So sieht "das beschissenste Berlin" aus, Herr Poschardt – nur ohne beheizte Oldtimergarage. (Symbolbild)
Vulkangruppe legt Berlin lahm: Linksradikale sabotieren Stromnetz
45.000 Haushalte teils bis Donnerstag ohne Strom – mentaler Blackout bei WELT-Herausgeber Ulf Poschardt
Ein Kommentar von Cleanthinking-Herausgeber Martin Jendrischik
In der Nacht zum Samstag haben mutmaßlich Linksradikale einen Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz verübt. 45.000 Haushalte und 2.000 Gewerbebetriebe in Lichterfelde, Zehlendorf, Nikolassee und Wannsee waren plötzlich ohne Strom. Im Januar. Bei Minusgraden. Während Lichterfelde am Samstagabend wieder ans Netz ging, müssen 35.000 Haushalte bis Donnerstag ausharren – fast eine Woche Stromausfall – mitten im Januar 2026. Die sogenannte „Vulkangruppe“ hat sich zu dem Anschlag bekannt.
Die Polizei stuft das Bekennerschreiben der Vulkangruppe als „glaubhaft“ ein. In ihrem Schreiben ist von „Notwehr“ die Rede, von „internationaler Solidarität mit allen, die die Erde und das Leben schützen“. Ihr Ziel: die „fossile Energiewirtschaft.“ Getroffen haben sie Familien, Rentner und Menschen, die auf elektrische Medizingeräte angewiesen sind.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) verurteilte die Tat: „Es ist inakzeptabel, dass erneut offenkundig Linksextreme unser Stromnetz angreifen und damit Menschenleben gefährden.“ Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sprach von einem „menschenverachtenden Angriff auf die Berlinerinnen und Berliner.“
Kein Blackout – ein Sabotageakt
Bevor die Begriffe durcheinandergehen: Was in Berlin passiert ist, war kein Blackout. Ein Blackout ist ein unkontrollierter Zusammenbruch des Stromnetzes – ausgelöst durch Überlastung, technisches Versagen oder Kaskadeneffekte. Das wäre tatsächlich ein Infrastrukturproblem.
Was hier passiert ist: Kriminelle haben mit mehreren Brandsätzen gezielt eine Kabelbrücke über den Teltowkanal angegriffen. Fünf Hochspannungs- und zehn Mittelspannungskabel wurden zerstört oder beschädigt. Das Stromnetz hat nicht versagt – es wurde angegriffen.
Der Unterschied ist zentral. Wer „Blackout“ sagt, suggeriert Staatsversagen. Wer „Sabotage“ sagt, benennt die Täter.
Die groteske Selbstgerechtigkeit der Täter

Die Vulkangruppe spricht in ihrem Bekennerschreiben – das die Behörden für glaubhaft halten – von „Kettenreaktionen, die nicht in unserem Verantwortungsbereich liegen„. Als wäre ein Stromausfall im Winter ein unvorhersehbares Naturereignis und nicht die direkte Folge ihrer Sabotage.
Dann geben sie den Opfern Ratschläge: „Klingeln Sie bei Ihren Nachbar:innen an. Bedenken Sie, ältere oder hilfsbedürftige Menschen mitzuversorgen.“
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Kriminelle sabotieren die Stromversorgung – und erklären den Betroffenen dann, wie sie mit den Folgen umgehen sollen.
Diskussion hierzu auch in der Facebook-Community von Cleanthinking!
Ihre Begründung? Unter anderem der hohe Energiebedarf von Künstlicher Intelligenz. Sie schreiben: „Die Tech-Konzerne sind in den Händen von Männern der Macht, die wir ihnen geben.“ Und: „Eines Tages werden wir einfach vor den leuchtenden Bildschirmen oder den toten Geräten sitzend verdursten und verhungern.“
Die Ironie schreibt sich selbst: Um eine dystopische Zukunft zu verhindern, schaffen sie für ältere Menschen im Winter genau diese Realität.
Wer ist die Vulkangruppe?
Der linksextreme Zusammenschluss existiert seit 2011. Seitdem verübt die Gruppe immer wieder Brandanschläge in Berlin und Brandenburg – auf Kabelschächte, Funkmasten, Datenleitungen.
