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Gedanken zur Solar-Debatte: Wo ist der gesellschaftliche Konsens?

Die Debatte um die geplanten Kürzungen der Solar-Förderungen durch Umweltminister Norbert Röttgen geht unaufhörlich weiter. Bereits Anfang Februar soll das Kabinett über den Vorschlag beraten, wenig später der Bundestag. Grund genug, noch einmal einen Schritt zurück zu gehen, und den Versuch zu unternehmen, die Lage mit “gesundem Menschenverstand” zu betrachten. Wo liegt der Kern des Streits? Wo ist eigentlich in Bezug auf die Energiepolitik der gesellschaftliche Konsens? Welche Förderung von Technologien soll sich ein Staat leisten und welche nicht?

Die Fronten sind verhärtet – auf der einen Seite etwa die Solarwirtschaft und deren Befürworter, dazu eine wachsende Zahl an Politikern aus den Ländern, aus Fraktionen aller Parteien usw. Auf der Gegenseite die Verbraucherverbände, die klassische Energieindustrie und Minister Norbert Röttgen, der mit seinem Entwurf eher den Forderungen dieser Gruppe entsprach.

Wird der jetzt auf dem Tisch liegende Entwurf am Ende entschärft?

Die Reaktionen der Solarbranche, aber auch der ostdeutschen Wirtschaftsminister sind eindeutig: Jedes zweite Solarunternehmen in Ostdeutschland müsste bei radikaler Absenkung der Subventionen Stellen abbauen oder stünde vor der Gefahr, in die Pleite zu trudeln. Auf dem Solargipfel Ost forderten die Wirtschaftsminister der mitteldeutschen Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen daher:

Die Teilnehmer des Solargipfels Ost schlagen der Regierung und dem Parlament eine Verschiebung und Korrektur der Höhe der einmaligen Anpassung für 2010 vor. Sie fordern, jetzt einen Stufenplan einzuführen, d.h. eine mittelfristige Senkung der Förderung mit Planungssicherheit bis zur Netzparität im Jahr 2013. Außerdem sei die Abstimmung mit dem für Oktober 2010 zugesagten Energiekonzept der Bundesregierung erforderlich.

Ist dies nicht ein Vorschlag, auf den sich alle Seiten ohne Gesichtsverlust einlassen könnten?

Wo ist der gesellschaftliche Konsens geblieben?

Schritt zurück: Was ist eigentlich gesellschaftlicher Konsens in Bezug auf Energiepolitik in diesem Land und in Bezug auf die Subventionierung neuer, junger Zukunftstechnologien?

Die Solarbranche in Deutschland ist eine junge Industrie. Eine Firma wie die Sovello AG etwa gibt es gerade einmal seit vier Jahren. Viele dieser jungen Unternehmen haben in den ersten Jahren ihrer Existenz massiv investiert, erstmalig Gewinne gemacht und sind durch die Bank im vergangenen Jahr in die roten Zahlen abgerutscht – diese Unternehmen sind zum großen Teil schlicht nicht in der Lage, ein zweites schlechtes Jahr von der Dimension 2009 wegzustecken.

In dieser misslichen Lage ausgerechnet werden Planungsgrundlagen entzogen – ist es auch der Entzug des Vertrauens? Die gesellschaftliche Kernfrage in diesem Kontext ist doch: Wollen wir die Energiewende in Deutschland – wollen wir so schnell wie möglich 100 Prozent Erneuerbare Energien erreichen? Wollen wir die von Rot-Grün begonnene und in der Großen Koalition grundsätzlich fortgesetzte Energiepolitik weiterführen oder wollen wir – wie es derzeit still und heimlich in Deutschland passiert – dutzende Kohlekraftwerke bauen und alte und womöglich gefährliche Atomkraftwerke noch Jahrzehnte am Netz lassen?

Die Debatte hierüber schien eigentlich geführt – mit dem Machtwechsel in Berlin scheint die Debatte aber erneut geführt werden zu müssen. Bundesumweltminister Norbert Röttgen will im Oktober 2010 ein Energie-Gesamtkonzept präsentieren – in diesem müssen die gestellten Fragen endlich beantwortet werden.

