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Winter-Rekord: Anteil erneuerbarer Stromerzeugung am 1. Februar bei 74,8 Prozent

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Übertragungsnetzbetreiber sichern Netzstabilität trotz Winter-Rekord-Phase für erneuerbare Stromerzeugung.

Es ist windig in Deutschland: Das zeigt die Stromerzeugung des vergangenen Wochenendes ganz deutlich. Dabei haben die Übertragungsnetzbetreiber Amprion, TenneT, 50Hertz und TransnetBW eine Herkulesaufgabe mit Bravour gelöst. An Samstag stieg der Anteil der Erneuerbaren Energien an der gesamten Stromerzeugung auf 74,8 Prozent – ein Winter-Rekord. Am Sonntag, 2. Februar, waren es immerhin 63,1 Prozent.

Das Netz stabil halten bei 50 Hertz ist eine der Kernaufgaben der Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland. Die Zahl der Eingriffe ins Netz steigt in den letzten Jahren, weil erneuerbare Energien wetterabhängig und ihre Energieerzeugung nicht exakt prognostizierbar ist. Dadurch muss häufiger relativ kurzfristig eingegriffen werden, um die Spannung zu halten.

Die ersten Tage, an denen erneuerbare Energien die Stromerzeugung in Deutschland vollständig übernehmen können, werden im kommenden Frühjahr Feiertage wie Ostern oder Wochenendtage im allgemeinen sein. Klar, da ist der Stromverbrauch niedriger und in den Frühjahrsmonaten trägt die Photovoltaik besonders viel zur Stromerzeugung bei. Dass Wintertage Anfang Februar ebenfalls bereits mit hohem Anteil mehr als zwei Drittel der Stromerzeugung abdecken, ist ein gutes Signal für das Funktionieren der Energiewende.

Natürlich reicht dies alles noch längst nicht, um den Atom- und Kohleausstieg verkraften zu können. Im im Durchschnittsvergleich zu warmen Januar lag der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugng bei 47,4 Prozent, im November 2019 nur bei 36,9 Prozent. Die Bundesregierung muss daher, wie von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier beim Neujahrsempfang des Bundesverbands Erneuerbare Energien angedeutet, mit Eilgesetzen sowohl den 52-Gigawatt-Deckel für die Photovoltaik kippen, als auch die Windkraft-Auktionen so justieren, dass wieder neue Anlagen an Land entstehen – und die Abstandsregel von 1.000 Meter oder mehr abschaffen.

Und: Um den dauerhaft vorhandenen Anteil Kohle- und Atomstrom im Netz – am 1. Februar trugen Stein- und Braunkohle noch 9 Prozent bei – auszugleichen, muss die Offshore- Windkraft einerseits und die Biomasse andererseits in die Bresche springen. Außerdem sind schon in den kommenden drei Jahren mehr Speichermöglichkeiten notwendig.

Trotz Winter-Rekord: Werden die erneuerbaren Energien nicht konsequent ausgebaut in den kommenden Jahren, kann es zu Stromlücken kommen, die nur über das Ausland ausgeglichen werden können. Eine Situation wie im Juni, die oft von Gegnern der Energiewende als Beweis für einen bevorstehenden Blackout angeführt wird, muss man hingegen differenziert betrachten.

Hier ging es keineswegs um zu wenig Energieangebot, sondern um reine Pokerspiele von Händlern. Diese sind mittlerweile nicht mehr möglich.

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