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Terra 360: Wie ABB das Schnellladen beschleunigen will

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Neue Schnellladestation Terra 360 soll Elektroautos in drei Minuten 100 Kilometer Reichweite bringen.

Das Interesse an Elektroautos und Plugin-Hybridfahrzeugen steigt in Europa rasant. Während sich die Briten aufgrund der Benzinkrise mittlerweile besonders intensiv nach elektrisch angetriebenen Fahrzeugen erkundigen, ist der Anteil bei den neu zugelassenen Fahrzeugen mittlerweile auf 21 Prozent gestiegen – und der Boom weiter beschleunigt werden, weil neue Technologien elektrisches Fahren noch attraktiver machen. So beispielsweise die neue Schnellladestation Terra 360 von ABB.

Die Marketingaussagen zur Terra 360 sind eindeutig: Die Station den „schnellsten Ladevorgang am Markt“ ermöglichen – mit einer maximalen Leistung von 360 Kilowatt. Allerdings arbeitet Tesla für den LKW Semi längst an Megawatt-Ladern – das Hineinkopieren eines Tesla Semi in das Bildmaterial von ABB erscheint dabei doch recht optimistisch zu sein. Im Kern dürfte es nicht um Ladevorgänge für LKW gehen, sondern um die von PKW.

Die Terra 360 ist nach Angaben von ABB modular aufgebaut und verteilt die Energie „dynamisch“. Damit will ABB das Schnellladen beschleunigen. So soll es möglich werden, vier Fahrzeuge zeitgleich aufzuladen – ohne Wartezeit. Innerhalb von 15 Minuten soll, so das Versprechen, jedes Elektroauto vollständig aufgeladen sein. Allerdings sind nur wenige Autos auf einen so schnellen Ladevorgang überhaupt vorbereitet.

Schon ab Ende 2021 soll die Terra 360 in Europa erhältlich sein. Im Mittelpunkt sollen neben Schnelligkeit und Komfort auch Benutzerfreundlichkeit und Vertrautheit stehen. Für seine Schnellladestation setzt ABB auf ein 800 Volt-Spannungs-System. Für 100 KIlometer Reichweite in drei Minuten reicht es aber nur unter Optimalbedingungen – denn Elektroautos ermöglichen keine dauerhafte Ladung sozusagen der Grenze des technisch Möglichen: Um die Batterien zu schonen – technisch ausgedrückt, um Reibung und Hitze in den Zellen zu begrenzen – wird die Leistung pro Zeit immer geringer.

Das komplette Lade von 0 auf 100 Prozent ist daher nur in sehr seltenen Fällen notwendig und letztlich sinnvoll. Das Versprechen, jedes heute erhältliche E-Auto in 15 Minuten vollladen zu können, eher als Marketing-Gag zu werden. Trotzdem: 360 Kilowatt Maximalleistung sind deutlich mehr als 250 oder 300 Kilowatt, die Tesla oder andere Hersteller bislang auf dem Markt haben.

Vorteilhaft an der Terra 360 ist dann eher, dass die Säule vier Ladekabel haben wird. Bedeutet: Vier Elektroautos können mit deutlich realistischeren 90 Kilowatt aufgeladen werden. Denn das Aufteilen von Ladeleistung etwa an den Tesla Superchargern wird zunehmend zum Problem, weil die Dauer des Ladevorgangs kaum noch vorhersehbar ist, wenn viel los ist an der Ladestation.

Die Innovation von ABB ist wichtig – insbesondere auch deshalb, weil Firmen oder Flottenbetreiber sich heute überlegen, wie sie das Thema Elektromobilität angehen können. Dabei spielt es heute noch keine große Rolle, dass nicht viele E-Autos schneller als 150 Kilowatt laden können – denn die Investitionen sind im Idealfall für 20 Jahre vorgesehen, nicht nur kurzfristig. Und es ist davon auszugehen, dass in den kommenden vier, fünf Jahren zahlreiche Elektroautos entsprechend ausgestattet auf den Markt kommen werden.

Neben der Verbesserung der Ladeinfrastruktur gibt es weitere Indizien dafür, dass Elektroautos in allen Bereichen an Attraktivität gewinnen. Im Batterie-Sektor gibt es mit der Lithium-Eisenphosphat-Technologie mittlerweile eine starke Konkurrenz zu Lithium-Ionen, die ohne Kobalt auskommt. Noch bedeutsamer ist die Tendenz zur Natrium-Batterie, die trotz des großen Preisverfalls der Li-Ion-Chemie dank günstigerer und verfügbarer Materialien wie Natrium

Weitere Bewegung gibt es auch bei Ladeinfrastruktur für Innenstädte – neben dem Laternenladen von Ubitricity, gibt es jetzt auch versenkbare Ladesäulen eine schottischen Cleantech-Startups Trojan Energy. Beide Systeme eignen sich, das Problem zu lösen, das E-Auto-Besitzer in Großstädten haben, die nicht im Einfamilienhaus wohnen.

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