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Lippe-Bad: Hohe Einsparungen bei Wärme und Strom

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Mit einem Passivhaus-Hallenbad betrat die Bädergesellschaft Lünen vor
einigen Jahren Neuland. Messdaten belegen nun, dass sich der Mut gelohnt hat: Beim Energieverbrauch wurden gegenüber anderen Schwimmbädern hohe Einsparungen erreicht – beim Wärmebedarf ebenso wie beim Strom. Das Monitoring des Passivhaus Instituts zeigt zudem, dass im laufenden Betrieb weitere Optimierungen möglich sind. Der Pionier-Bau in Westfalen ist damit eine hervorragende Grundlage für Folgeprojekte. Im Detail sind die Ergebnisse ab sofort in der Online-Plattform Passipedia nachzulesen.

Passivhaus Fenster
Passivhaus-Fenster sorgen auch im Hallenbad für Energieeffizienz.

Schwimmbäder sind sehr energieintensiv. Da viele Bäder in Deutschland in den 70er Jahren gebaut wurden, besteht flächendeckend Sanierungsbedarf. „Das Potenzial für Einsparungen ist enorm – und die Auswertung der Daten aus Lünen zeigt deutlich, dass der Passivhaus-Standard auch hier eine praktikable Lösung ist“, sagt Søren Peper, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Passivhaus Institut.

Hunderte Städte und Gemeinden können sich auf diese Weise von hohen Betriebskosten befreien.

Thermisch hochwertige Gebäudehülle mit Verglasung

Zu den Kernpunkten für das Erreichen des Passivhaus-Standards zählt auch bei einem Hallenbad eine thermisch hochwertige Gebäudehülle, einschließlich der Verglasung. So wird nicht nur die Behaglichkeit erhöht, sondern das Bad kann außerdem mit höheren Luftfeuchten betrieben werden, ohne dass es zu Kondensat-Ausfall kommt. Auch durch die erhöhte Raumluftfeuchte kann, wegen geringer Verdunstung, der Heizenergiebedarf des Bades gesenkt werden.

Raumluftfeuchte senkt Wärmebedarf Passiv
Optimierte Raumluftfeuchtesenkt die Wärmeabgabe durch Verdunstung.

Zu den Kernpunkten für das Erreichen des Passivhaus-Standards zählt auch bei einem Hallenbad eine thermisch hochwertige Gebäudehülle, einschließlich der Verglasung. So wird nicht nur die Behaglichkeit erhöht, sondern das Bad kann außerdem mit höheren Luftfeuchten betrieben werden, ohne dass es zu Kondensat-Ausfall kommt. Auch durch die erhöhte Raumluftfeuchte kann, wegen geringer Verdunstung, der Heizenergiebedarf des Bades gesenkt werden.

Passivhaus Institut begleitet Projekt wissenschaftlich

Das Projekt in Lünen wurde von Beginn an wissenschaftlich begleitet. Das Passivhaus Institut erstellte 2009 zunächst eine Grundlagenstudie. Die Ergebnisse flossen direkt in die Planung ein. Die wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Prozess, einschließlich erster Energiebilanzen, wurden in einem Bericht des integralen Planungsteams veröffentlicht. Im September 2011 nahm das „Lippe-Bad“ dann den Betrieb auf – als Sportbad mit fünf Becken. Mehr als ein Jahr lang, bis einschließlich März 2013, wurden die Energieströme im Gebäude systematisch erfasst und analysiert.

Passivhaus-Hallenbad Lippe-Bad
Das neue Lippe-Bad zog 2012 mehr als 200.000 Besucher an.

Der Zeitraum der Messungen war, wie bei komplexen Neubauten üblich, noch von der Einregulierung der Gebäudetechnik gekennzeichnet. Die Endenergieverbrauchswerte lagen dennoch im Bereich der Prognosen: bezogen auf die Beckenfläche von 850 Quadratmeter ein Wärmebezug von 1.189 kWh/(m² a) und ein Strombezug von 718 kWh/(m² a). Knapp zwölf Prozent des Stromverbrauchs wurden durch Solaranlagen erzeugt.

Künftig könnte der Endenergiebedarf im „Lippe-Bad“ weiter deutlich gesenkt werden, vor allem durch eine Anlage zur Aufbereitung des Filterspülwassers, die während der überwiegenden Zeit des Monitorings nicht in Betrieb war. Auch beim Strombedarf sind weitere Einsparungen absehbar.

Das Pilotprojekt belegt damit, ähnlich wie das etwa zeitgleich errichtete „Bambados“ in Bamberg, dass die Effizienz des Passivhauses auch bei Schwimmbädern ein Modell für die Zukunft ist. Der gesamte Monitoring-Bericht und die Studien zur Planung sind online über die Wissensplattform Passipedia verfügbar.

(Dieser Beitrag über das Lippe-Bad in Lünen erschien am 27.1.2014 auf CleanThinking.de / Bildquelle: Passivhaus Institut)

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