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Die erste „fliegende“ Fähre Candela P-12 geht in Serienproduktion

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Candela-Kapitän findet: „Fühlt sich an, wie auf einem fliegenden Teppich.“

Elektromobilität auf dem Wasser ist eine besondere Herausforderung. Das schwedische Cleantech-Unternehmen Candela zeigt jetzt mit seiner E-Fähre Candela P-12, wie es funktionieren kann. Die Besonderheit? Es handelt sich um eine Hydrofoil-Technologie – die P-12 ist also eine „fliegende“ Fähre. Nach erfolgreichen Testfahrten der Hydrofoil-Fähre P-12 hat der schwedische Hersteller von Elektrobooten, Candela, kürzlich die Serienfertigung in Aussicht gestellt. Dazu hat das Cleantech-Unternehmen auch eine Finanzierungsrunde in Höhe von 18,7 Mio. Euro u.a. durch EQT Ventures abgeschlossen.

Die „fliegende“ elektrische Fähre steht nun kurz vor dem kommerziellen Einsatz in Stockholm im Jahr 2024. Neben Hydrofoil-Freizeitbooten prescht Candela somit in ein neues Segment vor, das für die Verkehrswende und die Elektromobilität auf dem Wasser weit größere Bedeutung hat: Der Passagier-Transport über das Wasser.

Das elektrische Speedboot Candela C-8, das es auch in einer Polestar-Edition gibt, hat aufgrund seines unglaublich effizienten Designs sogar Weltrekorde in Bezug auf Ausdauer aufgestellt. Polestar und Candela arbeiten bei der Batterietechnologie für ihre Elektroautos bzw. Elektroboote zusammen (mehr zum Polestar 2 gibt es hier).

Durch den Einsatz von computergesteuerten Hydrofoils, um ihre Boote aus dem Wasser zu heben und „fliegen“ zu lassen, kann Candela den Energieverbrauch um mehr als 80 Prozent reduzieren. Das bedeutet, dass die Boote mit nur 1/5 der Batterie dieselbe Strecke zurücklegen können oder mit derselben Batterie 5-mal so weit wie viele größere und leistungsstärkere Elektroboote fahren können.

Weiterer Vorteil der Tragflächenboote: Der Betrieb mit Foils erzeugt keine Wellen. Gerade in wasserreichen Stadtgebieten wie Venedig, wo Boote langsam fahren müssen, um keine Wellen zu erzeugen, die Kanalränder und Gebäude abtragen, dürfen Candelas Boote mit höheren Geschwindigkeiten fahren.

Candela P-12 mit 100 Kilometer Reichweite – dank Schwebe-Technik

Die neue Candela P-12 verwendet dieselbe Schwebe-Technologie wie die anderen Boote des Unternehmens, allerdings im größeren Maßstab, um bis zu 30 Passagiere aufnehmen zu können. Das macht die P-12 ideal für den kommerziellen Einsatz im Fährbetrieb und löst das Hauptproblem, das sich bisher auf die Verbreitung von kommerziellen Elektrobooten ausgewirkt hat: die begrenzte Reichweite.

Die P-12 hat eine Reichweite von bis zu 100 Kilometer (54 Seemeilen) mit ihrer 252 kWh Batterie. Das ist ausreichend, um die allermeisten Küsten-Transporte abzudecken. Aber noch wichtiger für kommerzielle Fähren ist, dass sie auch via DC Fast Charging aufgeladen werden kann.

Die Tragflächentechnik der Elektrofähre bietet einen entscheidenden Vorteil in Bezug auf die Reichweite. Während der Fahrt hebt sich das Fahrzeug mithilfe von computergesteuerten Tragflächen aus dem Wasser. Dies geschieht bei der Hydrofoil-Fähre, sobald sie eine Geschwindigkeit von 16,7 km/h oder 9 Knoten erreicht. Dadurch schwebt der Rumpf über dem Wasser und erzeugt keinen Widerstand. Dies macht die Candela P-12 für den Fährbetrieb interessant, da sie längere Strecken ohne häufiges Aufladen zurücklegen kann.