Sovello-Sprecher Sell: “Die erforderliche Technologie ist da.”

“Wenn wir uns in der Gesellschaft einig sind, dass wir die komplette Versorgung mit Erneuerbaren Energien wollen, dann stellt sich die Frage der Umsetzbarkeit doch gar nicht mehr. Denn die erforderliche Technologie ist da und sie funktioniert – übrigens auch, was die Frage der Grundlastfähigkeit betrifft”, so Konrad Sell, Sprecher der Sovello AG aus Thalheim in Sachsen-Anhalt im Gespräch mit Cleanthinking.de.

Die öffentliche Debatte um die Energiepolitik, aber um die Solar-Subventionen ganz besonders, ist natürlich von vielfältigen Interessen geprägt. Die enge Verbindung von Politikern zur Lobby-geprägten Energiebranche im Allgemeinen ist bekannt, insofern werden viele Weichen so gestellt, dass besonders die großen Konzerne profitieren.

Aber: Wieso wird eigentlich einseitig über Solar-Subventionen tagelang debattiert – übrigens bleibt ja der überwiegende Teil des Geldes, das über das EEG an Photovoltaik-Anlagenbetreiber fließt, in den Taschen derjenigen Bürger, die in sauberen Strom investieren – aber Themen wie das Milliardenproblem Asse findet kaum noch öffentlichen Anklang? Ein bißchen mehr Ehrlichkeit würde der ganzen Debatte gut tun.

Wir von Cleanthinking.de sind der Meinung, dass es den gesellschaftlichen Konsens, den Willen nach Veränderungen hin zu einer saubereren Wirtschaft und Lebensweise gibt – und Cleantech und die damit verbundenen intelligenten und modernen Technologien weisen den Weg hin in dieses Zeitalter.

Uns allen ist am meisten gedient, wenn all diese Technologien – von Funksensoren für bessere Energieeffizienz, über Technologien für die ressourcenschonende Produktion von Katalysatoren bis hin zu Solarenergie, Offshore-Windkraft oder Kraft-Wärme-Kopplung – Hand in Hand gehen und jede für sich eine Revolution im Kleinen bewirkt. Gesamtgesellschaftlich werden wir und unsere Kinder und Enkel davon profitieren. Nur wollen müssen wir es. Können tun wir es in jedem Fall. Den ganzen Beitrag lesen »


Solar News: Millionenschwere Hiobsbotschaft für Sovello AG

Sovello LogoSchwarzer Freitag für die Thalheimer Sovello AG: Die EU-Kommission gab heute bekannt, einen Teil der Fördermittel, die für die Errichtung der ersten integrierten Produktionslinie der damaligen EverQ GmbH (heute Sovello AG) im Jahr 2006 gewährt wurden, zurückgefordert wird. Dabei geht es um einen Betrag von wahrscheinlich rund elf Millionen Euro.

Diese Förderung, der so genannte KMU-Bonus, sei nun nach Einschätzung der EU-Kommission hinfällig, da der Einfluss des Gesellschafters Q-Cells AG damals wesentlich größer gewesen sei als es die Beteiligung in Höhe von 24,9 Prozent habe vermuten lassen. Das Hauptprüfverfahren in diesem Fall wurde 2008 eingeleitet. Den ganzen Beitrag lesen »


Photovoltaik News: Conergy forscht nach kostengünstigem Silizium

Die Conergy SolarModule GmbH & Co. KG und das Leibniz Institut für innovative Mikroelektronik (IHP) forschen ab sofort gemeinsam. Intensiver soll überwiegend bei der Produktions-Implementierung neuartigen Siliziums aus unterschiedlichen Herstellungsverfahren geforscht werden. Silizium gilt als entscheidender Rohstoff für die Solar-Revolution – und der Rohstoff ist trotz gewaltig gestiegener Produktionskapazitäten nach wie vor knapp auf der Welt.

