Cleanthinking.de
Sauber in die Zukunft

Algen gegen CO2-Ausstoß: Bioreaktoren als Schallschutzwände

1 114

Ein wichtiges Aufgabengebiet für Studierende der Bioverfahrenstechnik an der FH Frankfurt ist die stoffliche oder energetische Nutzung nachwachsender Ressourcen wie Algen. Einige Projekte sollen hier vorgestellt werden. Besonders interessant ist die Projektgruppe, die das an Autobahnen ausgestoßene CO2 in Algen-Reaktoren überführen möchte, um dadurch Biomasse aufzubauen.

FH FFM
Studierende des Bachelor-Studiengangs Bioverfahrenstechnik an der FH Frankfurt am Main haben Konzepte zur Nutzung nachwachsender Rohstoffe entwickelt und verschiedene Produkte hergestellt. Quelle: FH Frankfurt

Cleantech News / 27.1.2014. 58 Studierende des Bachelor-Studiengangs Bioverfahrenstechnik an der Fachhochschule Frankfurt am Main haben Konzepte zur Nutzung nachwachsender Rohstoffe entwickelt und verschiedene Produkte hergestellt. Themen waren die Verringerung des CO2-Ausstoßes von Kraftfahrzeugen mit Hilfe von Algen, die Feststellung des Schwingungsverhaltens von Holz für den Bau von Musikinstrumenten sowie die Herstellung alkoholfreien Biers und Apfelweins.

Projekt „ALGAE-DAY“ – Bioreaktoren als Schallschutzwände

Die Projektgruppe „ALGAE-DAY“ setzte sich mit der Möglichkeit auseinander, mit Hilfe von Algen den CO2-Ausstoß von Kraftfahrzeugen zu reduzieren. Sie verfolgte den Ansatz, das ausgestoßene CO2 in Algen-Reaktoren zu überführen und damit Biomasse aufzubauen. „Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bemühen sich, über nachhaltige Rohstoffe Energie zu gewinnen. Angesichts der heutigen Klima- und Umweltentwicklung testet die Algen-Forschung Möglichkeiten, CO2 zu binden und sinnvoll zur Energienutzung einzusetzen“, erklärt Betreuer Prof. Dr. Axel Blokesch.

Die Studierenden stellten folgende These auf: Im Autobahnbereich wird CO2 produziert. Auf vorhandenen Bauelementen wie Schallschutzwänden von Autobahnen werden Plattenbioreaktoren installiert, die CO2 aufnehmen. Nachdem die Mikro-Algen ausgewachsen sind, werden sie für die Biomasse-Nutzung geerntet. Im Labormaßstab kultivierten die Studierenden die Algen. Zur Ermittlung der optimalen Wachstumsbedingungen der Algen dokumentierten sie Standorte mit unterschiedlicher Temperatur. Ein wichtiger Teil der Projektaufgabe bestand darin, das geeignete Trennverfahren der Algenbiomasse vom Wasser zu testen. Zusätzlich zur CO2-Reduzierung könnten die Bioreaktoren auch als Schallschutz für bewohnte Gegenden dienen.

Weitere Algen-Projekte – Von Musik, Bier und Wein

Im zweiten Projekt „Wooden Sounds“ untersuchten die beteiligten Studierenden das Schwingungsverhalten ausgewählter Holzarten, um deren Tauglichkeit für den Bau von Musikinstrumenten festzustellen. Die dritte Projektgruppe „Zero-Beer“ stellte ein alkoholfreies Bier her. Dabei setzte sie die Methode der abgebrochenen Gärung ein, die die Umwandlung von Zucker in Ethanol vor der kritischen Grenze von 0,5 % Alkoholgehalt stoppt. Für das Frankfurter Nationalgetränk, den Apfelwein, entwickelte die vierte Projektgruppe mit dem Namen „Stöffche Bleifrei“ eine alkoholfreie Variante.

Das könnte dir auch gefallen
1 Kommentar
  1. AlgaeObserver sagt

    Klasse! Finde ich gut, dass der „Nachwuchs“ im Bereich der Algenbiotechnologie sich so frei mit den Themen auseinander setzten darf. Ob wir in naher Zukunft auf Schallschutzwände aus Photobioreaktoren hoffen dürfen ist aus meiner Sicht eher fraglich, wäre aber wünschenswert.
    Vielleicht möchte die Projektgruppe Bier ja ihre Erkenntnisse mit den Algen-Forschern teilen – ein alkoholfreies Algenbier gibt es noch nicht (alkoholische schon). Oder lieber ein Algen-Apfelwein? 😉

Hinterlasse eine Antwort

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

This website uses cookies to improve your experience. We'll assume you're ok with this, but you can opt-out if you wish. Accept Read More