Screenshot aus dem Video von Michael Sterne
Bayern ist Deutscher Abregelungs-Meister
Und Markus Söder philosophiert über fossile Energien und Atomkraft
Die CSU hat den Netzausbau verschleppt und die Windkraft mit der 10H-Regel lange blockiert. Jetzt ist Bayern Deutscher Abregelungs-Meister – und die bayerische Wirtschaft leidet unter den Konsequenzen. Statt Probleme zu lösen, flüchtet sich Markus Söder in Atomkraft-Fantasien. Eine Situationsanalyse mit Zahlen der Bundesnetzagentur, der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft – und einer Einordnung durch Energieforscher Michael Sterner.
Bayern ist zum Sorgenkind der deutschen Energiewende geworden – und das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrelanger politischer Fehlentscheidungen der CSU. Wie eine aktuelle Recherche der Süddeutschen Zeitung auf Basis von Daten der Bundesnetzagentur zeigt, hat sich die Menge abgeregelten Solarstroms im Freistaat dramatisch erhöht: von 510 Gigawattstunden im Jahr 2023 über 1.100 GWh in 2024 auf 2.180 GWh allein von Januar bis November 2025.
Der Anstieg von 2023 auf 2024 betrug 97 Prozent – und 2025 hat sich der Wert nochmals verdoppelt. Rein rechnerisch könnte mit dem ungenutzten Solarstrom eine Stadt wie Regensburg mehr als eineinhalb Jahre lang versorgt werden.
Die wirtschaftlichen Folgen sind bereits spürbar. Bayerns Anteil an den Entschädigungskosten für abgeregelte Erneuerbare-Energien-Anlagen ist laut Bundesnetzagentur von 4,7 Prozent im Jahr 2023 auf fast 40 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen – eine Beinahe-Verzehnfachung.
Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) bestätigt in ihrem gerade veröffentlichten 14. Monitoring der Energiewende das Bild: Der Netzausbau komme nur schleppend voran, der Windenergieausbau bleibe insbesondere in Bayern deutlich hinter dem erforderlichen Volumen zurück.
Was tut Ministerpräsident Markus Söder angesichts der Rolle als Deutschlands Abregelungs-Meister? Er prahlt mit dem Titel „Sonnenland Nummer eins“ – und fordert die Rückkehr zur Atomkraft.
Bei einer Pressekonferenz in der Bayerischen Staatskanzlei wurde Söder von einem SZ-Journalisten nach den bayerischen Klimazielen gefragt. Seine Antwort, die der Regensburger Energieforscher Michael Sterner in einem YouTube-Video dokumentiert hat, offenbart ein Weltbild, das mit der bayerischen Realität kollidiert: „Wir hängen an einer Vision, an einem Traum, an einer Hoffnung, dass alles komplett über Erneuerbare geht“, sagte Söder.
Das werde nicht funktionieren, um eine „hochleistungsfähige Wirtschaft“ zu versorgen. „Deswegen wirst du auch fossile Brennstoffe brauchen“, sagte er, das CO₂ müsse man eben abscheiden – und man brauche Kernenergie.
Die Aussage ist in mehrfacher Hinsicht entlarvend. Denn Bayern hat nicht etwa ein Problem mit Erneuerbaren Energien – sondern ein Problem mit dem Netz, das den Solarstrom aufnehmen soll. Und genau dieses Netzproblem hat die CSU selbst verursacht.
Warum Bayern Deutscher Abregelungs-Meister wurde
Die Ursache des bayerischen Abregelungsproblems lässt sich auf einen konkreten politischen Moment zurückdatieren: 2014 stellte der damalige Ministerpräsident Horst Seehofer überregionale Höchstspannungsleitungen von Nord nach Süd grundsätzlich in Frage. Am Ende einigte man sich auf die unterirdische Verlegung als Erdkabel – ein Kompromiss, der den Bau um Jahre verzögerte und Milliarden teurer machte.
Das vbw-Monitoring beziffert die Verzögerung beim SuedLink auf sechs Jahre gegenüber dem Netzentwicklungsplan 2015, beim SuedOstLink auf mindestens fünf Jahre.