2021 und 2024 griff sie die Stromversorgung des Tesla-Werks in Grünheide an. Vermutlich steckt sie auch hinter dem Anschlag auf den Technologiepark Adlershof im September 2025.
Der Verfassungsschutz ordnet die Gruppierung dem anarchistischen Spektrum zu. Wie viele Mitglieder sie hat und wie sie sich organisiert, ist unbekannt. Die Behörde geht davon aus, dass die Bekennerschreiben der vergangenen Jahre von einem „(teil-)identischen Autorenkreis“ stammen.
Was mich beunruhigt: Wenn eine Handvoll Krimineller tagelange Stromausfälle in mehreren Stadtteilen verursachen kann – was passiert bei einem professionellen Angriff im Rahmen hybrider Kriegsführung?
Die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg warnen bereits: „Wir rechnen mit Schäden in Millionenhöhe.“ Der Stromausfall habe gezeigt, dass die Infrastruktur nicht ausreichend vor Angriffen geschützt sei.
Diese Leute sind nicht nur Idioten mit Brandsätzen. Sie liefern eine Blaupause für alle, die unsere Infrastruktur angreifen wollen.
Der mentale Blackout des Ulf Poschardt
Während Techniker von Stromnetz Berlin die Stromversorgung wiederherstellen und das THW Nothilfe leistet, verarbeitet WELT-Herausgeber Ulf Poschardt das Erlebte auf seine Weise: mit einem Artikel, der mehr über ihn verrät als über den Stromausfall.
Poschardt schreibt aus dem betroffenen Gebiet. Er berichtet von Ferrari-Kunden, die sich um ihre 40.000-Euro-Batterie sorgen. Von „Köstlichkeiten aus dem Frischeparadies„, die vor dem Verfall gerettet werden müssen. Von der quälenden Frage, ob er „in der beheizten Oldtimergarage auf einer Isomatte schlafen“ soll.
Ich wiederhole: beheizte Oldtimergarage.
Das ist keine Reportage über einen Stromausfall. Das ist Sozialsafari im eigenen Kiez, garniert mit der Erkenntnis, dass „die Dunkelheit alle gleich macht“ – die Mama mit der Hermes-Tasche und den „hippen Art-Direktor aus Kreuzberg.“
Herzzerreißend.
Dann kommt der eigentliche Punkt. Ein „Nachbar mit Politikerfahrung“ wisse, wer schuld sei:
„Es ist einfach das beschissenste Berlin. Die wollen mit den Infrastrukturmilliarden des Bundes einfach drei Millionen Bäume pflanzen, statt Stromleitungen zu sichern.“
Herr Poschardt, kurze Verständnisfrage: Sie wissen schon, dass das kein Blackout war?
Kein Netzversagen, keine marode Infrastruktur – sondern ein Brandanschlag. Kriminelle haben gezielt Kabel in Brand gesetzt. Das Stromnetz hat nicht versagt. Es wurde angegriffen.
Welche Stromleitung hätten Sie gerne, die einem Sabotageakt standhält? Welche „Redundanz“ schützt vor Menschen, die nachts Brandsätze legen?
Ich berichte seit 16 Jahren über Energieinfrastruktur. Kein Kabelsystem der Welt ist gegen gezielte Sabotage immun. Das wissen Sie. Oder sollten es wissen, bevor Sie kommentieren.
Was Sie hier betreiben, ist Reflexideologie: Irgendwas passiert, Berlin ist schuld, Klimapolitik ist schuld, Bäume sind schuld. Dass Linksradikale einen Anschlag verübt haben, ist für Sie nur der Aufhänger, um gegen die üblichen Feindbilder zu schießen.
Das Groteske dabei: Während Sie über Ihre Oldtimergarage sinnieren, saßen im selben Viertel ältere Menschen ohne Heizung. Menschen, für die dieser Stromausfall tatsächlich bedrohlich war. Nicht weil Berlin Bäume pflanzt – sondern weil Kriminelle Kabel angezündet haben.
Kein Einzelfall: Poschardt bei „High Noon“
Wer glaubt, der Stromausfall-Kommentar sei ein einmaliger Ausrutscher, sollte sich das Streitgespräch zwischen Poschardt und Spiegel-Journalistin Melanie Amann im Format „High Noon“ ansehen.