Hydrofoil-Fähre Candela P-12 Stockholm

DC-Ladestation wie für Elektroautos

Candelas Boote benötigen dafür lediglich eine typische DC-Ladestation, ähnlich wie diejenigen, die auf Parkplätzen für Elektroautos zum Einsatz kommen. Das ist ein klarer Vorteil, weil die meisten bereits kommerziell genutzten Fähren astronomisch teure Megawatt-Ladegeräte benötigen.

Mit einem einfachen Ladegerät und der Möglichkeit, bestehende Hafenanlagen zu nutzen, wird es für Betreiber einfacher, auf elektrische Fähren umzusteigen, mit minimalen Investitionen in die Infrastruktur.

Lesen Sie mehr zur Verkehrswende: Mobilität – News bei CleanThinking.de

Pendlerversion Elektrofähre

Die Candela P-12 ist so effizient, dass sie eine Umlaufzeit von weniger als zwei Minuten pro Haltepunkt haben kann. Diese schnelle Umlaufzeit wird durch das Schubvektor-Steuerungssystem der beiden C-POD-Motoren von Candela ermöglicht, die eine maximale Leistung von 340 kW bieten. Die Schubvektorsteuerung ermöglicht wendiges Manövrieren, sogar seitwärts.

Das zweite Schiff vom Typ P-12 soll ab 2024 in das öffentliche Verkehrssystem Stockholms integriert werden. Es wird Pendler vom Inselvorort Ekerö ins Stadtzentrum bringen – da dass Hydrofoil-Elektroboot eine Geschwindigkeitsausnahmegenehmigung erhält, verkürzt sich die Pendler-Zeit von mehr als 50 Minuten auf etwa 25 Minuten und ist damit schneller als die konkurrierenden U-Bahn- und Buslinien und viel schneller als der Autoverkehr in der Hauptverkehrszeit.

Laut dem Cleantech-Unternehmen „ist die P-12 darauf ausgelegt, ähnliche oder niedrigere Anfangsinvestitionskosten für Betreiber zu bieten und gleichzeitig die Gewinne im Vergleich zu herkömmlichen Verbrennungsmotorfahrzeugen zu erhöhen.“

Hydrofoil-Technik von Candela

Elektrofähre kostet 1,7 Mio. Euro

Die Candela P-12 wird in der Serienversion für 1,7 Mio. Euro verkauft. Das ist vergleichbar mit aktuellen Kosten für Fähren mit Verbrennungsmotor, die aber zunehmend nicht mehr zukunftsfähig sind.

Das Unternehmen geht überdies davon aus, dass die Betriebskosten pro Passagierkilometer um etwa 50 Prozent niedriger ausfallen werden. Das deckt sich mit den Erfahrungen, die beim Betrieb von Elektrobussen gemacht wurden.

„Mit der P-12 bieten wir nicht nur eine schnellere, komfortablere elektrische Alternative zu fossil betriebenen Schiffen“, sagt Erik Eklund, der Direktor für kommerzielle Schiffe bei Candela: „Wir ermöglichen Betreibern, auf nachhaltige und kosteneffiziente Schiffe umzusteigen, die profitabel sind – ein wichtiger Schritt zu sauberen Ozeanen und Seen.“

Auch MobyFly setzt auf Hydrofoil

Für den Kapitän und die Passagiere der P-12 fühlt sich das „Fahren“ mit der Hydrofoil-Fähre eher wie fliegen auf dem schwebenden Teppich an. Neben Candela aus Schweden gibt es mit MobyFly aus der Schweiz ein weiteres Cleantech-Startup, das sich mit Hydrofoil-Wasserfahrzeugen befasst. Auch dieses Unternehmen hat erfolgreiche Testfahrten hinter sich – auf dem Genfer See.

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