Die großen Stromautobahnen, die Windstrom aus dem Norden nach Bayern bringen sollen, sind immer noch nicht fertig. SuedOstLink soll 2027, SuedLink erst 2028 in Betrieb gehen. Im dritten Quartal 2025 fehlten laut vbw-Monitoring noch 3.878 Kilometer Leitungsbau gegenüber dem ursprünglichen Ausbaupfad – ein massiver Rückstand, der sich direkt in Redispatch-Kosten und Abregelungen niederschlägt.
Parallel zum verschleppten Netzausbau hat die CSU die Windkraft in Bayern über ein Jahrzehnt systematisch blockiert. Die 2014 eingeführte 10H-Abstandsregel machte den Bau neuer Windräder in Bayern praktisch unmöglich – das vbw-Monitoring bestätigt, dass die Regel als „weiterer Bremsfaktor der Genehmigungen“ wirkte. Das Ergebnis: Ende 2025 waren in Bayern gerade einmal 2,8 Gigawatt Windkraft installiert, der Zubau im Jahr 2025 betrug lächerliche 79 Megawatt.
Um das eigene bayerische Zubauziel von 700 MW pro Jahr zu erreichen, müsste der Ausbau laut vbw um den Faktor neun vervielfacht werden.
Energieforscher Michael Sterner ordnet Bayerns Position nüchtern ein: Ja, Bayern sei bei der installierten PV-Leistung Nummer eins – aber das sei bei dem größten Flächenland nicht besonders schwer. Bezogen auf die Fläche liege Bayern bei den Erneuerbaren nur auf Platz 9 von 16 Bundesländern. Und bei der Frage, wie viel Strom ein Bundesland selbst decken kann, komme Bayern gerade einmal auf 60 Prozent – Mittelfeld.
Die Windkraft-Blockade hat direkte Folgen für das Netzengpassproblem: Eine ausgewogene Mischung aus Solar- und Windenergie reduziert die gleichzeitige Einspeisung und damit den Druck auf die Netze. Das bayerische Wirtschaftsministerium räumt das selbst ein: „Ein deutschlandweit ausgewogener Ausbau der Windenergie-Nutzung führt zu einer erheblichen Entlastung der Netze.“
Aiwanger kämpft mittlerweile aktiv für die Windkraft in Bayern, nachdem er die Lockerung der 10H-Regel durchgesetzt hat – doch Söder flüchtet sich lieber in Atomkraft-Fantasien.
Wie die Netzprobleme konkret die bayerische Wirtschaft treffen, zeigt ein Fall, über den die TAZ berichtete: Die Metzgerei Feinkost Keller in Langenbach im Landkreis Freising hat vor zwei Jahren in eine 216-Kilowatt-Solaranlage investiert, um die Stromrechnung zu senken. Die Anlage wurde so konzipiert, dass 80 Prozent des Stroms direkt im Betrieb verbraucht werden – der Firmenchef hat sogar energieintensive Arbeitsschritte in die Mittagsstunden verlegt. Eigentlich Energiewende, wie sie sein soll.
Doch das zuständige Überlandwerk Erding schaltet die Anlage an sonnigen Tagen per Fernsteuerung komplett ab – nicht nur die Einspeisung ins Netz, sondern auch die Eigenversorgung. An einem sonnigen Tag entstehen dem Betrieb dadurch Zusatzkosten von 500 Euro, weil er teureren Netzstrom zukaufen muss, bei bis zu zehn Sperrtagen im Monat. Technisch wäre das Problem mit einem einfachen Software-Update lösbar: Statt die gesamte Anlage abzuschalten, müsste nur die Einspeisung unterbunden werden.
Der Verband kommunaler Unternehmen bestätigt, dass selbst erzeugter und für den Eigenverbrauch bestimmter Strom keinen Einfluss auf den Netzengpass hat und deshalb nicht gestoppt werden muss.