Amanns Diagnose dort: „Nörgel-Liberalismus„. Ein Journalismus, der „kaputt machen will und provozieren will“ – aber keine Lösungen anbietet. Ihr Urteil über Poschardts Methode: „Du schilderst ein Zerrbild, und das ist auch ein böswillig verzerrtes Bild.“
Der Moment, der hängen bleibt: Als Amann ihm vorhält, er sei „fucking intolerant“ gegenüber anderen Positionen und kein echter Liberaler – weil ihm das Schicksal von Kolleginnen, die er politisch ablehnt, „scheißegal“ sei.
Poschardt reagiert, wie er es immer tut: Die anderen sind schuld. Das „Shitbürgertum“. Der „linke Mainstream“. Alle außer er selbst.
Das Gespräch ansehen: High Noon: Melanie Amann vs. Ulf Poschardt
Zwei Seiten derselben zerstörerischen Medaille
Was verbindet die Vulkangruppe und Ulf Poschardt?
Beide instrumentalisieren die Energiewende für ihre ideologischen Kämpfe. Die einen sabotieren im Namen des Klimaschutzes. Die anderen nutzen die Sabotage, um gegen Klimaschutz zu hetzen.
Die Vulkangruppe glaubt, mit Brandanschlägen die Welt zu retten. Poschardt glaubt, mit Polemik gegen „Bäume pflanzen“ irgendetwas Sinnvolles beizutragen.
Beide liegen falsch. Beide schaden.
Die Energiewende ist die größte Infrastruktur-Transformation seit der Industrialisierung. Sie braucht Menschen, die aufbauen. Die Netze stärken. Die Speicher entwickeln. Die Lösungen finden.
Sie braucht keine Zerstörer – egal ob sie von links Kabel anzünden oder von rechts Debatten vergiften.
Erbauer statt Zerstörer.
Daran sollten sich beide Seiten erinnern.
Herr Jendrischik,
Ich stimme Ihnen in der Bewertung des Anschlags vollumfänglich zu – dies war ein krimineller Akt gegen kritische Infrastruktur, der Menschen in eine gefährliche Situation gebracht hat. Ihre Ausführungen zur technischen Unterscheidung zwischen Blackout und Sabotage sind präzise und wichtig.
Allerdings muss ich zwei fundamentale journalistische Bedenken äußern:
Erstens: Sie widmen einem terroristischen Angriff auf lebenswichtige Energieinfrastruktur, der 45.000 Haushalte tagelang von der Stromversorgung abschnitt, nahezu gleichviel Raum wie Ihrer persönlichen Abrechnung mit Ulf Poschardt. Ein Sabotageakt, der das Leben von Menschen gefährdete – insbesondere von Älteren und Kranken – wird damit auf eine Stufe gestellt mit einem polemischen Kommentar über beheizte Oldtimergaragen. Diese Gewichtung ist aus meiner Sicht problematisch.
Zweitens: Ihre Schlussfolgerung „Zwei Seiten derselben zerstörerischen Medaille“ setzt einen Journalisten, der überspitzt formuliert, mit Kriminellen gleich, die gezielt kritische Infrastruktur angreifen. Der eine nutzt sein Recht auf Meinungsfreiheit – auch wenn Sie dessen Ton missbilligen. Die anderen begehen Straftaten, die Menschenleben gefährden. Diese beiden Phänomene auf derselben „Medaille“ zu verorten, nivelliert die fundamentale Differenz zwischen legitimer (wenn auch pointierter) Meinungsäußerung und kriminellem Terrorismus.
Seriöser Journalismus sollte sich darauf konzentrieren, die Bedrohung durch linksradikale Sabotageakte zu analysieren, die Sicherheitslücken unserer Infrastruktur aufzuzeigen und die politische Verantwortung einzufordern – ohne dies mit persönlichen politischen Abrechnungen zu vermischen.
Mit freundlichen Grüßen
Lieber Thomas Schneider,
vielen Dank für Ihre sachliche Kritik.
Ich habe in meinem Kommentar weder Meinungsäußerung mit Kriminalität gleichgesetzt noch den Anschlag relativiert. Die Vulkangruppe verurteile ich unmissverständlich.
Mein Kritikpunkt gegenüber Ulf Poschardt zielt nicht auf zugespitzte Sprache an sich, sondern auf eine öffentliche Deutung, die Ursache und Wirkung dieses Ereignisses verzerrt.
