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„Talkin‘ about a Revolution“ – Jeremy Rifkin auf der CISCO Expo

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Auf dem IT-Branchentreff CISCO Expo 2012 vom 2.- 3. Mai in Berlin stellte Jeremy Rifkin die Kernthesen seines Buches „Die Dritte Industrielle Revolution“ vor und machte vor Business-Entscheidern, IT-Experten, Technologie- und Lösungsanbietern die besondere Rolle der IT dabei deutlich.

Jeremy Rifkin in BerlinCleantech News / Berlin. Der US-amerikanische Soziologe Jeremy Rifkin ist bei europäischen Staatschefs als Berater in wirtschafts- und umweltpolitischen Fragen ein gern gesehener Gast. Im September 2011 erschien hierzulande sein Buch „Die Dritte Industrielle Revolution“ (cleanthinking.de berichtete). In diesem, mittlerweile zum Bestseller avancierten Werk, stellt er die These auf, dass der Weltwirtschaft ein fundamentaler Paradigmenwechsel bevorsteht: Weg von hierarchischen, zentralen und nationalen Systemen hin zu einem dezentralen, vernetzten und offenen Wirtschafts- und Energiesystem.

Aus der Geschichte lernen: Industrielle Revolution, Teile 1 + 2

Klimaschutz und das bevorstehende Ende der fossilen Energiequellen zwingen notwendigerweise zu einer neuen Energie-Wirtschaft. Doch wohin soll die Reise gehen und wie gelangt man ans Ziel? Rifkin schaut zurück und findet den Lösungsansatz in der Geschichte der industriellen Welt. Dort hat er sich schon zweimal erfolgreich durchgesetzt. Demnach löst immer dann eine industrielle Revolution die vorangegangene Wirtschaftsform ab, wenn es einen gleichzeitigen Entwicklungssprung in der Kommunikationstechnologie und in der Energieerzeugung gibt. Zuerst geschah dies im 19. Jahrhundert, als die Kohle basierte Dampfmaschinentechnologie sich dank der Entwicklung schneller, automatisierter Druckerpressen (z. B. Linotype, Rotary) verbreiten konnte. Das zweite Mal bei der Elektrifizierung die mit der Verbreitung von Radio und TV einherging.

Die dritte Industrielle Revolution: IT und Erneuerbare Energien

„Die Welt braucht eine neue ökonomische Vision!“, forderte Rifkin vor den Zuhörern. Die Antwort darauf wie sie aussieht, lieferte er sofort nach. In der Verbindung von grüner Energieerzeugung und ihrer intelligenten Verteilung in digitalen Netzen sieht er die Grundlage und die unvermeidliche Zukunft der kommenden Energiewirtschaft. Damit sie stabil funktioniert, muss sie von fünf Säulen getragen sein:

  1. Umstieg auf erneuerbare Energien
  2. Umwandlung des Baubestands in Mikrokraftwerke, die die erneuerbaren Energien vor Ort erzeugen
  3. Einsatz von Energiespeichern in allen Gebäuden sowie an den Knotenpunkten dieser Infrastruktur zur Speicherung von unregelmäßiger Energie
  4. Nutzung der Internettechnologie, um das Stromnetz auf jedem Kontinent in ein Energy-Sharing-Netz (Intergrid) zu verwandeln
  5. Umstellung der Transportflotten auf Steckdosen- und Brennstoffzellenfahrzeuge, die Strom über ein intelligentes und interaktives kontinentales Stromnetz kaufen und verkaufen können
IT-gesteuerte Energieeffizienz: Motor des Wirtschaftswachstums

„Nicht die Arbeitskosten, sondern die Energiekosten entscheiden über die Produktivität“, legt Rifkin nach. Robert M. Solow, Nobelpreisträger für Wirtschaft, hatte schon 1956 nachgewiesen, dass das Wirtschaftswachstum zu 86% vom Energieverbrauch und dem technologischem Fortschritt beeinflusst wird und nur zu 14% von den Arbeitskosten und steigendem Einsatz von Kapital.

Jeremy Rifkin Die Dritte Industrielle RevolutionZum Realisieren dieser „thermodynamischen Effizienz“ (Rifkin) ist der Einsatz von IT von entscheidender Bedeutung. Denn nur mit einem intelligenten, vernetzten Energiemanagement in Produktion und Vertrieb wird die Produktivitätssteigerung erzielt. Neue Geschäftsmodelle entstehen: Energieerzeuger verkaufen die Energie an IT-Firmen. Diese managen das Internet der Energie und schließen Energie-Contracting-Verträge mit den Endkunden ab. „Geld“, so Rifkin, „wird also damit verdient, dass so wenig Energie wie möglich verkauft wird.“ Grüne IT managt also in Zukunft nicht nur den unregelmäßigen Eintrag und die Speicherung Erneuerbarer Energien im Stromnetz, sondern trägt darüber hinaus entscheidend bei zum Wirtschaftswachstum.

„Freedom of Choice“ – die CISCO Expo 2012

Unter dem Motto Wahlfreiheit stand die diesjährige CISCO Expo in Berlin. Schwerpunkt der Kongressmesse war Unified IT. Auf den Podien und an den Ausstellungsständen wurde engagiert über neue Lösungsansätze und Möglichkeiten v. a. auch für den Mittelstand diskutiert.

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1 Kommentar
  1. Angelika sagt

    ___“Nicht die Arbeitskosten, sondern die Energiekosten entscheiden über die Produktivität”, legt Rifkin nach. Robert M. Solow, Nobelpreisträger für Wirtschaft, hatte schon 1956 nachgewiesen, dass das Wirtschaftswachstum zu 86% vom Energieverbrauch und dem technologischem Fortschritt beeinflusst wird und nur zu 14% von den Arbeitskosten und steigendem Einsatz von Kapital.___

    Diese (erneuten) prophetischen Hinweise Rifkins kann man nur bekräftigen.
    Verspielt doch unser Land in Persona der (deutsche) ökonomische Mainsteam und unsere Kanzlerin durch Ignoranz, Nichtstun und t.w. kontraproduktiven Handeln gerade unsere Zukunft und die unserer Kinder !!

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