Das bayerische Dilemma
Der Fall Keller ist symptomatisch für das bayerische Dilemma: Ein Unternehmer, der alles richtig macht, wird durch die Folgen politischer Versäumnisse bestraft. Statt seinen eigenen Solarstrom zu nutzen, muss er an den ertragreichsten Tagen teureren Netzstrom beziehen. Der Bundesverband Solarwirtschaft hält in solchen Fällen einen Schadensersatzanspruch für gegeben – doch das Überlandwerk Erding stellt sich stur.
Das vbw-Monitoring zeichnet das Gesamtbild: Die Netzentgelte für den industriellen Abnahmefall haben sich seit 2008 verdoppelt und erreichten 2024 in allen Abnahmefällen ihren Höchststand. Die Strompreise für die Industrie liegen in Deutschland im europäischen Vergleich weiterhin auf den hinteren Rängen. Die vbw selbst – wahrlich kein Verein grüner Idealisten – bewertet den Netzausbau mit der roten Ampel, die Eingriffe der Netzbetreiber ebenfalls mit Rot, und konstatiert trocken: „Der Handlungsbedarf bleibt unverändert hoch.“
Netzengpassmanagement vs. Redispatch-Kosten
An dieser Stelle ist eine wichtige Einordnung nötig, denn auch in der öffentlichen Debatte wird die Dimension der Redispatch-Kosten regelmäßig verzerrt dargestellt. Die Süddeutsche Zeitung nennt korrekt die bundesweiten Ausgleichskosten von fast 2,8 Milliarden Euro bei „allen Kraftwerksarten“ und differenziert die 550 Millionen Euro für Erneuerbare. Doch wer nicht aufmerksam liest, könnte die 2,8 Milliarden als Kosten für „weggeworfenen“ Erneuerbaren-Strom verstehen – und genau auch das vbw-Monitoring spricht pauschal von „rund drei Milliarden Euro“ für Systemsicherheitsmaßnahmen, ohne die entscheidende Aufschlüsselung zu liefern.
Genau dieses Missverständnis nutzt Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche in ihrem mittlerweile berüchtigten Ministeriums-Video, in dem sie behauptet: „Jedes Jahr wird Strom für 3 Milliarden Euro einfach weggeworfen.“ Wie der Cleanthinking-Faktencheck zum Netzengpassmanagement im Detail zeigt, sind die 2,8 Milliarden Euro die Gesamtkosten des Redispatch-Systems, wovon nur 554 Millionen Euro auf Entschädigungen für abgeregelten EE-Strom entfallen – der größte Posten sind fossile Ersatzkraftwerke, die im Süden hochgefahren werden, und Reservekraftwerke, deren Vorhaltekosten unabhängig von der EE-Abregelung anfallen. 96,5 Prozent des erneuerbaren Stroms werden planmäßig eingespeist und genutzt – im internationalen Vergleich ein hervorragender Wert.
Eine (blockierte) Lösung: Strompreiszonen
Und hier wird es politisch brisant: Warum Bayern die Probleme, die es selbst verursacht hat, nicht durch ein marktwirtschaftliches Instrument lösen will. Die EU-Kommission prüft seit Jahren eine Aufteilung der einheitlichen deutsch-luxemburgischen Stromgebotszone. Der europäische Netzbetreiberverband Entso-E hat 2025 analysiert, dass eine Fünfteilung in kleinere Zonen die höchste wirtschaftliche Effizienz mit Kostenvorteilen von 339 Millionen Euro bringen würde.
Strompreiszonen würden dafür sorgen, dass dort, wo viel erneuerbarer Strom erzeugt wird, die Preise niedriger liegen – und dort, wo die eigene Erzeugung hinterherhinkt, entsprechend höher.
Bayern wehrt sich mit Händen und Füßen dagegen. Söder erklärte gegenüber dem Münchner Merkur, es bleibe bei einer einheitlichen Strompreiszone, das stehe auch klar im Koalitionsvertrag. Aiwanger warnte, jede solche Debatte werde zu Verunsicherung führen. Und die vbw lehnt eine Aufteilung „kategorisch“ ab – die Folgen wären höhere Strompreise für Industrie und Haushalte in Süddeutschland.