Wer einen gezielten Sabotageakt als Infrastrukturversagen framet, trägt zur politischen Fehlinterpretation bei – unabhängig davon, ob dies strafbar ist oder nicht.
In diesem Sinne bitte ich tatsächlich darum, an publizistische Macht und ihre Wirkung dieselben Maßstäbe anzulegen wie an andere Formen gesellschaftlicher Einflussnahme.
Herzliche Grüße,
Martin Jendrischik
Eine interessante Referenz: https://www.berlinstory.de/news/stromausfall-in-berlin-kyrillische-fehler-im-text/
Ein interessanter Aspekt wird hier beleuchtet: https://www.berlinstory.de/news/stromausfall-in-berlin-kyrillische-fehler-im-text/
Hallo Hannnnes,
bis auf Weiteres halte ich das für eine recht abwegige Verschwörungstheorie. Wir sollten uns nicht auf das Niveau irgendwelcher Querdenker begeben.
Viele Grüße,
Martin
Was ist daran abwegig? Wieso schreibt dann die TAZ:
Und das Bekennerschreiben fällt diesmal nicht nur mit länglichen Entschuldigungen bei der „nicht wohlhabenden“ Bevölkerung für die „Unannehmlichkeiten“ auf und Tiefschürfendem wie „unsere gemeinwohlorientierte Aktion ist gesellschaftlich sinnvoll“ – sondern auch mit teils interessanter Rechtschreibung. So wird dort aus dem US-amerikanischen Vizepräsidenten Vance ein „Vans“, was auch der kyrillischen Übersetzung entspräche. Auch die Berliner Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) wird falsch „Giffay“ geschrieben. Manche Formulierungen wirken, als stammten sie von einer KI oder aus einer kyrillischen Übersetzung.
https://taz.de/Nach-Anschlag-auf-Stromkabel-in-Berlin/!6143002/
Ich habe dazu bei Facebook nochmal ausführlich Stellung genommen. Ja, der angebliche Russland-Bezug erscheint konstruiert und ist laut Behörden „möglich, aber nicht plausibel“.
Hier der Facebook-Post:
𝗕𝗘𝗥𝗟𝗜𝗡-𝗦𝗔𝗕𝗢𝗧𝗔𝗚𝗘: 𝗧𝗮𝘁 𝘃𝗼𝗻 𝗟𝗶𝗻𝗸𝘀𝗲𝘅𝘁𝗿𝗲𝗺𝗲𝗻, 𝗮𝗯𝗲𝗿 𝗸𝗲𝗶𝗻 𝗣𝘂𝘁𝗶𝗻-𝗠𝗮𝘀𝘁𝗲𝗿𝗽𝗹𝗮𝗻
Beim Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz gibt es einen klaren Stand der Dinge: Die 𝗦𝗶𝗰𝗵𝗲𝗿𝗵𝗲𝗶𝘁𝘀𝗯𝗲𝗵𝗼̈𝗿𝗱𝗲𝗻 werten das Bekennerschreiben der „𝗩𝘂𝗹𝗸𝗮𝗻𝗴𝗿𝘂𝗽𝗽𝗲“ als authentisch und ordnen die Tat eindeutig dem linksextremistischen Spektrum zu. Zugleich schießen sich einige Kommentatoren auf ein Russland-Narrativ ein – mit sehr dünner Beweislage.
1. 𝗪𝗮𝘀 𝗣𝗼𝗹𝗶𝘇𝗲𝗶 𝘂𝗻𝗱 𝗕𝗞𝗔 𝘀𝗮𝗴𝗲𝗻 – 𝘂𝗻𝗱 𝘄𝗮𝘀 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁
Berlins Polizei-Vize Marco Langner betont: Es gibt „bislang gar keine Hinweise“ auf Russland; die Prüfungen gemeinsam mit dem BKA wiesen „sehr deutlich“ auf die Vulkangruppe hin, das Schreiben werde als authentisch angesehen. Auch Verfassungsschutz und Staatsschutz beschreiben die Vulkangruppe seit Jahren als linksextremistische Struktur, die sich zu ähnlichen Anschlägen auf Infrastruktur bekannt hat.
Politisch wird das quer durch die demokratischen Parteien so benannt: Berlins Regierender Bürgermeister Wegner spricht von einem „linksextremistischen Anschlag“, andere wie Franziska Giffey und Grünen-Politiker Felix Banaszak lassen an der Einstufung als linksextreme Sabotage keinen Zweifel.