Der zu erforschende Rohstoff für kristalline Solarmodule ist gegenüber bisher bekanntem und verwendetem Silizium deutlich günstiger. Hierdurch will Conergy die Rohstoff- und Produktionskosten seiner Premium Conergy PowerPlus Module weiter senken. Außerdem sollen kürzere Energierücklaufzeiten im Herstellungsprozess erreicht werden.

Erste Forschungsergebnisse erwarten Conergy und das IHP Mitte dieses Jahres. F&E Kompetenz am Standort Frankfurt (Oder) gebündelt In dem Forschungsprojekt „Integration von neuartigen Silizium-Materialien in Solarzellen“ stützen sich die Technologen von Conergy auf die langjährigen Erfahrungen des IHP auf dem Gebiet der Halbleitercharakterisierung, speziell von multikristallinem Silizium. Den ganzen Beitrag lesen »


Solar News: Säuberlich wird CEO bei Solon SE

SOLON SE Solarmodulproduzent LogoÜberraschender Personalwechsel beim Berliner Solarmodulproduzenten Solon SE: Der 46jährige Stefan Säuberlich übernimmt ab sofort die Position des CEO. Der bisherige Chef, Thomas Krupke, werde dem Unternehmen als Berater erhalten bleiben, hieß es in einer Pressemitteilung. Säuberlich soll den grundlegenden Restrukturierungsprozess von Solon SE weiter vorantreiben. Eine Aufgabe, die nach Ansicht des Aufsichtsrates offensichtlich nur mit neuem Personal möglich erscheint.

Säuberlich war zuvor CFO bei den Wadan Werften in Wismar und Warnemünde. Den ganzen Beitrag lesen »


Solar Hintergrund: So wird Röttgen das EEG umbauen

Die heftige Debatte um die Veränderungen des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) durch Bundesumweltminister Norbert Röttgen flaut kaum ab. Wir von Cleanthinking.de möchten die Änderungen der Solarförderung noch einmal dokumentieren, so wie sie das Bundesministerium für Umwelt derzeit öffentlich darlegt.

1. Flexible Marktanpassung:

Die Förderung wird für alle Solaranlagen flexibel an die Marktentwicklung angepasst. Zielmarke für den jährlichen Ausbau sind jetzt 3.000 Megawatt pro Jahr:
Bei einem Zubau innerhalb des Korridors von 2.500 – 3.000 Megawatt ändert sich nichts im Vergleich zu den bisherigen Regelungen im EEG . Die Degression beträgt dann 9 Prozent. Erst wenn der Zubau mehr als 3.500 Megawatt beträgt, gehen wir davon aus, dass die Vergütungssätze schneller sinken können.

Die Degression erhöht sich dann in jeweils 1.000 MW-Schritten um jeweils weitere 2,5 Prozent. Damit wird die Kostenersparnis bei größeren Stückzahlen abgebildet. Beträgt der Zubau weniger als 2.500 Megawatt gehen wir davon aus, dass die Vergütungssätze nicht so stark sinken sollten. Die Vergütung soll dann steigen, indem die Degression in 500 MW-Schritten um jeweils 2,5 Prozent gesenkt wird. Den ganzen Beitrag lesen »


Solar News: Frankreich und Südosteuropa im Fokus von zwei Praxisreports der dena

dena_Deutsche Energie-AgenturDie Meinungen über die von Bundesumweltminister Norbert Röttgen geplanten Kürzungen der Solarförderung gehen ja immer noch weit auseinander. Egal, wie es kommt: es ist klar, dass für deutsche Solarunternehmen das Wirtschaften wesentlich schwieriger wird und noch mehr vom Export getrieben sein dürfte in Zukunft.

Dazu passend hat jetzt die Deutsche Energie-Agentur dena zwei Praxisreports auf den Markt gebracht, die sich einerseits mit dem Solarmarkt Frankreichs und andererseits mit dem Solarmarkt Südosteuropas beschäftigen.

Zwei neue Publikationen der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) informieren deutsche Unternehmen über die Entwicklung der Solarmärkte in Frankreich und Südosteuropa. Die Praxisreporte „Solarmarkt Frankreich“ und „Solarmarkt Südosteuropa“. Den ganzen Beitrag lesen »


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