschätzung des BUND Hessen falsch und stark übertrieben. Das Regierungspräsidium Kassel beziffert die in Anspruch genommene Fläche auf rund 29 Hektar. Gebaut wird überwiegend auf durch Sturm und Borkenkäfer geschädigten Fichten-Monokulturen.
Wie viele Windräder stehen im Reinhardswald?
Es entstehen 18 Windkraftanlagen vom Typ Vestas V150-5,6 MW mit einer Gesamtleistung von 100,8 Megawatt. Damit wird der Windpark Reinhardswald der leistungsstärkste in Hessen.
Wird der Märchenwald rund um die Sababurg abgeholzt?
Nein. Der als Märchenwald bekannte Urwald Sababurg ist als Standort für Windkraft ausgeschlossen. Die 18 Windräder stehen auf rund 29 Hektar in einem anderen Teil des etwa 200 Quadratkilometer großen Waldgebiets, das sind weniger als 0,1 Prozent der Fläche.
Wie viel Strom liefert der Windpark Reinhardswald?
Nach Betreiberprognose erzeugen die 18 Anlagen jährlich rund 290 bis 315 Millionen Kilowattstunden Strom, genug für etwa 100.000 Haushalte. Das spart nach UBA-Verdrängungsmethodik rund 200.000 Tonnen CO₂ pro Jahr ein.
QUELLEN
- Hessischer Verwaltungsgerichtshof, 23.12.2025: Eilantrag der Gemeinde Wesertal gegen Windpark Reinhardswald erfolglos (Az. 9 B 637/22.T)
- CORRECTIV.Faktencheck, 25.01.2024: Nein, im Reinhardswald werden keine 120.000 Bäume für Windräder gefällt
- hessenschau.de, 2025: Streit um Windräder im Reinhardswald (Anlagen- und Leistungsdaten)
- neue energie, 2025: Windpark im Reinhardswald: Wie viel Wald muss wirklich weichen?
- tagesschau.de / hr, 2025: Märchenwald? Der hürdenreiche Weg zum Windpark Reinhardswald
- Umweltbundesamt: Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger (Verdrängungsmethodik)
Keine Ahnung, nicht vor Ort gewesen, aber so tun, als ob man Ahnung hätte. Bei diesem Projekt geht nicht viel nach Recht & Gesetz, NACHWEISLICH! Kommt vorbei, Einladung steht.
Ihr seid so ähnlich glaubwürdig, wie ein Geschäftsführer der Windparkgesellschaft!
Ihr kriegt ja nicht mal den richtigen Namen der zitierten Zeitung hin.
Eilantrag von Wesertal nach 4 Jahren abgelehnt und immer noch steht ein weiterer Eilantrag der NI aus! Nicht mal in der Lage dieses Missverhältnis aufzuarbeiten, 4 Jahre für einen Eilantrag, den Rechtsschutz komplett missachtet, aber das bekommt man im Klimawahn wahrscheinlich alles gar mehr mit?
Wo oder was ist für euch der Märchenwald?
Wie viele Anlagen stehen im Naturpark Reinhardswald wirklich?
Schon mal was von Fragmentierung gehört?
Sie sollten sich hiermit mal befasst? https://www.nature.com/articles/s44358-025-00078-1?fbclid=IwY2xjawN0VllleHRuA2FlbQIxMABicmlkETBHSkJDZWZqQnBpeGxOTngxAR4dMOjcmN2lIfUrjqMQu8RtsdRpGG7RD8DVTmga_Un8dbuk5Dy_Fkay6HYjLA_aem_JaCryM3CZuFXKWlOwJgLBQ
Lieber Oliver,
danke für den unhöflichen Kommentar ohne Anrede und Grußformel.
Stattdessen Kritik (oder besser Gemaule?), die weitgehend nicht nachvollziehbar ist. Super!
Der Nature-Review-Artikel ist übrigens super. Er beschreibt Auswirkungen (Vogel- und Fledermausschlag, Verhaltensänderung, Habitatverlust) – und der ganze Rest des Artikels dreht sich darum, wie man diese Auswirkungen vermeidet und minimiert: kluge Standortwahl, Abschaltalgorithmen, Vergrämung, Ausgleichsflächen.
Der entscheidende Satz steht ganz am Ende der Key Points: Die Evidenz solle helfen einzuschätzen, „how its implementation compares to potential impacts from climate change“ – also wie die Windkraft-Folgen im Vergleich zu den Biodiversitätsschäden des Klimawandels dastehen.
Resultat? Der eigentliche Biodiversitäts-Killer ist die Erderwärmung. Windräder in einen Wald zu stellen ist ein lokaler, mess- und minderbarer Eingriff; ein 2-Grad-plus-Wald ist irgendwann gar kein Wald mehr. Zumal es im Reinhardswald in weiten Teilen um vorgeschädigten Fichten-Wirtschaftsforst geht, nicht um kerngesunde Bäume.
Herzliche Montagsgrüße,
Martin Jendrischik
Einen schmierigen propagandistischen und populistischen Müllhaufen diese Seite von Scheinheiligkeit der vermeintlichen Ökologie. Einen riesigen Scheißeberg produziert eure Sippschaft für die Nachtwelt. Indoktriniert von einer Weltuntergangspsychose.
Lieber „Fuckyouall“,
Psychose ist ein gutes Stichwort. Bitte lassen Sie sich von erfahrenen Experten untersuchen.
Danke, Martin Jendrischik