2. 𝗚𝗿𝗮𝗺𝗺𝗮𝘁𝗶𝗸𝗳𝗲𝗵𝗹𝗲𝗿 𝗮𝗹𝘀 𝗥𝘂𝘀𝘀𝗹𝗮𝗻𝗱-𝗕𝗲𝘄𝗲𝗶𝘀?
Viel diskutiert wurden die Schreibfehler im Bekennerschreiben: „Vans“ statt Vance, „Giffay“ statt Giffey. Einige deuten das als Hinweis auf eine russische Quelle, weil diese Schreibweise zur kyrillischen Transkription passen könne.
Schaut man sich den Gesamttext an, bleibt davon wenig übrig:
• Die Sprache entspricht in Vokabular, Syntax und Gender-Schreibweise sehr deutlich der deutschen linksradikalen Bewegungssprache („imperiale Lebensweise“, „Ökoterrorist:innen“, „Smartcity-Metropolen“, Doppelpunkt-Gendern).
• Typische Interferenzfehler russischer Muttersprachler (Artikelgebrauch, Präpositionen, unnatürliche Satzstellung) finden sich nicht systematisch; stattdessen eher Überlänge, Emotionalität und Tippfehler – typisch für ungeglättete Szene-Texte.
Einzelne falsch geschriebene Namen sind für sich genommen kein harter Hinweis auf Geheimdienst-Operationen – eher ein gefundenes Fressen für Spekulationen.
3. 𝗪𝗮𝘀 𝗱𝗶𝗲 𝗞𝗜-𝗘𝘅𝗽𝗲𝗿𝘁𝗶𝗻 𝘄𝗶𝗿𝗸𝗹𝗶𝗰𝗵 𝘀𝗮𝗴𝘁
Die KI-Expertin Andrea Schlüter äußert Zweifel, ob das Schreiben „originär im Deutschen“ verfasst wurde, und verweist auf einige Formulierungen, die ihr auffällig erscheinen. Sicherheitskreise, die in denselben Artikeln zitiert werden, ziehen daraus aber gerade keine klare Russland-These:
• Russische Beteiligung sei „möglich, aber nicht plausibel“.
• Weder automatische Übersetzung noch russische Autorenschaft können bislang seriös nachgewiesen werden.
Kurz: Eine stilistische Skepsis einer Expertin ist interessant – ersetzt aber keine forensische Sprachanalyse und steht nicht über der Gesamtschau von Polizei, BKA und Verfassungsschutz.
4. 𝗪𝗮𝗿𝘂𝗺 𝗱𝗮𝘀 𝗥𝘂𝘀𝘀𝗹𝗮𝗻𝗱-𝗡𝗮𝗿𝗿𝗮𝘁𝗶𝘃 𝘁𝗿𝗼𝘁𝘇𝗱𝗲𝗺 𝗳𝗮̈𝗵𝗿𝘁
Politiker wie Roderich Kiesewetter und Teile der Kommentarspalten greifen das Russland-Motiv gern auf: Rückübersetzung ins Russische sei „flüssiger“, die „holprige“ deutsche Version wirke fremd. Das passt gut in das bekannte Bild hybrider Kriegsführung Moskaus – aber:
• Bisher fehlen konkrete Indizien im Fall Berlin (Kommunikationsspuren, Täterbezug, operative Hinweise).
• Die offizielle Linie der Sicherheitsbehörden lautet: linksextreme Sabotage durch die Vulkangruppe, keine belastbaren Hinweise auf eine russische Steuerung.
Wer jetzt ein Putin-Drehbuch erzählt, ohne neue Fakten zu liefern, betreibt vor allem politisches Framing – nicht Aufklärung.
5. 𝗪𝗼𝗿𝘂𝗺 𝗲𝘀 𝗲𝗶𝗴𝗲𝗻𝘁𝗹𝗶𝗰𝗵 𝗴𝗲𝗵𝗲𝗻 𝗺𝘂̈𝘀𝘀𝘁𝗲
Statt Kulturkampf („Blackout zeigt das Scheitern der Energiewende“) oder wilder Russland-Gerüchte braucht es eine sachliche Debatte:
• Wie sicher sind unsere Netze und Kraftwerke – und wie schützt man sie besser, ohne Hysterie?