Schleswig-Holsteins Energieminister Tobias Goldschmidt konterte: Die einheitliche Preiszone sei „ein Geschenk an Bayern und den Süden, an die Bundesländer, die lange an den russischen Gaslieferungen festgehalten haben und jetzt mit den neuen Gaskraftwerken erneut auf fossile Energien setzen“.
Die Ironie ist kaum zu überbieten: Bayern hat den Netzausbau verschleppt, der die Preiszonen-Frage gegenstandslos machen würde. Jetzt, da die EU-Kommission bis Mitte 2026 über eine mögliche Aufteilung entscheiden will, fürchtet der Freistaat die Konsequenzen der eigenen Politik. Denn Strompreiszonen würden transparent machen, was die einheitliche Zone verschleiert: dass Bayern zu wenig eigenen Strom erzeugt, zu wenig Windkraft ausbaut und auf Kosten der norddeutschen Bundesländer lebt, die die Energiewende für das ganze Land schultern.
Es drängt sich eine unbequeme Frage auf: Macht Katherina Reiche das Bremsen bei den Erneuerbaren vor allem wegen Bayern? Reiche war bis Mai 2025 Vorstandsvorsitzende der Westenergie AG, einer E.ON-Tochter. Ihr Netzpaket will Entschädigungen für neue EE-Anlagen in „kapazitätslimitierten Gebieten“ streichen – und angesichts der flächendeckenden Netzprobleme in Bayern wäre der Freistaat davon massiv betroffen. Der Bundesverband Windenergie hat ein Rechtsgutachten vorgelegt, wonach zentrale Elemente des Netzpakets europarechtswidrig sein könnten.
Bayern ist Deutscher Abregelungs-Meister – und zugleich das Bundesland, das am lautesten gegen Strompreiszonen kämpft. Reiches Netzpaket würde genau dieses Problem auf den Rücken der Erneuerbaren-Branche lösen, statt den Netzausbau zu beschleunigen. Stümpfig, Grünen-Energiesprecher im bayerischen Landtag, warnt: „Das wäre das Aus für die Erneuerbaren.“ Ist das Netzpaket der Preis, den die Bundesregierung für Bayerns Zustimmung in der Strompreiszonen-Frage zahlt?
Söders These? „Faktisch falsch“
Michael Sterner hat Söders Atomkraft-These einem wissenschaftlichen Faktencheck unterzogen – und sie als „faktisch falsch“ eingestuft. Zur Atomkraft verweist er auf den französischen Reaktor Flamanville mit 18 Jahren Verspätung und siebenfachen Kosten, auf die weiterhin bestehende Abhängigkeit von russischen Brennstäben und auf das Fehlen funktionierender SMR-Anlagen. Zur These, es gehe nicht ohne fossile Energien, verweist er auf seine eigene Forschung zu Power-to-Gas: Erneuerbare in Kombination mit Netzen, Speichern und flexiblen Biogasanlagen können technisch eine hundertprozentige Stromversorgung sicherstellen.
Sterner betont dabei eine Dimension, die in der bayerischen Debatte notorisch unterbelichtet bleibt: Bayern hat rund 8.000 Biogasanlagen, die nicht nur Strom erzeugen, sondern als dezentrale Speicher fungieren könnten – in Kombination mit Power-to-Gas ließen sich damit 75 Prozent der deutschen Gasspeicher mit heimischem grünen Gas füllen. Auch die Speicherdynamik in Bayern entwickelt sich: In Wunsiedel ging 2025 eine der leistungsstärksten Großbatterien Deutschlands mit 100 Megawatt ans Netz. Die Lösungen existieren – aber sie brauchen politischen Willen statt Atomkraft-Nostalgie.
100 Prozent Erneuerbare funktionieren technisch, sind ökonomisch das Beste
Sterners Gesamturteil: 100 Prozent Erneuerbare Energien funktionieren technisch, sind ökologisch notwendig und ökonomisch das Beste für Wirtschaft und Bürger. Länder wie Paraguay, Äthiopien, Island und Albanien haben bereits eine hundertprozentige erneuerbare Stromversorgung. Wenn das, was Söder vorschlage – weiterhin auf Atom und Fossile zu setzen – Realität werde, dann werde sein Traum zum „Albtraum für uns alle, für das Klima, für die Gesellschaft, aber vor allem auch für die Wirtschaft“.
