Der Gebäudesektor ist für rund 30 Prozent der deutschen CO₂-Emissionen verantwortlich. Sanierung ist das mächtigste Instrument – doch die Sanierungsrate liegt seit Jahren weit unter dem nötigen Niveau von zwei Prozent pro Jahr.
Das Paradoxe: Eine energetische Sanierung rechnet sich fast immer. Wer heute 40.000 Euro in neue Dämmung, Fenster und eine Wärmepumpe investiert, spart über 20 Jahre in vielen Fällen mehr als das Doppelte an Energiekosten. Trotzdem sanieren die meisten Eigentümer nicht – weil die Anfangsinvestition hoch ist, Förderprogramme komplex und bürokratisch, und das Vertrauen in Handwerksbetriebe oft gering.
Das Potenzial ist enorm. Würden allein die Ein- und Zweifamilienhäuser aus den 1960er und 1970er Jahren auf modernen Standard gebracht, könnten die Emissionen des Sektors bis 2035 halbiert werden. Die Lösung liegt nicht in technischen Innovationen, sondern in besserer Beratung, einfacheren Förderstrukturen und einer handwerklichen Kapazität, die mit der Nachfrage mithalten kann.