• Wie verhindert man, dass rechte und linke Ränder Sabotage nutzen, um Vertrauen in Energiewende, Demokratie und Institutionen weiter zu zerstören?
𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁 𝗳𝘂̈𝗿 𝗵𝗲𝘂𝘁𝗲:
Ja – es war linksextremistische Sabotage an kritischer Infrastruktur. Nein – es gibt derzeit keinen belastbaren Beweis, dass Putin oder der Kreml persönlich die Finger im Spiel hatten. Wer etwas anderes behauptet, sollte mehr liefern als Tippfehler und Namensähnlichkeiten.
Quellen und Lesetipps sind dort in den Kommentaren zu finden.
Keine Ahnung!
Das dies auch von einer Putin inszenierten Kampagne ausgegangen sein könnte,
ist nicht meine Überlegung und mit Sicherheit nicht die Letzte!
Lieber Thieme,
wessen Überlegung ist es, dass dies von einer inszenierten Kampagne Putins ausging?
Herzliche Grüße,
Martin Jendrischik
Energiewende ist nicht bezahlbar und ignoriert Naturgesetz sowie Physik!
Lieber Peter Henschel,
selbstverständlich ist die Energiewende bezahlbar. Wir stellen um auf die günstigen Energieerzeugungsarten in der Geschichte der Menschheit. Das ist eine riesige Chance, die wir aggressiv beim Schopfe packen sollten.
Welchem Naturgesetz widerspricht die Energiewende? Und wessen Physik? Wir haben bereits 60 Prozent Erneuerbare in unserer Stromversorgung – die Physik und die Naturgesetze stehen dem nicht ansatzweise entgegen.
Viele Montagsgrüße,
Martin Jendrischik
Teil 1 ist gut – Teil 2 ist klassischer Whataboutism – in diesem Fall unnötig
Liebe Ulrike, danke für Dein Feedback. Den zweiten Teil hat sich Ulf Poschardt mit seinen Aussagen redlich verdient. So viel Kritik an ihm muss erlaubt sein.
Wie tief muss Journalismus sinken, wie sehr muss man sich in den so genannten „Haltungsjournalismus“ versteifen, dass man einen solchen Angriff auf unsere leistungsbereite Gesellschaft zum Anlass nimmt, in signifikanten Teilen des Kommentars gegen angeblich „rechte“ Tendenzen zu wettern, gegen betroffene Personen unserer Leistungsgesellschaft die genau diese kriminellen Täter per Sozialstaat mitfinanzieren, gegen Menschen, die sich zur Wehr setzen gegen links-grüne Auswüchse, die in terroristischen Aktionen wie dieser ihre Speerspitze finden? Es macht fassungslos.
Lieber J H, haben Sie den Artikel gelesen?
Ich bezeichne die Vulkangruppe als „Idioten mit Brandsätzen“, ihre Tat als „menschenverachtend“, ihre Begründung als „groteske Selbstgerechtigkeit“. Ich schreibe, sie liefern eine „Blaupause für hybride Kriegsführung“.
Dass ich gleichzeitig kritisiere, wenn jemand einen Sabotageakt nutzt, um gegen „Bäume pflanzen“ zu wettern – während er eine beheizte Oldtimergarage hat – ist kein „Haltungsjournalismus“. Das ist Einordnung.
Erbauer statt Zerstörer. Das gilt für beide Seiten.
Viele Sonntagsgrüße,
Martin Jendrischik
Dass Sie einen linken Terroranschlag zum Anlass nehmen einen Libertären Kommentator mit diesen Terroristen gleichzusetzen weil er Ihnen zu polemisch ist, ist absolut geschmacklos und inakzeptabel.
Vielleicht wäre dies der Anlass das politische Vorfeld der Vulkan-Terroristen aufzugreifen. Sie sind die Enabler. Terroristen agieren nicht ohne Humus auf dem Sie wachsen.
Lieber Tim,
die Medaille hat zwei Seiten, aber die Seiten sind nicht gleich schwer. Die einen begehen Terrorismus – Gefängnis. Die anderen jammern bei beheizter Oldtimergarage über Klimapolitik – Meinungsfreiheit. Aber beide bauen nichts auf. Das ist der Punkt.
Viele Abendgrüße,
Martin Jendrischik