Söders Strategie lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Die Probleme, die seine Partei verursacht hat, nutzt er als Argument gegen die Energiewende. Die CSU hat den Netzausbau verschleppt, die Windkraft ein Jahrzehnt blockiert, die Strompreiszonen-Debatte torpediert und verabschiedet sich gerade vom Klimaziel 2040 – und Söder nutzt die daraus resultierenden Schwierigkeiten, um für Atomkraft und fossile Brennstoffe zu werben. Unterdessen leidet ein Metzgermeister in Langenbach darunter, dass er seinen eigenen Solarstrom an sonnigen Tagen nicht nutzen darf.
Die Zahlen der Bundesnetzagentur und das vbw-Monitoring zeigen, dass Bayerns Abregelungsproblem real und wachsend ist. Aber sie zeigen auch, dass es lösbar ist – durch Netzausbau, Digitalisierung der Netze, Speicher, einen ausgewogenen Mix aus Solar- und Windenergie und marktwirtschaftliche Preissignale. Die Frage ist nicht, ob Bayern genug Sonne hat.
Die Frage ist, ob Bayern eine Landesregierung hat, die bereit ist, die Infrastruktur zu bauen, die den Solarstrom auch nutzbar macht – statt über Atomkraft zu philosophieren.

Martin Ulrich Jendrischik, Jahrgang 1977, beschäftigt sich seit 20 Jahren als Journalist und Kommunikationsberater mit sauberen Technologien. 2009 gründete er Cleanthinking.de – Sauber in die Zukunft. Im Zentrum steht die Frage, wie Cleantech dazu beitragen kann, das Klimaproblem zu lösen. Die oft als sozial-ökologische Wandelprozesse beschriebenen Veränderungen begleitet der Autor und Diplom-Kaufmann Jendrischik intensiv. Als „Clean Planet Advocat“ bringt sich der gebürtige Heidelberger nicht nur in sozialen Netzwerken wie Linkedin und Facebook über die Cleanthinking-Kanäle ein.
Super Recherche der SZ. Wäre das Ergebnis nicht so traurig, es wäre zum lauten Lachen. Was für eine Farce. Danke für die Publikation.
Die Reise geht jetzt dahin:
Zum Auftakt des Atomenergie-Gipfels hat EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen die Abkehr von der Kernkraft als „strategischen Fehler“ bezeichnet. Investitionen sollen jetzt von der EU abgesichert werden.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die Abkehr von der Atomkraft in Europa als einen „strategischen Fehler“ bezeichnet. Zugleich kündigte sie auf einem Spitzentreffen in Frankreich künftige Risikoabsicherungen der Europäischen Union in Höhe von 200 Millionen Euro für private Geldgeber an, die in neue Atomtechnologien investieren. „Die Mittel dafür werden aus unserem Emissionshandel kommen“, sagte von der Leyen. Sie bedauerte das Schrumpfen des Anteils an Atomkraft am europäischen Energiemix. 1990 stammte etwa ein Drittel des europäischen Stroms aus Kernenergie, heute seien es knapp 15 Prozent, erklärte sie.
Lieber Michael,
ich wäre sehr froh, wenn Du ab und zu eine Einordnung vornehmen würdest – die Kommentarspalte ist nicht für Copy-Paste von irgendwelchen Nachrichten gedacht.
Glaubst Du, ein wie auch immer gearteter Fokus auf Small Modular Reactors – eine Lösung über die auch Söder philosophiert – trägt in irgendeiner Weise zur Einhaltung von Klimazielen bei? Ist es nicht vielmehr so, dass SMR als „pinkes Einhorn“ dazu dienen, das fossile Zeitalter zu verlängern? Findest Du das richtig?
VG Martin Jendrischik
Die Einordnung ist die, dass jetzt alle auf das Modell der Franzosen einschwenken. In der EU und außerhalb.
Die Franzosen stoßen in der EU im Vergleich zu den anderen bevölkerungsreichen Ländern am wenigsten CO2 aus pro produzierter kWh.
Wer ist „alle“?