Tipping Points: Wenn das Klimasystem kippt

Wissenschaftler warnen seit Jahren vor Kipppunkten im Erdsystem – Schwellen, nach deren Überschreiten Veränderungen selbstverstärkend und nicht mehr umkehrbar werden. Was genau sind diese Kipppunkte, und wie nah sind wir ihnen?

Zu den bekanntesten Kipppunkten zählen das Auftauen der Permafrostböden, der Kollaps des Grönländischen Eisschilds und das Absterben des Amazonas-Regenwalds. Beim Permafrost werden durch das Auftauen enorme Mengen an Methan und CO₂ freigesetzt – Gase, die die Erwärmung weiter beschleunigen und wieder mehr Permafrost auftauen lassen. Dieser Rückkopplungskreislauf könnte bei 1,5 bis zwei Grad Celsius globaler Erwärmung einsetzen – einem Temperaturbereich, den wir in den nächsten Jahren erreichen könnten.

Das Tückische an Kipppunkten ist ihre Nichtlinearität: Systeme können jahrzehntelang stabil wirken und dann plötzlich in einen neuen Zustand kippen. Frühwarnzeichen gibt es, aber sie sind oft erst im Rückblick eindeutig erkennbar. Für die Klimapolitik bedeutet das: Jedes halbe Grad Temperaturunterschied zählt nicht linear, sondern exponentiell – weil es die Wahrscheinlichkeit verschiebt, mehrere Kipppunkte gleichzeitig zu überschreiten.


0 0 Bewertungen
Beitragsbewertung
Abonnieren
Benachrichtigen bei
0 Kommentare
Neueste
Älteste Meistbewertet
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Nach oben scrollen
0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x